Grüne Energie in Afrika: ANSAP bringt Alumni-Ideen voran

Das Energieprojekt Alumni Network and Support for African Participants (ANSAP) setzt auf die Ideen und das Wissen afrikanischer Alumni. In Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) wird es von der Berliner RENAC energy and climate gGmbH an den Start gebracht. Der international ausgerichtete Bildungsanbieter ist spezialisiert auf Technologien zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Wer sich an dem Programm beteiligen kann und was es Alumni nützt, erklärt RENAC-Geschäftsführer Berthold Breid.

Herr Breid, worum geht es beim Projekt ANSAP?

Es gibt viele Afrikanerinnen und Afrikaner, die in Deutschland studiert oder eine Ausbildung gemacht haben und mit dem technischen Know-how zu Erneuerbare Energie-Technologien und Energieeffizienz gerüstet sind. Was ihnen fehlt ist die Möglichkeit, sich in Peergroups zu vernetzen. Es ist für sie nur schwer herauszufinden, wer sich in ihrem Heimatland mit ähnlichen Themen und Projekten im Bereich grüner Energien beschäftigt. Hier setzt unser Projekt an: Wir schaffen eine Plattform, auf der sich Alumni aus allen afrikanischen Ländern austauschen und Partner finden können. Darüber hinaus bieten wir ein Online-Trainingsprogramm an, das Teilnehmende bei der Entwicklung ihrer Projektideen im Bereich Grüne Energietechnologien – Green Energy - unterstützt.

Was beinhalten diese Trainings?

Know-how zu Technik, Wirtschaftlichkeit und Projektentwicklung für Green Energy. Seit 12 Jahren bilden wir Teilnehmende aus mehr als 160 Ländern aus und greifen dabei auf ein Netzwerk ausgewiesener Expertinnen und Experten aus der Energietechnologie und aus dem Finanzsektor zurück. Davon profitieren Alumni im ANSAP-Programm, die in ihren Heimatregionen nachhaltige Energieprojekte vorantreiben wollen.

Sie entwickeln ihre Vorschläge im engen Austausch mit unserem Netzwerk aus Mentorinnen und Mentoren weiter und werden von unseren Expertinnen und Experten aus dem Bereich Projektentwicklung und Finance darin unterstützt, tragfähige Businesspläne zu erstellen. Am Ende steht ein „bankable proposal“, das ihre Chancen auf eine Finanzierung erhöht. Die Ausbildung ist komplett virtuell konzipiert und wird vor allem über Online-Workshops und Video-Konferenzen organisiert. 

Ist das Format den Corona-Beschränkungen geschuldet?

Die Idee dazu ist bereits vor der Pandemie entstanden. Grundsätzlich bieten wir viele unserer Trainings oder Capacity Building Services online an und machen damit gute Erfahrungen. Es ist sinnvoll, Bildungsprogramme, an denen Menschen aus vielen verschiedenen Ländern teilnehmen, virtuell auszurichten. Das spart Reisekosten und ist aktiver Klimaschutz. Erkauft ist dieses Format mit dem Nachteil, sich nicht physisch begegnen zu können. Andererseits erreichen wir auf digitalem Weg auch Zielgruppen, die sonst nicht an ANSAP teilnehmen könnten.

Wer kann sich bewerben?

Während die Plattform den Austausch von Alumni aus allen afrikanischen Ländern anregt, richtet sich das Trainings- und Mentoringprogramm an Interessenten aus den neun Partnerländern der BMZ-Initiative „Grüne Bürgerenergie für Afrika“, mit der wir eng zusammenarbeiten – Benin, Elfenbeinküste, Äthiopien, Ghana, Mosambik, Namibia, Senegal, Uganda and Sambia. ANSAP richtet sich an Alumni, die sich in Deutschland bereits mit Fragen erneuerbarer Energien oder Energieeffizienz beschäftigt haben – im Rahmen eines Studiums, einer Ausbildung oder eines Trainings.

Die technischen Skills sollten vorhanden sein, es muss jedoch kein ausgewiesen „grüner“ Abschluss gewesen sein. Wer in Deutschland beispielsweise ganz klassisch Elektrotechnik studiert hat und in seinem Heimatland jetzt ein Projekt in Richtung Erneuerbare Energien anschieben will, kann sich bewerben.

Wie viele Plätze stehen zur Verfügung?

Bislang ist das Programm auf zwei Jahre angelegt, pro Jahrgang nehmen jeweils 60 Alumni teil. Die Online-Trainings laufen über drei bis vier Monate, an die sich eine Prüfungsphase und der Abschluss mit Zertifikat anschließt. Die Ausbildung ist an ein Mentoringprogramm gekoppelt, für das sich 20 der Absolventinnen und Absolventen qualifizieren können. Eine durchaus wettbewerbsorientierte Komponente, bei der die Qualität der Abschlussprojekte den Ausschlag gibt. Das Programm endet mit virtuellen Pitch Sessions, in denen die Teilnehmer der Endrunde ihre Ergebnisse vor Expertinnen und Experten, möglichen Partnern oder Finanzierern vorstellen.

Was ist das Besondere an diesem Programm?

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und schaffen einen Raum, in dem Alumni von erfahrenen Experten und Expertinnen begleitet und gefördert werden. Wir arbeiten dabei auch mit der Alexander von Humboldt-Stiftung, der GIZ oder mit Afrika-Vereinen direkt vor Ort zusammen, die bei der Umsetzung nachhaltiger Energieprojekte wichtige Multiplikatoren sind. In unserem Programm erhalten Alumni genau das Fachwissen, das nötig ist, damit sie ihre Ideen auch in die Tat umsetzen können. Das ist gut für sie selbst – und für ihr Herkunftsland. 

Wann geht das Projekt an den Start?

Im Mai 2021 geht es mit den Bewerbungen für die Trainings los. Wir integrieren ANSAP in das Alumniportal Deutschland des DAAD, ein aus unserer Sicht perfektes Match. Es hat die Interessen und Themen internationaler Alumni im Fokus und bietet uns technisch alle wichtigen Features, um eine starke Community aufzubauen. Über ein Unterportal können sich Alumni aus allen afrikanischen Ländern für den Austausch in der ANSAP-Community registrieren und sich zu Themen wie Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit oder Umweltschutz vernetzen. Die Anmeldung für das Online-Training erfolgt über ein Anmeldungsformular auf der RENAC Website, dazu sind Lebenslauf und Motivationsschreiben gefragt. 

Autorin: Gunda Achterhold

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Mai 2021

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