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#MissionResponsible: Bakhrom Radjabov über „Do It Yourself Garbage Lab”

Name: Bakhrom Radjabov
Lebt in: Taschkent, Usbekistan
Deutschlandaufenthalt: November 2009 bis Januar 2012
Bildungseinrichtung: Universität Kassel
Beruf: Trainer für Internationale Entwicklungsorganisationen im Bereich Innovationen/(Social) Entrepreneurship, Soft-Skills- und PR-Spezialist

Bakhrom Radjabov aus Usbekistan studierte Internationale Beziehungen am Staatlichen Institut für Orientalistik in Taschkent und Internationale Politische Ökonomie an der Universität Kassel. Er arbeitet als Trainer im Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).

Bei der Alumniportal-Mitmachaktion #MissionResponsible belegte Bakhrom Radjabov mit „Do It Yourself Garbage Lab” den zweiten Platz. Wir sprachen mit ihm über die Ziele des Projekts, kreative Nachhaltigkeit, soziales Engagement – und seine eigene Zukunft.

Herr Radjabov, das 2014 gestartete Projekt „Do It Yourself (DIY) Garbage Lab“ gehört zu den drei Preisträgern des Wettbewerbs #MissionResponsible. Was sind die Ziele –  und wie versuchen Sie, diese Ziele zu erreichen?

Bakhrom Radjabov: Ziel von „DIY Garbage Lab“ ist es, aus Abfall wie Holz oder Plastik auf innovative und kreative Weise etwas Brauchbares wie Möbel oder Souvenirs zu machen. Kinderspielplätze können mit Autoreifen und Holz verschönert werden. Oder jemand erfindet eine Dusche aus leeren Plastikflaschen für ländliche Gegenden mit Wasserknappheit.

Der Hauptgedanke dabei ist, Müll wiederzuverwenden, um damit die Umwelt zu schützen und gleichzeitig etwas Nützliches von den Menschen für die Menschen zu erschaffen – ganz im Sinne der Do-it-yourself-Kultur.

Zudem bringt das Projekt Menschen verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen – darunter auch Designer und Produzenten. Und es leitet vor allem junge Freiwillige an, sich für den Umweltschutz einzusetzen – und gleichzeitig Nützliches für Menschen mit wenig Geld oder einer Behinderung zu tun! So werden sozial schwache Familien unterstützt und das Gemeinschaftsgefühl über soziale Grenzen hinweg gestärkt.

Aus Spaß wurde Ernst

Wie kamen Sie dazu, sich bei „DIY Garbage Lab“ zu engagieren?

Bakhrom Radjabov: Unser Team im Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hatte nach zwei Workshops in Taschkent, bei denen lokale Gesellschaftsinnovatoren mit internationalen Experten zusammenarbeiteten, die Idee, ein „soziales Innovationslabor“ in Usbekistan einzuführen. Danach haben wir versucht, das, was wir theoretisch erarbeitet haben, in die Praxis umzusetzen. Dabei kam jemand auf die Idee mit dem Müll.

Zuerst haben wir gelacht. Aber dann haben wir damit Ernst gemacht, Geld aus dem UNDP eingeworben und angefangen. Mit dem ersten Prototyp war bei uns allen ganz schnell der Enthusiasmus da – von dem sich immer mehr Freiwillige anstecken lassen!

Wie wird Ihr Angebot angenommen und wie zufrieden sind Sie mit der Unterstützung, die Sie selbst für Ihre Arbeit erhalten?

Bakhrom Radjabov: „DIY Garbage Lab“ wird hervorragend angenommen! Ich erhielt Unterstützung von meiner Gemeinde, durch den #MissionResponsible-Wettbewerb vom Alumniportal Deutschland und von zahlreichen Unterstützern, die mein Blog gelesen hatten. Vielen Dank an alle! 

Wofür werden Sie den Gewinn in Höhe von 300 Euro einsetzen?

