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Digitale Medien studieren: Spannend, vielseitig, international

Digitale Medien hatten 2013 einen Erlös am Gesamtmarkt von 32 Prozent. Der Anteil wird, so lautet eine Prognose von PriceWaterhouseCoppers (PwC), bis 2017 auf 42 Prozent ansteigen. Beste Aussichten also für alle, die ein Studium der digitalen Medien planen oder begonnen haben.

Medienstudiengänge sind erstaunlich vielseitig. Die beiden Alumni Danh-Quy Nguyen aus Vietnam und Christine Wandolo aus Kenia berichten von ihren Erfahrungen an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, wo sie den bilingualen Master-Studiengang „International Media Studies“ abgeschlossen haben. Das Studium hat sich für Danh-Quy Nguyen gelohnt, denn er hat schon vor seinem Abschluss ein Jobangebot als Redakteur bei den Zeitschriften ELLE MAN und ELLE DECORATION in Vietnam bekommen, die zu den größten Modemagazinen der Welt gehören.

„International Media Studies“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Der Master-Studiengang „International Media Studies“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist eine Kooperation mit der Universität Bonn und der Deutschen Welle, dem Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Bonn. Das Studium findet im Funkhaus der Deutschen Welle statt. Der bilinguale Studiengang verbindet Medien und Entwicklungszusammenarbeit und soll in vier Semestern zum „internationalen Medienprofi“ qualifizieren. „Unser Ziel ist, dass die ausländischen Absolventen anschließend in ihre Heimatregionen zurückgehen und dort die Chance bekommen, in Führungspositionen aufzusteigen", betont Studienleiter Christoph Schmidt in einem Interview.

Die Kenianerin Christine Wandolo schätzte am Studium besonders den internationalen Aspekt: „Ich hatte Kommilitoninnen und Kommilitonen aus 13 verschiedenen Ländern weltweit und habe deshalb sehr viel gelernt. Außerdem war es sehr aufschlussreich, alle Aspekte der Medien kennenzulernen – Print, Online-Medien, Rundfunk und Video.“ In vielen Ländern, so auch in Kenia, schreiten digitale Medien massiv voran – so soll ab Herbst 2014 das kenianische Fernsehen digitalisiert sein.

Christine Wandolo kommt aus Kenia und hat auch zwischen 2009 und 2011 ihren Master in „International Media Studies“ gemacht. Nach einem Praktikum in München arbeitete sie für eine internationale Organisation in Tanzania.

Danh-Quy Nguyen hat von 2009 bis 2011 an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg den bilingualen Master-Studiengang „International Media Studies“ belegt und ist jetzt Redakteur bei der Zeitschrift ELLE in Vietnam.

Digitale Medien: Studium ist vielseitig und qualifiziert zum Medienprofi

Sucht man nach dem Begriff „Medienstudium“, so findet man alle Studiengänge, die mit Medien zu tun haben – ein sehr weites Feld. Dazu zählen neben Medieninformatik auch Kommunikationsdesign, Mediendesign, aber auch Medienmanagement und Medienwirtschaft und schließlich Medienpädagogik. So vielfältig wie die Studiengänge, so vielfältig sind die Berufe: Medienexperten gibt es beispielsweise in der Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, bei Radio und Fernsehen, bei Zeitungen und Magazinen und in Bildungsreinrichtungen und Agenturen.

Medienstudiengänge sind schwerpunktmäßig ausgerichtet auf Technik, Design oder Management. Einige Medienstudiengänge kombinieren die Komponenten: Die Universität Bremen bietet zusammen mit der Hochschule für Künste Bremen den Studiengang „Digitale Medien“ auf Bachelor und Master an – hier finden sich Themen wie Sound Studies, Temporäre Architektur oder Interaction Design. Die Staatliche Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe (HfG) bietet unter anderem Kurse in zeitgenössischer Ton- und Videokunst, 3D-Gaming, Social Media und Onlinekultur an. In einem hochschuleigenen GameLab, Digital Cinema Laboratory oder Sound- und Radiostudio wird praktisch gearbeitet und es geht auch um die Zukunft der digitalen Medien.

