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Social Entrepreneurship – Unternehmertum im Dienste der Gesellschaft

Im klassischen Unternehmertum geht es in der Regel um die Eigeninteressen der Wirtschaft. Ziel ist der finanzielle Profit. Menschenrechte, Umweltschutz oder begrenzte Ressourcen stehen dabei selten im Fokus. Dass es auch anders geht, beweist Social Entrepreneurship.

Social Entrepreneurs wollen gesellschaftliche Herausforderungen mit innovativen Lösungsmöglichkeiten nachhaltig meistern. Dabei engagieren sie sich in vielen Bereichen: von der Bekämpfung von Armut, Diskriminierung und Rassismus über die Wahrung von Menschenrechten, Umwelt- und Naturschutz bis hin zu sozial vertretbaren wirtschaftlichen Entwicklungen.

Faire Jobs bei Fair Companies und im Bereich Social Entrepreneurship

Die sogenannten Fair Companies verfolgen ein soziales Ziel: die „Generation Praktikum“ nicht weiter auszubeuten. Konkret heißt das, keine Vollzeitstellen durch Praktikanten zu ersetzen und Praktikumsstellen angemessen zu entlohnen. Auf ähnliche Qualitäten ist auch Social Entrepreneurship ausgerichtet, geht jedoch noch einen Schritt weiter: Social Entrepreneurship bedeutet, unternehmerisches Handeln und soziales Denken zu vereinen und damit den gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, die demokratischen Rechte, die Freiheit des Einzelnen und die Menschenwürde zu achten. Doch wie lassen sich Projekte, die nicht auf Profit ausgerichtet sind, finanzieren und wie sieht dies in der Realität aus?

Norbert Kunz, Social Entrepreneur aus Deutschland

Norbert Kunz ist einer der Social Entrepreneurs in Deutschland. Mit seiner Agentur für soziale Innovationen, „iq consult“, unterstützt er Menschen bei der Existenzgründung, die sonst wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten: Menschen ohne Schulabschluss oder Ausbildung. Dabei verfolgt das Team einen umfassenden Ansatz - es unterstützt bei der Finanzplanung und berät Neu-Unternehmer vor, während und nach der Gründung. Damit richtet sich die Agentur neben Social Entrepreneurs an Inclusive, Cultural und Youth Entrepreneurs, also an Unternehmer mit Behinderung, Unternehmer im Kulturbereich und jugendliche Unternehmer mit ihren Geschäftsideen.

Norbert Kunz ist Geschäftsführer von iq consult, einer Agentur für soziale Innovation, die in den Bereichen Gründungsunterstützung, Regionalentwicklung, Inclusive und Social Entrepreneurship aktiv ist. Der Bankkaufmann und Wirtschaftspädagoge ist Mitbegründer des Deutschen Mikrofinanz Instituts und der stattauto Carsharing AG Berlin.

  • seit 2007 Ashoka Fellow
  • 2010 Auszeichnung zum Social Entrepreneur des Jahres (Schwab Foundation)
  • Mitglied im Global Agenda Council on Social Innovation sowie in der European Commission Expert Group on Social Business

Deusche Welle: Social Entrepreneur Norbert Kunz

Social Entrepreneurship wird gezielt gefördert

Um ihre Projekte zu finanzieren und sich mit anderen zu vernetzen, nehmen soziale Unternehmer beispielsweise an Wettbewerben teil. So auch Norbert Kunz – mit Erfolg: Er wurde von der Schwab-Stiftung für Social Entrepreneurship im Jahr 2010 als „Social Entrepreneur des Jahres“ ausgezeichnet. Durch Berichterstattung über Wettbewerb und Gewinner ergeben sich für ihn neue Kontakt- und Finanzierungsmöglichkeiten. Finanzielle und materielle Unterstützung erhalten Social Entrepreneurs aber auch durch Risikokapital-Geber, Unternehmenspartnerschaften, öffentliche Förderungen, Spenden oder Organisationen, die sich der Förderung des sozialen Unternehmertums verpflichtet haben.

Die wohl größte und bekannteste ist Ashoka. Die internationale gemeinnützige Organisation hat Programme in weltweit über 60 Ländern ins Leben gerufen und unterstützt derzeit etwa 3.000 sogenannte „Fellows“ (herausragende Entrepreneurs) unter anderem mit Stipendien. Einer dieser Fellows ist Norbert Kunz, dessen Beispiel erfreulicherweise immer mehr Unternehmer in Deutschland folgen.

Über Ashoka

Ashoka ist ein sozialer Investor, der seit 1980 in über 70 Ländern Social Entrepreneurs sucht und fördert – Frauen und Männer, die mit einfallsreichen und nachahmenswerten Konzepten gesellschaftliche Probleme lösen.

November 2012

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