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Erneuerbare Energien: Attraktive Ausbildung mit Perspektive

Die Branche der erneuerbaren Energien in Deutschland ist erfolgreich: Jedes Jahr wächst die Zahl der Beschäftigten um zehn Prozent. Kein Wunder, denn deutsche Unternehmen sind in Solartechnik und Windenergie Weltmarktführer. Um den Bedarf an Fachkräften zu decken, entstehen immer mehr neue Studiengänge und Ausbildungsangebote in diesem Bereich - schon jetzt gibt es über 250.

Ein Viertel davon ist speziell auf das Thema erneuerbare Energien ausgerichtet, die anderen bieten Vertiefungen an, etwa in der Solartechnik oder der Energieelektronik. „So viele verschiedene Möglichkeiten, in der grünen Branche Fuß zu fassen, gibt es vermutlich in keinem anderen Land“, meint Theo Bühler vom Wissenschaftsladen in Bonn, der über Qualifizierungswege informiert.

Hochschulen und Wirtschaft sind in Deutschland traditionell eng verzahnt. Damit stellen sie sicher, dass den Studierenden exakt das Fachwissen vermittelt wird, das die Hersteller von Windrädern oder Solarzellen später brauchen. Doch auch in der Grundlagenforschung liegt Deutschland vorne, etwa mit renommierten Forschungsinstituten wie dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg. Hier können Nachwuchswissenschaftler ihre Abschlussarbeiten und Dissertationen bearbeiten.

Weltweit verbunden

Deutsche Hochschulen sind international gut vernetzt. So waren im Studiengang „Postgraduate Programme Renewable Energy“ an der Universität Oldenburg seit seiner Gründung vor 24 Jahren Studierende aus über 80 Ländern zu Gast. Und im „European Master in Renewable Energy“ an derselben Uni, einem Projekt von acht europäischen Universitäten, absolvieren die Studierenden ihre Ausbildung in zwei bis drei Ländern.

Für eine Ausbildung an einer deutschen Hochschule nehmen ausländische Studierende einen großen Aufwand auf sich – wie Gustavo de Abreu Rodrigues, der eigens dafür Deutsch lernte. Der 22-jährige Brasilianer studiert in São Paulo physikalische Technik. Mit UNIBRAL, einem Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Partnerorganisation CAPES in Brasilien, besucht Rodrigues ein Semester lang den Spezialisierungskurs Solartechnik an der Hochschule Gelsenkirchen. „Dieses Programm ist nicht nur sehr bekannt sondern auch begehrt, weil das Studium in Brasilien stark theoretisch ist“, so Rodrigues, „In Deutschland hingegen kann ich mehr praktische Fächer studieren.“ Brasilien habe vor allem auf die Wasserkraft gesetzt, öffne sich aber gerade für die Solartechnik. „Mein Ziel ist, Forschung und Produktion von Solarmodulen in Brasilien voranzutreiben“, sagt Rodrigues.

 

Nähe zur Praxis

Wer noch mehr Nähe zur Praxis wünscht, ist in dualen Studiengängen gut aufgehoben. Sie verbinden eine praktische Industrieausbildung in einem Betrieb mit einem Hochschulstudium. So erwerben Studierende an der Fachhochschule Erfurt neben dem Bachelor in Gebäude- und Energietechnik auch einen Gesellenbrief als Elektroniker oder Anlagenmechaniker.

Darüber hinaus gibt es ein breites Spektrum von Bachelor- und Masterabschlüssen in Disziplinen wie „Nachhaltige elektrische Energieversorgung“ (Universität Stuttgart) oder „Umweltingenieurwissenschaften" (Universität Weimar). Wer bereits einen Abschluss hat, findet verschiedene berufsbegleitende Weiterbildungen, auch als Fernstudium, sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Promotion, etwa in Graduiertenkollegs oder Promotionsstudiengängen.

Juli 2011

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