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Olena Lazorenko: unermüdlicher Einsatz für die SDGs in der Ukraine

Name: Olena Lazorenko
Lebt in: Kiew, Ukraine
Herkunftsland: Ukraine
Deutschlandaufenthalt: November 2008 in Berlin
Bildungs- und Forschungseinrichtung: Workshop der Heinrich-Böll-Stiftung / Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie zum Thema „Gender-Diversity-Management in South-East Europe“
Beruf: leitende Wissenschaftlerin an der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine

Von global zu lokal: Olena Lazorenko engagiert sich dafür, dass die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) in der Ukraine auch Lösungen für die wichtigsten Probleme des Landes liefert. Dabei hat die Deutschland-Alumna besonders die Gleichstellung von Frauen in Wirtschaft und Wissenschaft im Blick.

Wie die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung in einem Land umgesetzt werden, ist nicht nur Sache der Regierung. Auch Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatwirtschaft sollen ihren Input geben, so die Idee der Vereinten Nationen. Die Ukrainerin Olena Lazorenko reist viel herum, hält Vorträge, organisiert Meetings und schreibt Artikel und Blogbeiträge, damit die Lokalisierung der SDGs in ihrem Heimatland diesem Anspruch gerecht wird.

Lokalisierung der Agenda 2030

Nicht nur das SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ betrifft die lokale Ebene. Auch die meisten anderen Ziele für nachhaltige Entwicklung sind hier direkt oder indirekt relevant. Deshalb müssen die SDGs gemäß dem Motto „Global denken – lokal handeln“ von der internationalen über die regionale und nationale bis auf die lokale Ebene heruntergebrochen werden. Dafür braucht es Strategien, Mechanismen und Instrumente, mit deren Hilfe sich in den Städten und Gemeinden konkrete Ergebnisse für die Umsetzung der Agenda 2030 erzielen lassen.

Toolbox for Localising the Sustainable Development Goals

Olena Lazorenko ist Wissenschaftlerin und ehrenamtlich Vorsitzende des ukrainischen Verbands berufstätiger Frauen (League of Professional Women, LPW). Für die Deutschland-Alumna steht außer Frage, dass es für die Strategie zur Umsetzung der Agenda 2030 nationale Konsultationsprozesse braucht – verstanden als beratende Demokratie. Konkret meint sie damit etwa Expertengespräche, Workshops und wissenschaftliche Konferenzen, die alle einen intensiven Austausch ermöglichen.

„Breit angelegte Partizipation ist ein Muss“

Lazorenko liebt und lebt diesen Austausch. Sie war 2016 als Vertreterin der LPW an den nationalen Konsultationen zu den SDGs in der Ukraine beteiligt. Dabei gelang es ihr mit ihren Mitstreiterinnen von der LPW, bei den Themen Hochwertige Bildung (Ziel 4), Geschlechtergleichheit (Ziel 5) und Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (Ziel 8) die Perspektive von Frauen und der Wirtschaft einzubringen. Ein großer Erfolg: Ihre Vorschläge wurden in den offiziellen Bericht aufgenommen, der die Ausgangssituation in der Ukraine beschreibt und nationale Richtwerte für die Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung liefert.

Zur Umsetzung der Agenda 2030 gehört auch, das bislang Erreichte zu bewerten. „Ich hoffe, dass die Ukraine im kommenden Jahr einen freiwilligen Fortschrittsbericht vorlegen wird. Nichtregierungsorganisationen sollten auf jeden Fall an dieser Analyse beteiligt sein und für diese Aufgabe finanzielle Unterstützung erhalten“, sagt Olena Lazorenko. Prinzipiell empfiehlt sie der ukrainischen Regierung, sowohl national als auch lokal Multi-Stakeholder-Partnerschaften mit der Zivilgesellschaft und anderen Akteuren zu etablieren.

Olena Lazorenkos Rede im SDG-Studio beim Global Festival of Action in Bonn 2018 (englisch)

Für eine stärkere Beteiligung von Frauen weltweit

Beteiligung geht für sie aber auch über nationale Grenzen hinaus. Die LPW ist seit Kurzem Mitglied der Women’s Major Group (WMG), die im Rahmen von politischen Prozessen der Vereinten Nationen die Stimme von Frauen vertritt und deren Partizipation fördert. „Wir wollen Teil einer globalen Bewegung sein. Die internationale Interaktion öffnet einem die Augen für neue Lösungsansätze“, so Olena Lazorenko. Mit den Major Groups ermöglichen die Vereinten Nationen allen gesellschaftlichen Gruppen, an der Erarbeitung und Umsetzung der SDGs teilzuhaben.

Aber nicht nur in der großen Politik engagiert sich Olena Lazorenko für die Umsetzung der SDGs. Sie wird mit der LPW auch selbst aktiv. Im Januar 2018 starteten sie etwa die virtuelle „Female Entrepreneurship and Intellectual Community“. Sie soll die unternehmerischen Fähigkeiten ukrainischer Frauen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Zivilgesellschaft und Bildung verbessern.

Olena Lazorenko wünscht sich, dass die Bevölkerung in der Ukraine noch viel über die Agenda 2030 lernt. Dafür hat sie etwa die Veranstaltung „Ukrainian Political Uzvar about the Future of Ukraine and its Way Forward“ im Amerikahaus in Kiew mitorganisiert und einen Artikel zum Thema „Arts and the Sustainable Development Goals in Ukraine“ veröffentlicht. Wichtig ist ihr dabei, die Meinungsvielfalt zu bewahren und „immer unterschiedliche Positionen zu präsentieren und zu diskutieren.“ Ihre Motivation ist, in Kooperation mit anderen Akteuren langfristig ihr Heimatland fit für die Zukunft zu machen. Dafür setzt sie sich unermüdlich ein. Und dafür hat die Deutschland-Alumna noch viele Ideen.

Zum Community-Profil von Olena Lazorenko

Diskussion zur Lokalisierung der Agenda 2030

Wie bekannt sind die SDGs in Ihrer Heimat? Welche konkreten Aktivitäten zur Lokalisierung der Agenda 2030 gibt es? Und was muss aus Ihrer Sicht für eine stärkere Lokalisierung der Agenda 2030 in Ihrem Land geschehen? Diskutieren Sie mit uns und anderen Deutschland-Alumni in der Community-Gruppe „Nachhaltigkeit / Sustainability“!

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Autorin: Susanne Reiff

August 2018

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