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Mostafa Saidi, Rabat, Marokko

Name: Mostafa Saidi
Lebt in: Rabat, Marokko
Deutschlandaufenthalt: März 1996 bis Mai 1998 in Tübingen, Berlin und Speyer
Bildungs- und Forschungseinrichtung: Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer
Beruf: Angestellter im Ministerium für Verwaltungsmodernisierung

Im bin im März 1996 zum Studieren und Promovieren nach Deutschland gezogen. Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen und nicht in ein anderes europäisches Land wie beispielsweise Frankreich, basierte auf den Chancen und Möglichkeiten, die Deutschland für mich zu bieten hatte.Die Schule habe ich in Marokko absolviert. Es ist mir als Kind und Jugendlicher persönlich meist schwer gefallen, mich auf die Schule zu freuen, da ich immer ahnte, dass dort unmotivierte Lehrer warten, die mir meine Zukunft schwarz malen.

„In Deutschland habe ich zum Thema Organisation und Verwaltungsmodernisierung promoviert“

Nach dem Jura-Studium mit Schwerpunkt „Verwaltungswissenschaften“ an der Universität Sidi Mohamed Ben Abdellah in Fes, Marokko, wollte ich unbedingt im öffentlichen Dienst arbeiten. Nach fünf Jahren im Beruf entschied ich mich, noch einmal in die Forschung zu wechseln. Für diesen Zweck gehen die meisten Marokkaner für gewöhnlich nach Frankreich. Mir schien Deutschland mehr zu bieten, da die Forschungslandschaft dort sehr vielfältig ist und gute Voraussetzungen für eine Karriere im wissenschaftlichen Bereich bietet.

Im Gegenzug zum Studium in Marokko war die Zeit an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer entspannter. Als Student hatte ich die Freiheit, mein Studium selbst zu gestalten und so konnte ich mir das Lernen und die Freizeit gut einteilen.

„Deutschland hat auch seine Schattenseiten: viel zu viel Bürokratie, Gesetze und Regeln“

Mich verbindet vieles mit Deutschland: Freunde habe ich dort mittlerweile mehr als in Marokko. Deutschland hat allerdings auch seine Schattenseiten, so gibt es meiner Meinung nach viel zu viel Bürokratie, viele Gesetze und Regeln, die manchmal ganz einfach lähmend sind. Der Bürger bekommt teilweise den Eindruck, dass der Staat sich nur selbst verwaltet. Hier könnte viel verbessert und effizienter gestaltet werden. Auch beim Thema Chancengleichheit, sowohl für Frauen als auch für Immigranten, könnte noch viel verbessert werden.

In den vielen Jahren, die ich in Deutschland verbringen durfte, habe ich viel gelernt. Gleichzeitig war es mein Ziel, auch selbst einen positiven Beitrag für Deutschland zu leisten, und so habe ich versucht, in Deutschland Vorurteile gegenüber Ausländern abzubauen.

In den letzten zehn Jahren habe ich einen gewaltigen Sprung nach vorne erlebt, was die Entwicklung von Marokko angeht. Der Lebensstandard der Leute ist spürbar gestiegen. Die Infrastruktur, die für die Entwicklung eines Landes von großer Bedeutung ist, hat sich erheblich verbessert. Marokko hat nach wie vor ein großes Entwicklungspotenzial, allerdings wird dieses durch Schwächen in der Bildung noch gebremst. Die marokkanische Regierung muss handeln, damit das Bildungssystem den Bedürfnissen des schnell wachsenden, innovativen Arbeitsmarkts nachkommen kann.

„Die Diaspora kann ein Brückenbauer zwischen den Welten sein“

Ich denke, dass die Diaspora die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Marokko und Deutschland bietet. Auch deshalb bin ich Mitglied des Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerks (DMK). Ziel des Netzwerkes ist die Förderung nachhaltiger Entwicklung in Marokko und eine starke Unterstützung der Integration von aus Marokko stammenden Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland. Die Diaspora hat Zugang zu beiden Gesellschaften und Kulturen und kann daher die Verknüpfung optimal etablieren und betreuen. Die Diaspora kann ein Brückenbauer zwischen den Welten sein.

Im Rahmen der DMK-Aktivitäten haben wir in den letzten zwei bis drei Jahren verschiedene Projekte gestartet. Diese umfassen die Bereiche Wirtschaft, Gesundheit, Bildung und Forschung. Im Rahmen des GIZ-finanzierten Projektes „Wissenstransfer“ haben wir Instrumente für die Forschung der Universitäten in Rabat und andere Institutionen geliefert.

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Juli 2015

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