Digitale Strategien zur Stellensuche

Wer heutzutage nach einer Stelle sucht, durchforstet natürlich hauptsächlich das Internet. Berufliche soziale Netzwerke wie LinkedIn und Xing oder Community-Websites wie das Alumniportal Deutschland helfen nicht nur bei der Suche nach Stellenangeboten, sondern sind auch eine gute Möglichkeit, Branchenprofis und potenzielle künftige Arbeitgeber kennenzulernen. Die schiere Zahl der Jobsuche-Optionen, die das WWW bietet, kann einen jedoch geradezu erschlagen. Unsere Gastautorin präsentiert drei Strategien, wie Sie Ihre Jobsuche effizienter gestalten und Ihre Zeit produktiver nutzen können. 

Effektives Zeit- und Informationsmanagement

Unzählige Jobportale und -plattformen bieten Newsletter, Benachrichtigungen und ähnliche automatische Mitteilungen an. Es mag zwar naheliegen, all diese Websites und Benachrichtigungen zu abonnieren, aber unter Umständen kann dies von der eigentlichen Aufgabe ablenken: dem Schreiben von Bewerbungen. Achten Sie darauf, dass Sie sich im Dschungel aus Websites, Angeboten und Benachrichtigungen nicht verirren.

Wenn Sie aktiv nach einem Job suchen, sollten Sie pro Tag etwa ein bis zwei Stunden für die Suche nach geeigneten Stellen aufwenden. Die restliche Zeit sollte Ihren Bewerbungen vorbehalten bleiben. Abonnieren Sie deshalb nur die wichtigsten E-Mail-Benachrichtigungen, die Sie morgens im Postfach überblicken können, anstatt sich auf sämtlichen Plattformen anzumelden, die Sie zur Stellensuche konsultiert haben. Auch die Zahl der E-Mail-Abos sollten Sie auf ein absolutes Minimum beschränken. Bedenken Sie zudem, dass Bewerbungen nicht Ihr einziger Lebensinhalt sein sollten. Die Jobsuche ist zwar sehr wichtig, aber ebenso wichtig ist es, sich Pausen zu gönnen und in Online-Kursen an seinen Fähigkeiten zu feilen. 

Konzentrieren Sie sich auf bestimmte Unternehmen

Die meisten Jobsuchenden halten nach Stellenausschreibungen Ausschau, aber nicht unbedingt nach Unternehmen, für die sie vielleicht gerne arbeiten würden. Dabei sind beide Perspektiven wichtig. In sozialen Netzwerken zur beruflichen Kontaktpflege finden sich in der Regel Profilseiten, auf denen Unternehmen sich und ihre Arbeit vorstellen. Dort können Sie sich einen Eindruck verschaffen, wer für dieses Unternehmen arbeitet und auf welchen Karrierepfaden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dorthin gelangt sind. So erhalten Sie sowohl einen allgemeinen Überblick über den Arbeitgeber als auch Details zum Angestelltenprofil und können dann entscheiden, ob Sie das Unternehmen in die engere Wahl nehmen möchten.

Manche Arbeitgeber bieten sogar Benachrichtigungen an, die Sie abonnieren können. In der Folge nimmt der für Sie relevante Teil des Arbeitsmarktes schärfere Konturen an: Sie erfahren, welche Unternehmen für Sie infrage kommen, und können sich auf passende Stellen konzentrieren, anstatt sich auf jeden Job zu bewerben, der auch nur annähernd Ihrem Kompetenzprofil entspricht. 

Netiquette bei der Stellensuche aus dem Ausland

Wenn Sie auf der Suche nach einer Arbeit in Deutschland sind, aber im Ausland wohnen, sollten Sie in Ihren digitalen Profilen unbedingt ehrliche Angaben zu Wohnort und Sprachkenntnissen machen. Falls Sie Deutsch (oder andere Sprachen) sprechen, können Sie auf vielen Plattformen auch ein Profil in den entsprechenden Sprachen erstellen. Damit signalisieren Sie potenziellen Arbeitgebern, dass Sie die Sprache beherrschen. Beim Wohnort sollten Sie darauf verzichten, irgendeine Stadt in Deutschland anzugeben, und lieber ehrlich Ihren aktuellen Lebensmittelpunkt benennen. Auf vielen Profilseiten gibt es spezielle Bereiche, in denen Sie Ihr Interesse an einer Arbeit in Deutschland oder Ihre Umzugspläne zusammenfassen können. Zu guter Letzt empfiehlt es sich, nach Absolventinnen und Absolventen „Ihrer“ Hochschulen zu suchen, die in Deutschland arbeiten. Schreiben Sie sie an – nicht um sie nach offenen Stellen auszuhorchen, sondern um sie und ihre Erfahrungen kennenzulernen.

Kurzum, konzentrieren Sie sich auf das, worauf es bei der Online-Jobsuche am meisten ankommt: Überlegen Sie sich eine zeiteffiziente Strategie, nehmen Sie statt offener Stellen lieber interessante Unternehmen ins Visier und beachten Sie die Regeln und ungeschriebenen Gesetze, die bei der internationalen Stellensuche gelten. Nutzen Sie soziale Medien dabei gezielt und sinnvoll, ohne sich von der Flut an Informationen überwältigen zu lassen. 

Autor: Jessica Schüller

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Wer ist Jessica Schüller?

Jessica Schüller ist Graduierte und Erasmus Mundus-Stipendiatin im Rahmen des Programms Master in Research and Innovation in Higher Education (MaRIHE) an der Universität Tampere in Finnland und der Donau-Universität Krems in Österreich. Derzeit plant sie ihre Rückkehr in die USA, um dort im Bereich Bildungspolitik und Verwaltung zu promovieren. Dennoch möchte sie ihre binationale Karriere ausbauen und dafür zwischen Deutschland und den USA pendeln. Wohin auch immer es sie letztlich verschlagen wird, sollen Deutschland und die Zusammenarbeit mit Menschen aus Deutschland auch weiterhin eine prominente Rolle in ihrer Tätigkeit spielen. Hier können Sie mehr über ihre Arbeit erfahren und sich mit ihr in Verbindung setzen:

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Juli 2021

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