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Für die Karriere und für die Heimat ins Ausland

Das Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan ermöglicht jungen Leuten ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum in einem Unternehmen in Deutschland zu absolvieren. Teilnehmer des Programms bringen damit häufig ihre eigene Karriere in Schwung. Gleichzeitig leisten sie aber auch einen großen Beitrag dafür, dass sich ihre Heimatregion wirtschaftlich weiterentwickelt und dass der Frieden dort stabil bleibt.

„Mein Aufenthalt in Berlin und meine Arbeit für ein multinationales Unternehmen wie die Daimler AG sind ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Praktikum das Leben einer Person beeinflussen und es für immer verändern kann.“ Mato Mrkalj hat 2009 am „Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan“ teilgenommen. Nach seiner Rückkehr nach dem sechsmonatigen Praktikum in sein Heimatland Kroatien arbeitete er für die Niederlassung von Daimler dort.

„Ich war überrascht, dass sich meine Erwartungen, die ich vor dem Praktikum hatte, fast alle erfüllt haben. Mein Hauptziel war es, so viel Wissen wie möglich zu sammeln. Außerdem wollte ich neue Leute kennenlernen, mir meine zukünftige berufliche Laufbahn sichern sowie mein Netzwerk ausbauen“, lautet das Fazit von Mato Mrkalj.

Visar Hoti, der aus dem Kosovo stammt, absolviert seit Juli 2016 ein Praktikum als Systemadministrator beim Softwareentwickler Timing-Architects Embedded Systems GmbH in Regensburg. „Meine größte Erwartung an das Praktikum ist, dass ich mich beruflich weiterentwickele. Darüber hinaus werden die Erfahrungen, im Ausland zu arbeiten sowie eine andere Lebenswelt und Arbeitskultur kennenzulernen, mir dabei helfen, in meiner Persönlichkeit zu reifen.“

Bewerbung: Die Motivation ist das Wichtigste

Über das Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft können sich junge Studierende und Absolventen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien um ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum in einem Unternehmen in Deutschland bewerben. In einem ersten Schritt über eine Online-Bewerbung, dann folgt ein persönliches Bewerbungsgespräch durch Mitarbeiter des Programms im jeweiligen Heimatland des Bewerbers. Die Unternehmen bekommen danach eine Auswahl möglicher Kandidaten, aus der sie dann über Skype-Interviews ihren Praktikanten aussuchen.

„In unseren Auswahlgesprächen möchten wir die Person, die sich bewirbt, kennenlernen“, erklärt Antje Müller, die das Programm leitet. „Wir schauen, wie jemand auftritt und versuchen zu erkennen, welches Potenzial im jeweiligen Bewerber steckt. Außerdem muss uns der Bewerber überzeugen, dass er der Richtige für das Programm ist: Die Motivation ist für uns das wichtigste Auswahlkriterium.“ Eine Motivation könne zum Beispiel sein, praktische Erfahrungen sammeln zu wollen. „Wer uns hingegen erzählt, er möchte in Deutschland bleiben und dort langfristig arbeiten, ist für unser Programm ungeeignet.“

  • Mirna Vlahovic

    „Der Aufenthalt in Deutschland hat einen positiven Einfluss auf mich persönlich gehabt, was auf jeden Fall hilfreich für meine Karriere und mein Leben sein wird.“


    Mirna Vlahovic
    stammt aus Osijek, einer Stadt im Osten Kroatiens. Sie hat einen Studiengang in Rechtswissenschaften und Wirtschaft mit Diplom abgeschlossen. Im Oktober dieses Jahres hat sie außerdem ihre Masterprüfung in Politikwissenschaften erfolgreich abgelegt. Seit Juli 2016 arbeitet sie als Praktikantin bei der Mangold Consulting GmbH in Stuttgart:

    „Ein Praktikum im Ausland war für mich die Gelegenheit, besser verstehen zu können, wie die Einwohner eines fremden Landes denken und handeln. Das spielt eine entscheidende Rolle für die Bereiche Wirtschaft, Recht und Politik eines jeden Landes. Am Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft nehmen viele kluge und interessante Leute verschiedener Berufsrichtungen und aus unterschiedlichen Ländern teil. Diese zu treffen und von ihnen zu lernen war ein wesentlicher Teil meiner Motivation, mich bei diesem Programm zu bewerben."

