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Auma Obama: „Partizipation in den digitalen Medien bringt Verantwortung mit sich“

„Es gibt keine Ausrede mehr für Ignoranz!“, das sagte DAAD-Alumna Dr. Auma Obama beim Global Media Forum 2014 in Bonn. Die Gründerin der Stiftung Sauti Kuu sieht die Digitalisierung der Medien als große Entwicklungschance, wies aber darauf hin, dass Partizipation auch Verantwortung mit sich bringt.

Unter dem Titel „From Information to Participation – Challenges for the Media“ fand vom 30. Juni  bis 2. Juli 2014 in Bonn das Global Media Forum der Deutschen Welle statt. Zahlreiche prominente Redner und Gäste befassten sich in Vorträgen und Workshops mit Fragen rund um digitale Medien und ihre Auswirkungen auf Journalismus, Politik und Gesellschaft. Dr. Auma Obama, die Gründerin der Stiftung Sauti Kuu, hielt einen Vortrag zum Thema Partizipation und stand dem Alumni-Reporter Aquil Zahirpur für ein Statement zum Thema „Digitalisierung der Medien“ zur Verfügung.

Zur Person

Dr. Auma Obama ist Deutschland-Alumna. In Kenia geboren und aufgewachsen, studierte sie in Heidelberg und promovierte an der Universität Bayreuth, beides im Rahmen von Stipendien des DAAD. Nach ihrer Promotion arbeitete sie zunächst in London und kehrte dann nach Kenia zurück, wo sie fünf Jahre lang als Ostafrika-Koordinatorin der Organisation CARE tätig war. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag schon zu dieser Zeit auf der Arbeit mit Jugendlichen: Im Programm „Sport für sozialen Wandel“ wurden vor allem Mädchen darin bestärkt, ein besseres Selbstwertgefühl und positivere Verhaltensweisen zu entwickeln.

Sauti Kuu – eine Stiftung unterstützt Partizipation und Selbstwertgefühl

„Nutze was du hast, um zu bekommen was du brauchst." – das ist das Motto der Stiftung Sauti Kuu („starke Stimmen“ in Kisuaheli). Dr. Auma Obama hat die Initiative gegründet, um Jugendlichen in den ländlichen Gebieten Kenias eine Alternative zur Landflucht zu bieten. Die Stiftung versucht, gemeinsam mit den jungen Menschen herauszufinden, wie sie die Ressourcen und Möglichkeiten ihrer Heimat auf dem Lande nutzen und ausbauen können. So wurden zum Beispiel mit Unterstützung des deutschen Unternehmens REHAU nachhaltige Bewässerungssysteme entwickelt, aber auch ein Clubhaus gebaut, wo sich die jungen Leute treffen können.

„Wir arbeiten mit den Jugendlichen daran, dass sie ein eigenes Bewusstsein entwickeln, davon, dass sie existieren, dass sie wichtig sind, dass sie ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben. Und dazu gehört auch, dass man informiert ist“, sagte Auma Obama in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Jugendlichen, mit denen die Stiftung arbeitet, mögen zwar nur sehr begrenzten Zugang zu digitalen Medien haben, aber auch sie lernen, dass Information für ihre Entwicklung von großer Bedeutung ist.

Auma Obama sieht die mediale Partizipation als Chance

Sie sieht die Digitalisierung der Medien weniger als ein Recht, als vielmehr eine Chance für die Nutzer. Mit der Partizipation, so sagt sie, gehe auch eine individuelle Verantwortung einher. Nutzer müssten sich genau überlegen, woher sie ihre Informationen bekommen und wie sie diese weiter verbreiten.

Auch in ihrem Vortrag beim Global Media Forum unterstrich Auma Obama die Wichtigkeit der digitalen Medien, vor allem des Mobiltelefons. Damit, so sagte sie, können die Nutzer ohne großen technischen und finanziellen Aufwand „ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und eigene Entscheidungen treffen“. Die Frage sei nur, was die Menschen daraus machen: „Wir haben Zugang zu den Informationen, aber heißt das auch, dass wir aktiv werden? Dass wir Schritte unternehmen, die unsere Gesellschaft verändern?“ Es gibt keine Ausrede mehr für Unwissenheit – und damit auch nicht für Untätigkeit.

Autorin: Elena Krüskemper

Global Media Forum 2014

Das Global Media Forum der Deutschen Welle fand vom 30. Juni bis 2. Juli 2014 in Bonn statt. Das Schwerpunktthema lautete „Von Information zu Partizipation: Herausforderung für die Medien“.

Das Alumniportal auf dem Global Media Forum 2014

September 2014

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