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#MissionResponsible: Rosaleda Reynoso über „Casita para la Vida”

Name: Rosaleda Reynoso
Lebt in: Santo Domingo, Distrito Nacional, Dominikanische Republik
Deutschlandaufenthalt: April 2003 bis März 2013
Bildungseinrichtungen: Goethe-Institut Mannheim-Heidelberg, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Städtebau-Institut der Universität Stuttgart

Rosaleda Reynoso ist Architektin. Von 2003 bis 2013 studierte sie Städtebau, Stadtsoziologie und Stadtplanung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der Universität Stuttgart. Heute lebt sie in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik.

Bei der Alumniportal-Mitmachaktion #MissionResponsible belegte Rosaleda Reynoso mit ihrem Projekt „Casita para la Vida“ den ersten Platz. Ihr Motto lautet: „Jeder hat ein Recht auf menschenwürdiges Wohnen!“

Frau Reynoso, Ihr Projekt „Casita para la Vida“ hat den ersten Preis im Wettbewerb #MissionResponsible gemacht. Herzlichen Glückwunsch! Was sind die Ziele des Projekts –  und wie versuchen Sie, diese Ziele zu erreichen?

Rosaleda Reynoso: Ziel von „Casita para la Vida“ ist es, die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in den armen ländlichen Gebieten in der Dominikanischen Republik zu beheben. Erreichen wollen wir dies durch angemessenen Lebensraum für betroffene Familien: sei es durch Neubauten, sei es durch Reparaturen. Da ersetzen wir alte Holzwände und Zinkbleche oder Lehmböden durch Zementestrich. Oder wir machen aus Latrinen richtige Toiletten mit Anschluss an die Wasser- und Abwasserversorgung.

Die Menschen in den sozialen benachteiligen Gebieten der Dominikanischen Republik verfügen nicht über die finanziellen Mittel und technischen Kennnisse, um ihre Häuser selbst herzurichten oder instand zu setzen. Viele Haushalte bestehen aus alleinerziehenden Müttern mit mehreren Kindern. Die meisten Frauen haben keine Ausbildung gemacht und ihr Einkommen ist sehr gering und unregelmäßig. Sie können sich nicht leisten, die Dienste von Architekten oder Ingenieuren in Anspruch zu nehmen. Dabei hat jeder das Recht auf menschenwürdiges Wohnen.

Das Team ist wichtig

Was waren Ihre ganz persönlichen Motive, sich bei „Casita para la Vida“ zu engagieren?

Rosaleda Reynoso: Ich wollte mit meinen Kenntnissen als Architektin Menschen in Armutslagen unterstützen! Aber „Casita para la Vida“ hat nicht nur mit mir zu tun. Es ist eine Gemeinschaftsleistung, bei der die Baukosten von einem Team getragen werden. Was wir benötigen, kaufen wir zusammen, für Transporte nutzen wir unsere Fahrzeuge.

Außerdem hilft mir das Team auch bei der Datenerhebung, bei der Interviews mit Familien in unterschiedlichen Gebieten durchgeführt oder der Bauzustand von Wohnungen untersucht wird. Auch das ist eine zusätzliche Motivation für mich.

Wie wird Ihr Angebot von den Familien angenommen und wie zufrieden sind Sie mit der Unterstützung, die Sie selbst für Ihre Arbeit erhalten?

Rosaleda Reynoso: Die Familien sehen, wie wir zu ihnen kommen, um ihnen freiwillig zu helfen – und wie sie bei der Hausgestaltung, über Baumaterialien, Grundrisse oder Farbanstriche mitbestimmen dürfen. Das macht sie froh und dankbar. Und die Partizipation der Bewohner am Bauvorhaben erhöht die Akzeptanz des Projekts.

Hinzu kommt, dass sich die Mütter und älteren Kinder am Bau beteiligen möchten. Das finden wir toll, weil wir ihnen dadurch unser Wissen und unsere technischen Fertigkeiten weitervermitteln können. „Lernen durch Handeln“ eben.

Das Projekt ermöglicht es den Müttern, ein sicheres Dach und einen Rückzugsort in Form eines Gemeinschaftshauses („Community space“) zu haben, in dem sie und ihre Kinder vor Witterungseinflüssen geschützt sind und mehr Platz haben, um ihre täglichen Tätigkeiten auszuführen.

Das Projekt geht weiter

Wie sieht die Zukunft von „Casita para la Vida“ aus? Wäre das nicht etwa auch ein Modell, das ebenso an anderen Universitäten und Standorten funktionieren könnte?

Rosaleda Reynoso: „Casita para la Vida“ wird sich fortsetzen, denn wir haben schon weitere arme Familien kennengelernt, deren Häusern sich in einem baufälligen Zustand befinden. Darüber hinaus hoffe ich, dass wir andere Menschen oder Städtebauorganisationen zu ähnlichen Projekten für menschenwürdiges Wohnen inspirieren – auch in anderen Ländern.

Zudem sollten sich mehr Fakultäten für Architektur und Bauingenieurwesen diesem Thema widmen, damit man Klarheit darüber gewinnt, welche Wohnungsstandards für die arme Bevölkerung angemessen sind – und wie diese Standards nachhaltig zu sichern sind.

Wofür werden Sie den Gewinn in Höhe von 300 Euro einsetzen?

Rosaleda Reynoso: Es soll Baumaterial gekauft werden, um am gemeinschaftlichen Haus eine neue Küche anzubauen.

Und wie geht es für Sie ganz persönlich weiter?

Rosaleda Reynoso: Ich arbeitete als projektleitende Architektin und als Dozentin im Bereich Stadtsoziologie, Städtebau und Stadtplanung an der Universidad Iberoamericana (UNIBE) in Santo Domingo. Damit habe ich meine Traumjob schon gefunden.

Zum Profil von Rosaleda Reynoso in der Community

Interview: Thomas Köster

August 2015

Kommentare

RosaL
21. August 2015

Hallo Usama, wir haben eine Facebook-seite erstellt, auf die wir Informationen über die Projekten teilen möchten: https://www.facebook.com/casitaparalavida/

usama mosad shams eldin
19. August 2015

liebe Rosaleda Reynoso
ich bin usama mien name ich bin mann von agypten
i habe chemi chemecal technical instute 1986 fach biology ich mochte studerien um Universität Stuttgart
hoffe ich „Lernen durch
meine facebook: https://www.facebook.com/shamsusama and email : shamseldin2000@yahoo.com

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