    Community-Profil von Mirna Vlahovic

  • Mato Mrkalj

    „Das Praktikum hat mein Leben für immer verändert.“


    Mato Mrkalj
    stammt aus Slavonski Brod in Kroatien. Er hat in Zagreb Betriebswirtschaftslehre studiert. 2009 war er für ein sechsmonatiges Praktikum bei der Daimler AG in Berlin:

    „Ich war überrascht, dass sich meine Erwartungen, die ich vor dem Praktikum hatte, fast alle erfüllt haben. Mein Hauptziel war es, so viel Wissen wie möglich zu sammeln. Außerdem wollte ich neue Leute kennenlernen, mir meine zukünftige berufliche Laufbahn sichern sowie mein Netzwerk ausbauen. Deutschland nach dem Praktikum wieder zu verlassen, war ein trauriger Moment. Aber im Rückblick war es auch der Start einer großartigen Reise in meiner beruflichen Laufbahn – genauso wie in meinem privaten Leben. Ich wurde von Daimler in Kroatien eingestellt und war ziemlich stolz darauf, dass ich der einzige Mitarbeiter dort war, der bereits Erfahrungen in der Muttergesellschaft  in Deutschland sammeln konnte."

  • Visar Hoti

    „Ich werde bestimmt einen großen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt haben.“


    Visar Hoti stammt aus dem Kosovo. Er ist fünf Jahre lang in England und Deutschland zur Schule gegangen und hat an der Universität in Pristina ein Bachelorstudium in Computer Engineering abgeschlossen. Nun absolviert  er seit Juli 2016 ein Praktikum als Systemadministrator beim Softwareentwickler Timing-Architects Embedded Systems GmbH in Regensburg:

    Für mich war die allgemein bekannte Kompetenz  deutscher Unternehmen im Bereich Computertechnik und die Chance, mein Praktikum in Deutschland zu absolvieren, Motivation  genug, mich zu bewerben. Meine größte Erwartung an das Praktikum ist, dass ich mich beruflich weiterentwickele. Darüber hinaus werden die Erfahrungen, im Ausland zu arbeiten sowie eine andere Lebenswelt und Arbeitskultur kennenzulernen, mir dabei helfen, in meiner Persönlichkeit zu reifen. Da ich bei meiner Arbeit jeden Tag mit neuen Technologien und technischen Herausforderungen in Berührung komme, haben sich meine Erwartungen an das Praktikum wohl bereits erfüllt. Das Praktikum hat schon jetzt einen positiven Einfluss auf mein berufliches Leben – das steht außer Frage.“

Rückkehr ins Heimatland

Die Rückkehr ins Heimatland ist nämlich Teil des Programms. „Absolventen sollen nach dem Deutschlandaufenthalt ihre praktischen Erfahrungen und die deutsche Arbeitskultur mit in ihr Heimatland nehmen“, erklärt Antje Müller. „Dadurch wird ein Beitrag geleistet, den Westlichen Balkan wirtschaftlich zu stärken.“ Diese Bedingung bietet außerdem einen starken Anreiz für deutsche Unternehmen, sich an dem Programm zu beteiligen.

„Unsere Praktikanten sind sehr gut theoretisch ausgebildet. Sie bringen Regionalwissen und Netzwerke mit“, erzählt Antje Müller. „Die Unternehmen bilden häufig ganz gezielt Arbeitskräfte für ihre Tochtergesellschaft im Heimatland des Praktikanten aus. Oder der Praktikant unterstützt nach seinem Aufenthalt in Deutschland den Aufbau einer Tochtergesellschaft und arbeitet dann dort in Führungspositionen.“

Wer einen Praktikumsplatz zur Verfügung stellt, muss entweder für Versicherung und Unterkunft des Praktikanten aufkommen oder ein Gehalt zahlen, sodass diese Kosten zumindest gedeckt werden können.

„Deutschland nach dem Praktikum wieder zu verlassen, war ein trauriger Moment. Aber im Rückblick war es auch der Start einer großartigen Reise in meiner beruflichen Laufbahn – genauso wie in meinem privaten Leben“, sagt Mato Mrkalj. „Ich wurde von Daimler in Kroatien eingestellt und war ziemlich stolz darauf, dass ich der einzige Mitarbeiter dort war, der bereits Erfahrungen in der Muttergesellschaft in Deutschland sammeln konnte.“

Auch Visar Hoti hat bereits Pläne für die Zeit nach seinem Praktikum: „Ich bin auf Verwaltungssysteme spezialisiert. Daher möchte ich auch nach dem Praktikum diesen Weg weitergehen und mich für Jobs als Systemadministrator bewerben. Auch, weil es zahlreiche Firmen mit deutscher Beteiligung auf diesem Gebiet in meinem Heimatland gibt. Durch meine Erfahrung, die ich in Deutschland sammeln kann, werde ich bestimmt einen großen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt haben.“

Wie sammeln Sie während Ihres Studiums oder nach Ihrem Studium praktische Erfahrungen?

