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Der Wachstumsmotor Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Viel diskutiert und analysiert wird aktuell das Thema „Digitalisierung als Wachstumsmotor“. Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sorgt für einen Aufschwung in Deutschland und für viele neue Arbeitschancen. Die neuen Berufsbilder bergen auch große Chancen für Fachkräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt – das bedeutet vor allem Wachstum: In einer Studie der BITKOM, dem „Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche“, sprechen die Zahlen für sich: Deutschlands Wirtschaft wächst, je mehr die Nutzung von IKT zunimmt. Etwa 145 Milliarden Euro wurden 2012 in Deutschland durch die Digitalisierung erzielt.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt – das heißt aber auch „Industrie 4.0“. Es bedeutet, dass die Wirtschaft vor der vierten industriellen Revolution steht und dass Produktion, Informationstechnologie und Internet immer stärker zusammenwachsen. Mehr und mehr kommunizieren die Maschinen, aber auch die Lager oder die Logistik miteinander und arbeiten dank der IKT weitgehend selbstständig.

Neue Berufe in der digitalisierten Arbeitswelt

Die Digitalisierung der Arbeitswelt führt gleichzeitig zu einer großen Veränderung der Berufswelt. Rund 1,5 Millionen Jobs sind durch die Digitalisierung entstanden. Kaum zu überblicken ist die Bandbreite der neuen Berufe, die unter dem Oberbegriff Digitalisierung entstehen. Körperlich anstrengende Arbeiten in der Produktion werden seltener, denn Maschinen, Roboter und Informationstechnologie übernehmen zahlreiche Aufgaben. Dafür werden die Jobs anspruchsvoller, Fachkräfte besonders aus dem IT-Bereich und Spezialisten mit Programmierkenntnissen sind gefragt wie nie.

Das Programmieren der Maschinen und Anlagen leisten Ingenieurinformatiker. Fahrzeuge werden zunehmend elektronisch gesteuert und benötigen spezialisierte Fahrzeugelektroniker. Doch die Maschinen müssen mit den Menschen kommunizieren. Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat dafür den passenden Master-Studiengang „Mensch-Computer-Interaktion“ entwickelt. In der Kommunikation mit den Kunden schließlich wird der Social-Media-Manager immer wichtiger. Die BITKOM hat in einer Umfrage herausgefunden, dass schon jedes zehnte Unternehmen in Deutschland Mitarbeiter hat, die sich gezielt um die Aktivitäten im Web 2.0 kümmern.

Veränderte Arbeitswelt und Chancen für Schwellen- und Entwicklungsländer

Das Industry Journal von Siemens gibt einen Ausblick in die zukünftige Arbeitswelt: Schon jetzt und vermehrt  in der Zukunft werden ganze Geschäftsprozesse durch Digitalisierung unterstützt. Das vereinfacht den Zugriff auf Informationen für Mitarbeiter von jedem Ort der Welt aus. Teams werden multikulturell und nach Projekten zusammengestellt. Mitarbeiter bekommen größere Verantwortung: Sie sind nicht länger nur ausführend, sondern sie planen, steuern und bedienen ganze Produktionsprozesse. In sogenannten „Smart Factories“ wird es weniger Massenfertigung und mehr individualisierte Produkte geben.

Unternehmen agieren zunehmend global an Standorten, die weit voneinander entfernt sind. Der deutsche Softwarekonzern SAP zum Beispiel beschäftigt Entwickler im indischen Bangalore, der Schaltanlagenhersteller Marquardt produziert in Tunesien und beschäftigt junge tunesische Ingenieure. Business Process Outsourcing (BPO) ist erst durch die Digitalisierung möglich geworden: Ganze Geschäftsprozesse werden ausgelagert – sehr häufig nach Asien. Wie der Asien Kurier schreibt, sind inzwischen die Philippinen eines der Zentren für BPO weltweit. So hat 2010 beispielsweise das Bosch Communication Center in Manila ein Callcenter eröffnet.

Digitalisierung: Enormes Fachkräftepotenzial

Einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger  zufolge schätzen Experten, dass im Jahr 2030 allein auf dem europäischen Markt ca. 50 Millionen Fachkräfte – nicht nur im IT-Bereich, aber hier besonders stark – fehlen werden. Die Unternehmen sehen, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer ein ausgesprochen hohes Fachkräftepotenzial bieten. Die Studie zeigt auch, dass „gut ausgebildete Frauen aus den Schwellenländern ein enormes Potenzial im globalen Talentpool“ darstellen. So seien in den Vereinigten Arabischen Emiraten 65 Prozent der Hochschulabsolventen weiblich, in Brasilien 60 Prozent und in China 47 Prozent. „Unternehmen, die das große Potenzial exzellent ausgebildeter Frauen optimal einsetzen, werden sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil auf dem internationalen Markt sichern“.

In ihrer Studie „The Future of Manufacturing“ prognostiziert die Unternehmensberatung Deloitte Consulting: Unternehmen werden sich zukünftig dort ansiedeln, wo sie am ehesten geeignete, hoch qualifizierte Mitarbeiter finden.

Wachstumsmotor Digitalisierung: Zahlen und Fakten

Den Wachstumsimpuls der IKT belegt der Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2013 mit beeindruckenden Zahlen: Jeder, der in der IKT-Branche arbeitet, trägt mit etwa 100.864 Euro zur Bruttowertschöpfung Deutschlands bei. Interessant ist auch eine Studie des Beratungsunternehmens Booz & Company: Der Global Information Technology Report zeigt unter anderem, dass Digitalisierung einen messbaren Effekt auf das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen hat.

Juni 2014

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