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„Translators without Borders“: Übersetzer können Leben retten!

Die „Translators without Borders“ unterstützen humanitäre Nichtregierungsorganisationen mit Übersetzungen – und die können manchmal Leben retten. Wir haben mit Dr. Andrew Bredenkamp über die Initiative gesprochen.

Seit über 20 Jahren unterstützen die „Translators without Borders“ (TWB) – zu Deutsch „Übersetzer ohne Grenzen“ – humanitäre Nichtregierungsorganisationen mit Übersetzungen. Vorstandsmitglied Andrew Bredenkamp spricht im Interview darüber, was eine gute Übersetzung ausmacht, warum Alumni dafür besonders geeignet sind und welchen Nutzen sie auch persönlich aus einer Zusammenarbeit mit TWB ziehen können.

Herr Dr. Bredenkamp, Sie liegen beruflich nicht gerade auf der faulen Haut und haben mit Ihrer eigenen Firma viel um die Ohren. Trotzdem engagieren Sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für „Translators without Borders“. Warum?

Andrew Bredenkamp: In meinem Job helfe ich den größten Unternehmen der Welt dabei, ihre Kommunikation mit ihren Kunden zu verbessern. Letzten Endes, um bessere Geschäfte zu machen. Lori Thicke, die Gründerin von „Translators without Borders“, hat mir die Augen dafür geöffnet, dass erfolgreiche Kommunikation aber noch viel mehr leisten kann und dass man das, was ich mit meiner Firma mache, auch für Betroffene in Krisenregionen weltweit machen kann und auch muss.

Nehmen Sie als ganz konkretes Beispiel etwa eine Epidemie, wie zuletzt Ebola in West-Afrika. Besiegen kann man eine solche Epidemie nur dann, wenn die nötigen Informationen bei den Menschen ankommen und von ihnen auch wirklich verstanden werden. Und genau hier können wir helfen. Mit erfolgreicher Kommunikation, also verständlichen Informationen in lokalen Sprachen, kann man Leben retten! Das ist extrem motivierend!

Die Gründerin Lori Thicke über „Translators without Borders“ (englisch)

Wer kann sich an „Translators without Borders“ wenden?

Andrew Bredenkamp: Wir arbeiten für jede nicht-kommerzielle Organisation, die ohne politische oder religiöse Ziele Wohltätigkeitsarbeit leistet. Die meisten sind Krisenorganisationen oder beschäftigen sich mit Gesundheit oder Bildung.

Auch wenn die Initiative „Translators without Borders“ ihre Arbeit förderungswürdigen humanitären Organisationen gratis anbietet – Ihnen selbst entstehen Kosten. Wie werden diese finanziert?

Andrew Bredenkamp: Nicht alle unsere Dienstleistungen sind gratis, aber tatsächlich eine ganze Menge. Wir betreiben eine Plattform mit mehreren tausend Menschen, die als Freiwillige Übersetzungen in über 100 Sprachrichtungen anfertigen. Diese Menschen sind professionelle Übersetzer, die ihre Freizeit dafür einsetzen. Bis jetzt haben wir mit ihrer Hilfe über 25 Millionen Wörter übersetzt. Aber für viele, viele, auch verbreitete Sprachen wie Swahili, gibt es so gut wie keine professionellen Übersetzer – und deshalb auch keine Freiwilligen.

Wir müssen also Übersetzer für solche Sprachen nicht nur finden und dann meistens auch bezahlen, sondern oft sogar erst ausbilden. All das kostet natürlich tatsächlich Geld. Hier sind wir auf Corporate Partnerships, individuelle Spenden und staatlich oder privat geförderte Projekte angewiesen, um diese Aktivitäten und unsere Plattform, über die unsere Zusammenarbeit technisch läuft, zu finanzieren.

Zur Person

Dr. Andrew Bredenkamp ist Gründer und Chairman der Kommunikations- und Lokalisierungsagentur Acrolinx. Mit seiner großen Erfahrung in der multilingualen Informationsentwicklung ist er ein gefragter Experte unter anderem in den Beiräten von „Translators without Borders“ und dem ADAPT Centre (früher Centre for Next Generation Localisation, CNGL).

Gelingende Kommunikation braucht kulturelles Wissen

Sie setzen bei ihrer Arbeit aus guten Gründen auch auf Alumni...

Andrew Bredenkamp: Wir arbeiten immer mit Muttersprachlern der Zielsprache der Übersetzung und setzen dabei sowohl auf die Diaspora als auch auf Alumni, besonders in Krisensituationen. Denn nicht nur die Sprachkenntnis ist für eine gelingende Kommunikation wichtig. Ebenso wichtig ist ein tieferes Verständnis der jeweiligen Kultur. Ein Verständnis also auch dafür, wie man am besten mit einer bestimmten Bevölkerung kommuniziert. Dafür braucht es sehr viel kulturelles Wissen.

Für „Translators without Borders“ ist die Zusammenarbeit mit Alumni deshalb äußerst wertvoll. Und für Alumni bietet die Zusammenarbeit mit uns die Möglichkeit, mit dem ehemaligen Gastland in Kontakt zu bleiben, persönlich bereichernde und unter Umständen auch beruflich sehr hilfreiche Netzwerke zu knüpfen und zu pflegen.

Diskussion über ehrenamtliches Engagement in der Community

Mai 2015

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Kommentare

Dorota Halina Kutyła
24. September 2017

Popieram, super pomysł, ale myślę dalej. Jestem naukowcem z Polski, kiepsko znam języki obce, nauka w Polsce jest kiepsko albo wcale niewynagradzana, nie mam pieniędzy na tłumacza i tak sobie kombinuję, że bardzo chętnie pomyślałabym o takim wsparciu. Nie gdzieś daleko w Afryce, ale tutaj, w Europie, ktoś tłumaczy mój tekst, jest to uwzględnione, służy popularyzacji idei dzielenia się, a ja dokładam się do tego w myśl banku czasu czy czegoś podobnego, tzn. daję pracę, umiejętność, której albo potrzebuje mój tłumacz, albo którą chciałby, by została wykonana, a ja ją robię w jego imieniu. Tak sobie na gorąco myślę.

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