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Natassia Kudruatsava, Minsk, Weißrussland

Name: Natassia Kudruatsava
Lebt in: Minsk, Weißrussland
Deutschlandaufenthalt: Oktober 2009 bis Februar 2010
Bildungseinrichtung: Friedrich-Schiller-Universität Jena
Beruf: Übersetzerin

In meiner Zeit in Deutschland war ich Studentin im Fach Auslandsgermanistik an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) in Jena. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit meiner Diplomarbeit im Bereich der vergleichenden Linguistik beschäftigt.

„Der Aufenthalt in Deutschland hat mein Leben total verändert“

Vor allem in Hinblick auf die deutsche Sprache hatte der Aufenthalt in Deutschland großen Einfluss auf mein Leben. Obwohl ich mich schon vorher auf Deutsch verständigen konnte, habe ich in Jena richtig Deutsch sprechen und verstehen gelernt. Nach meinem Auslandssemester habe ich meine Diplomarbeit am Lehrstuhl für Deutsche Sprache geschrieben, obwohl Englisch mein Hauptfach war.

Es hat mir besonders gefallen, dass ich an der Universität in Jena meine Studienfächer selbst wählen und zusammenstellen durfte. So konnte ich mir die Fächer aussuchen, die mich besonders interessierten und die ich für meine zukünftige Arbeit benötige. Da man an deutschen Universitäten vieles selbst vorbereiten und erarbeiten muss, war es ein großer Vorteil, dass die Bibliotheken sehr gut ausgestattet sind und viel Material für die Studenten verfügbar ist. Bei uns in Weißrussland sind leider viele Bücher für Studenten nicht zugänglich.

„Ich habe noch nichts Leckereres gegessen als Zwiebelkuchen“

Es gibt große Unterschiede zwischen der weißrussischen und der deutschen Kultur, einiges hat mir aber sehr gut gefallen. Ich persönlich finde es gut, dass in Deutschland vieles selbst in die Hand genommen wird. Außerdem mag ich die Gewohnheit, dass sich die Leute am Freitag in Geschäften oder an der Universität ein schönes Wochenende wünschen.

In Jena habe ich mich für immer verliebt, manchmal vermisse ich die Stadt und ich hoffe, ich kann irgendwann wieder zu Besuch kommen. Es war schön, im Winter auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, Glühwein zu trinken und mit meinen Freunden Schlittschuhlaufen zu gehen. Thüringer Bratwurst und Zwiebelkuchen haben mir dort besonders gut geschmeckt.

Der Arztbesuch in Deutschland war für mich allerdings ein unangenehmes Erlebnis. Erst in der dritten Klinik wurde ich richtig behandelt. Die medizinische Versorgung ist sehr kompliziert, wenn man aus dem Ausland kommt. Tabletten und andere Medikamente bekommt man nur mit einem ärztlichen Schreiben (Rezept).

„Es ist noch offen, ob ich die Chance bekomme, meine Masterarbeit in Deutschland zu schreiben“

Im Moment arbeite ich als Übersetzerin für eine Firma, die Ersatzteile für Pkws und Lkws vertreibt. Dort betreue ich 23 Lieferanten aus Deutschland und Österreich, ich übersetze Rechnungen und Frachtbriefe. Außerdem helfe ich meinen Kollegen in Besprechungen mit ausländischen Kunden und Lieferanten.

Aus meiner Zeit in Deutschland habe ich noch Kontakt zu einer guten Freundin. Wir haben letzten Sommer unseren Traum verwirklicht und sind zusammen nach Sankt Petersburg gereist.


Für die Zukunft ist noch offen, ob ich die Chance bekomme, meine Masterarbeit in Deutschland zu schreiben. Ich habe Kontakt zu einigen Dozenten in Jena, die das Thema meiner Diplomarbeit sehr interessant und innovativ finden und mir angeboten haben, in diesem Bereich meine Masterarbeit an der FSU in Jena zu schreiben. Ich muss allerdings erst eine Möglichkeit finden, wie ich ein Masterstudium in Deutschland finanzieren kann.

Natassia Kudruatsava zum Alumniportal Deutschland

Im Alumniportal möchte ich zusätzlich Kontakte knüpfen und aktuelle Informationen über Studienmöglichkeiten in Deutschland herausfinden. Außerdem möchte ich über das Portal Deutsch üben und verbessern.

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Februar 2013

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