Bakhrom Radjabov: Wir brauchen für dieses ausgesprochen umweltfreundliche und innovative Projekt nicht viel Geld, denn wir brauchen eigentlich nur Abfall! Daher werden wir mit dem Gewinn Nägel, Hämmer, Sägen, Farben und Pinsel kaufen, um damit aus Abfall etwas Nützliches zu machen. Mit den Werkzeugen, die wir mit dem Preisgeld kaufen möchten, kann das DIY-Team fortlaufend immer wieder DIY-Veranstaltungen ausrichten.

„Es gibt so viele Möglichkeiten!“

Wie sieht die Zukunft von „DIY Garbage Lab“ aus?

Bakhrom Radjabov: „DIY Garbage Lab“ hat eine Zukunft, solange wir Menschen dafür interessieren können. Ich bin froh, dass dies in meinem Land bisher so gut funktioniert.Trotzdem ist es noch ein langer Weg, bis solche Do-It-Yourself-Initiativen hierzulande zu einem echten Trend werden. Das wäre aber bitter nötig. Nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz sind entscheidende Voraussetzungen für ein glückliches Usbekistan, das als Entwicklungsland besonders stark von der globalen Klimaänderung betroffen ist.

Aber unser Projekt ist natürlich nur eine Möglichkeit des Engagements. Es gibt so viele Möglichkeiten! Zudem ist „DIY Garbage Lab“ eine private Initiative. Es wäre aber schön, wenn Gemeindeverwaltungen mehr derartige Projekte an verschiedenen Orten organisieren würden.

Und wie wird es für Sie ganz persönlich beruflich und privat weitergehen?

Bakhrom Radjabov: Ich werde weiter versuchen, meine Arbeitserfahrung bei den Vereinten Nationen in Usbekistan und meine Networking-Möglichkeiten beim Alumni-Netzwerk zu nutzen, um Projekte in Usbekistan voranzutreiben. Außerdem biete ich private Beratung in Soft Skills wie öffentlicher Rede, Zeitmanagement oder Training für Trainer sowie bei Fundraising und Public Relations an.

Auch plane ich eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der internationalen Migration – und weitere interessante Reisen mit meiner Frau in fremde Länder.

Zum Profil von Bakhrom Radjabov in der Community

Interview: Thomas Köster

August 2015

Kommentare

Redaktion
26. August 2015

Here you can find the links of blog posts Bakhrom Radjabov has promised to you:

europeandcis.undp.org/blog/2013/04/03/the-future-of-social-innovation-in-uzbekistan/

europeandcis.undp.org/blog/tag/social-innovation-lab/

europeandcis.undp.org/blog/2014/04/22/scaling-an-ideal-solution-is-one-thats-always-changing/

Andreas Macht
26. August 2015

Mr. Radjabov,

I'm very happy about your quick response. I'll go through the mentioned references and still keep an eye on how you are innovating and processing in Usbekistan.

Best!

Bakhrom Radjabov
26. August 2015

Dear Mr. Macht,
thank you for your interest in our Project and your question to me. First of all I would like to mention that we have used certain type of garbage in the project because in Uzbekistan we also do not have advanced recycling mechanisms of garbage. Therefore, for starting your project in Kenya you might be interested to follow our way and later advance your "approach to garbage".
Regarding your question, I would like to recommend you to look at the links I share below which can navigate you in UNDP approach to social innovation. You will find brief but informative blog posts about innovation as well as some hints on organizations (Neste, Ashoka etc.) where you can find methodological support of your future project. Moreover, I can name Mr. Giulio Quaggiotto who used to work in UNDP Regional Office in Bratislava in Innovations Department and currently works in Nesta. I do not know his email but you can find his contacts in Linkedin or probably on NESTA webpage. Last but not least, I assume you can look for innovation hubs in Africa (also in Kenya) and consult about that on the webpage https://10innovations.alumniportal.com/crowdfunding.html

Colleagues from GIZ have prepared nice brochure which might be useful for you!

Best of luck!

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