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Praxisprojekt Nachhaltigkeit: „Eine großartige Gelegenheit, neue nachhaltige Lösungen zu entwickeln“

Gewinner des Praxisprojekts Nachhaltigkeit ist das Team „Green Roads“. Irma Yadira Gámez (Honduras), Andrés Felipe Caballero (Kolumbien) und Robert Baumgartner (Peru) überzeugten die Jury mit ausgezeichneter Recherchearbeit, kreativen Szenarien und einer herausragenden Videoproduktion. Andrés berichtet, wie das Team zusammenfand, ein Konzept entwickelte und schließlich diese herausragenden Ergebnisse erarbeiten konnte.

Ihr Team hat das Praxisprojekt gewonnen – was war Ihre erste Reaktion?
Wir haben uns sehr über diese tolle Nachricht gefreut und erst einmal eine Videokonferenz organisiert, um uns darüber auszutauschen. Wir haben wirklich unser Bestes gegeben und viel Zeit, Energie und Phantasie in dieses Projekt investiert. Trotzdem waren wir uns nicht sicher, hauptsächlich weil es noch andere richtig gute Projekte gab. Deshalb haben wir uns über die Nachricht, dass wir gewonnen haben, nicht nur sehr gefreut, sondern waren auch erleichtert.

Was machen Sie beruflich?
Robert ist Biologe; im Moment unterrichtet er aber Englisch an einer Universität in Lima und übernimmt Übersetzungsarbeiten. In der Vergangenheit war er für zwei Beratungsfirmen tätig und leitete eine eigene NGO, die unentgeltlich peruanische Kleinunternehmer beriet. Irma ist Systemingenieurin und arbeitet zurzeit als technische Beraterin im Bereich Virtuelle Bildung an der Universidad Nacional Autónoma de Honduras, eine staatliche Universität und die größte Bildungseinrichtung in Honduras. Ich bin Maschinenbauingenieur und studiere im letzten Jahr Angewandte Mathematik. Außerdem entwickle ich das Design von Maschinen für die Geflügelindustrie in Lateinamerika und unterrichte in meiner Freizeit Studenten im Grundstudium in Mathematik und Physik.

Wie haben Sie sich kennengelernt?
Unser Team zu bilden war nicht schwer: Hilfreich war, dass wir drei in ähnlichen Zeitzonen leben, Spanisch sprechen und einen vergleichbaren kulturellen Hintergrund haben. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte per E-Mail über das Alumniportal Deutschland, und für unsere erste Videokonferenz nutzten wir Skype und Google Hangouts, wo wir einander so gut es ging kennenlernten, auch um auszuloten, welche Stärken und Schwächen jedes Teammitglied besaß.

Wie haben Sie die Arbeit aufgeteilt, wer machte was?
Zunächst haben Irma und ich uns eine Bezeichnung und ein Logo für das Team ausgedacht; ich war für die Koordinierung unserer Recherchen verantwortlich, mit denen wir die wichtigsten Informationen für den Aufbau unserer Szenarien eingeholt haben. Außerdem habe ich die Rechercheergebnisse der sozialen, ökonomischen und ökologischen Analysen und Vorhersagen für 2033 in den geforderten und einigen optionalen Dokumenten sowie im Blog zusammengefasst. Jedes Teammitglied war für die Informationsbeschaffung zu bestimmten Themen zuständig: Robert informierte sich über Sonnenenergie und die Nutzung von Fahrrädern als Teil des städtischen Verkehrssystems; Irma und ich dagegen sammelten Informationen über den Verkehr und die Umweltsituation in Tegucigalpa und die zukünftig möglichen Verkehrsszenarien.

Im Rahmen der geforderten Videoproduktion war Robert zudem für die Übersetzung, die Textüberarbeitung und die künstlerische Gestaltung zuständig (Stil der Szenarien, Storyboard, Skript, Hauptstimme, Hintergrundmusik). Irma und ich übernahmen die Sound- und Farbgestaltung, einige Stimmen (im Podcast), das Schreiben des Skripts (Irma, Podcast) sowie seine Prüfung. Darüber hinaus lieferte Irma Informationen aus erster Hand über Tegucigalpa, da sie als einzige der Gruppe die Stadt kennt (sie lebt dort). Ich war überdies hauptverantwortlich dafür zuständig, Stimmen für unser Video und die Szenarien zu sammeln (Aufgabe 4).

Das Gewinner-Team „Green Roads“ aus Südamerika

Was bereitete die meisten Probleme?
Am schwierigsten war es, sich auf eine Idee für das Video zu einigen. Wir hatten viele Informationen gesammelt, aber als wir das erste Skript verfasst hatten, merkten wir, dass drei Minuten (die für das Video verfügbare Zeit) extrem wenig ist. Also mussten wir entscheiden, welche Ideen die wichtigsten waren und viele gute Gedanken streichen.

Wie lief das Schreiben der Szenarien ab?
Die Szenarien für Aufgabe 2 zu schreiben war leicht, da es kein zeitliches Limit gab und wir uns relativ schnell auf das Format einigen konnten. Erheblich schwieriger war es, wie oben erläutert, die Szenarien für die Videos zu schreiben.

Was haben Sie über Zusammenarbeit gelernt?
Vielleicht hätten wir mehr Zeit aufwenden sollen, uns noch besser kennenzulernen und zu klären, welches Teammitglied wie viel Zeit zur Verfügung hat. Wenn Zusammenarbeit in einer virtuellen Umgebung stattfindet, müssen alle Fakten so klar wie möglich dargestellt werden, um einen guten Informationsfluss zu erzeugen und strittige Punkte im jeweiligen Länderkontext zu regeln. Außerdem hätten wir unsere virtuellen Treffen etwas besser planen sollen: Oft kam es vor, dass wir über viele unwesentliche Fragen sprachen und dann nicht genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge hatten. Ein weiteres Problem bestand darin, dass Irma manchmal kein Mikrofon hatte. Dann musste sie sich schriftlich mit uns verständigen, was den Informationsaustausch behindert hat.

Hatten Sie irgendwelche interkulturellen Probleme?
Wir hatten keinerlei interkulturelle Verständigungs- oder Arbeitsprobleme, da wir sehr ähnliche kulturelle Hintergründe haben: Robert ist Schweizer, aber seine Mutter ist aus Südamerika und er lebt seit mehr als neun Jahren in Peru. Irma wurde in Marcals geboren, einer Stadt im Nordwesten von Honduras, aber sie lebt in der Landeshauptstadt Tegucigalpa. Und ich komme aus Barranquilla, einer Stadt im Norden Kolumbiens nahe der Karibik. Alles in allem konnten wir wirklich gut zusammen arbeiten.

Was hat Sie an dem Projekt so richtig fasziniert?
Dieses Projekt war eine großartige Gelegenheit, Lösungen für ökologische Probleme zu entwickeln und auszutauschen. Am faszinierendsten war es, die Begeisterung aller Teammitglieder zu beobachten und bislang ungenutzte Talente zu entdecken. So hatten einige von uns noch nie zuvor ein Video gedreht und keiner hatte je einen Podcast erstellt.

Wann treten Sie die „Gewinnerreise“ nach Deutschland an?
Wir kennen das genaue Datum der Reise nach Deutschland noch nicht, das muss noch festgelegt werden. Aber man sagte uns, unsere Reise werde Ende März 2014 stattfinden. Wir freuen uns alle darauf.

Interview: Torsten Schäfer

November 2013

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