Bachelorstudium Digitale Medien an der Uni Bremen

Mit den Augen der Studierenden

Der Master-Studiengang „International Media Studies“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg legt Wert darauf, Forschung, Lehre und Praxis zu verbinden, wobei die Themen Medien und Entwicklung, Journalismus, Kommunikationswissenschaft und Medienwirtschaft mit einem großen Teil an praktischen Arbeiten kombiniert werden. „Der Kurs bietet interessante Einblicke in unterschiedliche Mediensysteme, Kernthemen und Realitäten. Und zwar mit unseren Augen – als Journalisten, Insider und Protagonisten dieser Systeme“, erläutert Danh-Quy Nguyen. „Wir haben nicht nur Wissen erlangt, sondern, und das ist noch wichtiger, auch kulturelle Sensibilität. Denn kulturelle Sensibilität bringt uns dazu, über die Grenzen zu blicken und so manches Vorurteil, so manche vorgefasste Meinung beiseite zu legen und das Gesamtbild in einem anderen Licht zu betrachten. Seitdem denke ich unabhängiger und frage immer nach dem Was, Warum und Wie.“

Digitale Medien – ein ständiger Wandel

„Die Welt der Medien verändert sich täglich und das, was ich heute schreibe, ist morgen schon überholt”. So fasst Danh-Quy Nguyen das zusammen, was wir alle täglich erleben – einen stetigen Wandel, immer neue digitale Darstellungs- und Kommunikationsformen. Wer weiß, wie lange Twitter, Facebook und Co. noch bestehen? In Kenia, so berichtet Christine Wandolo, sind digitale Medien gerade hochaktuell, junge Leute widmen sich intensiv der Kommunikation über Facebook, Twitter, Instagram oder Whatsapp.

Was wird als Nächstes kommen? Studierende können davon ausgehen, dass sie sich immer wieder den neuesten Medien-Entwicklungen anpassen müssen. Social Media werden auf jeden Fall ein Thema bleiben und, wie Danh-Quy Nguyen meint, „unser Leben verändern, unseren Lebensstil und auch die Art und Weise, wie wir von ihnen abhängig werden und weniger von der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Unser Medienkonsum hat sich dramatisch und vollständig gewandelt – und das alles in wenigen Jahren!“

Der Mensch wird immer online sein

„Mobiltelefone und Smartphones werden überall verwendet“, sagt Danh-Quy Nguyen. „Und das nicht nur um zu kommunizieren, sondern auch um sich über Apps und Videos zu informieren oder zu spielen.“ Auch Experten und Wissenschaftler, die vom amerikanischen Meinungsforschungsinstitut Pew Research zur digitalen Zukunft befragt wurden, sind sich einig, dass die Vernetzung in Zukunft bei jedem und überall präsent sein wird: „Der Austausch von Informationen über das Internet wird so stark in unser Leben eingebunden sein, dass die digitalen Datenmengen unsichtbar wie Strom durch unser Leben fließen werden“. Joe Touch, Direktor am Institut für Informationswissenschaften der University of Southern California, meint in der Umfrage, dass es gar keine Frage ist, ob man online geht. Man wird „immer online sein.“ Und das wird natürlich Auswirkung auf die digitalen Medien und die Medienstudiengänge haben.

Deutsche Welle Akademie

Die Akademie der Deutschen Welle (DW) bietet an den Standorten Bonn und Berlin interkulturelle und professionelle Medientrainings an. Seit 2009 gibt es den eigenen Medienstudiengang „International Media Studies“, eine Kombination aus Medienentwicklung, Medienmanagement, Journalismus und Kommunikationswissenschaft.

Interviews und Diskussion über Medienstudiengänge in der Community

Studieren Sie auch Medienwissenschaften? Eventuell sogar mit dem Schwerpunkt digitale Medien? Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Studium? Gibt es Ihren Ländern interessante Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien?

Berichten Sie uns über Ihre Erfahrungen und tauschen Sie sich zum Thema Medienstudiengänge in der Community-Gruppe „Studium und Forschung“ aus. Dort finden Sie auch die vollständigen Interviews mit Danh-Quy Nguyen und Christine Wandolo (englisch) sowie Rodrigo Rodembusch aus Brasilien.

Zur Community

Autorin: Sigrid Born

Juni 2014

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