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Dado Diop, Bamako, Mali

Name: Dado Diop

Lebt in:  Bamako, Mali

Deutschlandaufenthalt: 1995-2001 als Freemover und mit DSE-Stipendium

Forschungseinrichtung: Universität Tübingen

Beruf: Ärztin/Diabetologin

In Deutschland besuchte ich zunächst sechs Monate lang Deutschkurse, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Danach stieg ich beruflich ein, zunächst als Praktikantin und dann als Gastärztin im Bürgerhospital in Stuttgart in der Abteilung „Innere Medizin“. Meine deutschen Patienten haben mich akzeptiert und mir vertraut, trotz meiner Hautfarbe konnte ich ohne Probleme als Ärztin arbeiten.

„Außer dem Wetter habe ich nur gute Erfahrungen in Deutschland gemacht“

Die Deutschen sind meiner Meinung nach ehrlich. Sie sagen was sie meinen, sind keine Heuchler. Das ist mir aufgefallen und hat mir besonders gefallen. Außerdem sind die Deutschen fleißig und ich habe in Deutschland gelernt, meine Arbeit zu lieben. Was ich nicht mochte, war die Kälte, aber außer dem Wetter habe ich nur gute Erfahrungen in Deutschland gemacht.

Mir ist aufgefallen, dass die Menschen in Deutschland eher allein oder in kleinen Familien wohnen. In Mali wohnen oft alle unter einem Dach. Außerdem hat man bei uns immer Zeit, während man in Deutschland der Zeit hinterher rennt.

„Zusammen mit anderen Ärzten leisteten wir hier Pionierarbeit“

Mein Aufenthalt in Deutschland hat mich beruflich stark aufgebaut, ich konnte selbständig arbeiten und mir meine eigenen Ziele klar setzen. Als ich 2001 zurück nach Mali kam, eröffnete ich eine eigene Praxis. Ich spezialisierte mich als Diabetologin und war damit eine der ersten in meinem Land. Zusammen mit anderen Ärzten leisteten wir hier Pionierarbeit. Ich konnte also vielen Patienten eine Hilfe bzw. eine Hoffnung sein.

Bis heute läuft die Arbeit hervorragend! Das heißt, ich bin mit meiner Ausbildung sehr glücklich, weil ich damit vielen Menschen helfen kann. Die Patienten haben Vertrauen zu mir und sind sehr zufrieden, darüber bin ich sehr stolz.

„Ich finde den internationalen Austausch sehr wichtig“

Ich habe jetzt vor, meine Praxis mit moderner Ausrüstung auszustatten und mich mit anderen Kollegen zu organisieren und zu vernetzen, damit wir effektiver werden und in der Region mehr und mehr Menschen helfen können.  Außerdem möchte ich mich beruflich stark weiterbilden und auch den Nachwuchs hier ausbilden und beraten.

Ich finde den internationalen Austausch sehr wichtig. Ich habe zum Beispiel solide Kontakte mit ehemaligen Kollegen in Deutschland  weitergepflegt. Ich wünsche mir auch, irgendwann nach Deutschland zurückzukehren, um meine Kenntnisse aufzufrischen und mich weiterzubilden, weil sich die Medizin ständig weiterentwickelt. Hier in Mali gibt es kaum Möglichkeiten, sich in meinem Beruf weiterzuentwickeln. Deutschland ist, was die Medizin betrifft, auf internationaler Ebene einfach sehr fortgeschritten.

August 2012

Kommentare

Charlemagne
1. September 2012

Das ist eine tolle Beschreibung. Ich glaube, dass wir alle Malier Frau Dado Diop danken sollen, weil sie gewollt hat, nach ihr Studium Heim zurückzukehren, wo man sie mehr braucht. Ich finde ihre Intiative hervorragend. Was sie über Austausch gesagt hat, ist nur die Wahrheit. Was mir eigentlich bei ihr gafallen hat, ist ihre Innovationskraft. Ich glaube, wenn alle Alumunus wie sie machen, können wir viel erreichen. Also, nochmal vielen Dank Alumuniportal, um uns diese fantastische Beschreibung anzubieten. Dies ist no Comment!

Baba
31. August 2012

Schöne Beschreibung.
Es ist eine Chance für alle, die in Deutschland studieren und zurückzukommen, um zu arbeiten. Früher war es schwer nach zu fliegen, aber viele Leute versuchen heute dort zu arbeiten und zu studieren. Ausbildung in Deutschland ist perfekt.

Frank Kahnert
30. August 2012

Ein schönes Porträt. Ich bewundere Menschen, die es aus eigener Kraft schaffen, nach Deutschland zu gelangen, um dort zu studieren und/oder zu arbeiten. Toll, dass Frau Diop nun das Gelernte in Ihrem Heimatland Mali anwenden kann.

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