Großes Alumni-Netzwerk

Wer am Zoran Djindjic Stipendienprogramm teilnimmt, tut nicht nur etwas für seine eigene Karriere und die wirtschaftliche Entwicklung seines Heimatlandes, sondern auch für den Frieden auf dem Westbalkan. „Unsere Teilnehmer kommen durch das Programm mit Personen aus den Nachbarländern in Berührung“, sagt Antje Müller. „Da spielt natürlich auch der Versöhnungsaspekt eine große Rolle.“ Noch nicht einmal 20 Jahre ist der letzte gewaltsame Konflikt auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens her. Das Zoran Djindjic Stipendienprogramm stellt inzwischen ein Netzwerk von 600 Alumni aus sieben verschiedenen Ländern der ehemaligen Krisenregion.

„Unsere Alumni unterhalten untereinander grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen, und auf der jährlich stattfindenden Alumni-Konferenz kommen weit über hundert ehemalige Teilnehmer aus verschiedenen Ländern des Westbalkans und mittlerweile auch aus verschiedenen Generationen zusammen“, erzählt Antje Müller.

„Mich dem Alumni-Netzwerk des Zoran Djindjic Programms anzuschließen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens“, sagt Mato Mrkalj. „Teil einer Gruppe von hochqualifizierten Personen aus meiner Heimatregion zu sein, die alle Arbeitserfahrungen in Deutschland sammeln konnten, war und ist ein riesiger Vorteil in meinem Arbeitsalltag.

Wir alle haben unsere persönlichen Fähigkeiten sowie unsere Netzwerkkompetenz erweitert. Es gibt Personen darunter, die Geschäftsbeziehungen untereinander aufgebaut oder sogar Familien gegründet haben. Und noch heute nutzen wir alle dieses Netzwerk für verschiedene Anliegen. Das ist ein Vorteil, den wir in unserem Teil Europas gut gebrauchen können.“

Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan

Das im Jahr 2003 vom Ost-Ausschuss initiierte Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan umfasst sieben Länder: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Bis zu 75 junge Nachwuchskräfte haben jedes Jahr die Möglichkeit, ein Berufspraktikum in Deutschland zu absolvieren und dabei praktische Erfahrungen zu sammeln. Das Stipendienprogramm wird mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt und durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) unterstützt.

Das Programm hilft, die Wirtschaft in den Ländern des Westlichen Balkans wieder aufzubauen. Darüber hinaus hat sich inzwischen ein Netzwerk von jungen Nachwuchskräften für die deutsche Wirtschaft in der Region gebildet, das ständig wächst. Das Stipendienprogramm leistet damit einen Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Stabilität des Westbalkans.

Oktober 2016

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Kommentare

Albert IDANI
11. November 2016

Ich heisse Albert IDANI. Ich habe Deutsch seit 2007 gelernt. Nun bin ich Deutschlehrer nachdem ich die Pädagogische Hochschule in meinem Land (BENIN) gemacht habe. Ich wollte gern in Deutschland auch ein Praktikum machen. Im jahre 2009 war ich schon in Deutschland aber nur fùr einen Monat. Ich finde Deutschland ein schônes Land und echt seriôs, was die Studien und Praktika angeht.

Youcef Goudjil
26. Oktober 2016

Hallo ,
Lieb zusammen ,
Zuerst ich mochte gerne kommen in deutschland , nur in deutschland weil zeit mehr vier jahre studiere ich deutsch ganze fremdsprache lernen wie beruflich und in zwie monate ich muss den prufung Test fur B2 .
In der zukunft wurde ich geben fur euch meine erlebnis als resultat in ( leserverstehen - horeverstehen- schreibtlich und mundlichprufung ).
Ich freue mich auf euch .

Vielen Grussen .

Mourad AMOURI
26. Oktober 2016

ich Heisse Mourad AMOURI hatte damals in Deutschland studiert .Es war eine schöne Zeit,in der ich die Möglichkeit erhielt nicht nur das Maschienenbau Studium zu absolvieren sondern soviele Nationalitäten und dementsprechend Teilweise deren Denkweisen ,Benehmen und Kulturen Nahe zu kommen . Ich bin Seit 22 Jahren wieder in Tunesien ansässig und bin in fast allen Hinsichten Erfolgreich .
Ich möchte einfach Allen ,die mir was beigebracht haben ,sei es in Tunesien bis zum Abitur sei es in Deutschland bis zum Dipl.ing Dankeschön sagen . Eine Ausbildung in Deutschland hat eine besondere Bedeutung ,weil sie in der Regel praxis orientiert ist und weil sie zur Lösung von Problemen geschaffen wurde .

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