Corona in Lettland: „Die Regierung hat die richtigen Maßnahmen ergriffen“

Maija Kale promoviert an der University of Latvia am Department of Computer Science in Riga. Eine von ihr entwickelte digitale Anwendung vernetzt ältere und jüngere Menschen und erleichtert den Alltag während der Corona-Pandemie. 

Frau Kale, wie geht Lettland mit dem Coronavirus um?

Die Situation in Lettland ist vergleichsweise gut. Die Regierung hat schon früh die richtigen Maßnahmen eingeleitet, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern. Daher ist das Virus hier relativ gut unter Kontrolle. Ich hoffe, dass die Wirtschaftskrise die Gesellschaft nicht allzu hart treffen wird.

Wie hat sich Ihr Alltag verändert?

Ich arbeite von zu Hause aus und kümmere mich um meine beiden Töchter. Sie sind in der vierten und fünften Klasse und werden derzeit zu Hause unterrichtet. Das bedeutet jede Menge Arbeit und ist mit einer gewissen Routine verbunden – an die frische Luft gehen, die Kinder beim Lernen unterstützen, meine tägliche Arbeit erledigen und neue soziale Initiativen starten. Onlinemeetings finden jetzt sehr häufig statt, und sowohl für meine Kinder als auch mich gibt es viel zu lernen. Und dann gibt es noch den Einkauf, der – zumindest teilweise – meine Aufgabe ist.

Welche sozialen Initiativen haben sich in Lettland etabliert?

Ende März fand hier in Riga der virtuelle Hackathon HackForce statt. Das Ziel war es, technische und gemeinschaftliche Lösungen für die COVID-19-Krise zu finden. Ich entwickelte mit der #stayathome-Bewegung die Idee für eine Hotline. Mein Team belegte schließlich den fünften Platz. Seitdem arbeite ich an der Umsetzung dieser Idee. Bei dieser Initiative geht es darum, ältere Menschen, die mit digitalen Technologien nicht unbedingt vertraut sind, mit jungen und vernetzten Freiwilligen zu verbinden. Wenn sie bei der Hotline anrufen, erhalten ältere Menschen und andere, die während der Quarantäne Hilfe benötigen, Unterstützung. Das kann die Lieferung von Lebensmitteln oder Medikamenten bedeuten oder den Hund auszuführen.

Ich denke, dass das Alumniportal Deutschland eine wichtige Plattform sein könnte, auf der Alumni erzählen können, wie sie mit der COVID-19-Krise umgehen. Ganz nach dem Beispiel des Nordischen Ministerrats. Wenn diese Idee beim Alumniportal Deutschland auf Interesse stößt, würde ich mich freuen, Teil der Arbeitsgruppe zu sein!

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April 2020

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