3 Finde ich gut

3 Fragen zum digitalen Lernen

Professor Jürgen Handke von der Universität Marburg betreibt mit dem Virtual Linguistics Campus die weltweit größte Lernplattform für Inhalte der englischen und allgemeinen Sprachwissenschaft. Seit 2006 hat er seine Lehre nach und nach vollständig digitalisiert. 2015 erhielt er den „Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre“.

Video: The Virtual Linguistics Campus (englisch)

Herr Professor Handke, wie verbreitet sind digitale Lernangebote an den deutschen Hochschulen?

Professor Handke: Es gibt einige Hochschulleitungen und Dozenten, die sich sehr stark engagieren. Trotzdem verbreitet sich die digitale Lehre nur langsam in der Fläche. Viele Hochschullehrer haben einfach keine Lust auf Veränderung. Aber ich glaube, dass durch das Hochschulforum Digitalisierung gerade einiges in Bewegung kommt. Hier konnten sich viele „Macher“ vernetzen und austauschen, vom Rektor bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter. Außerdem setze ich darauf, dass eine wichtige, oft vernachlässigte Interessengruppe aktiv mehr digitale Lehre einfordern wird: die Studierenden.

Sind Sie da nicht zu optimistisch?

Professor Handke: Nein, gerade erst hat das Studierendenparlament der Universität Bayreuth ein Manifest erstellt, in dem der Ausbau der digitalen Lehre verlangt wird. Man muss den Studierenden nur klarmachen, welche Vorteile die digitale Lehre für sie hat. Schließlich steigt dadurch der Studienerfolg. Wir bieten unseren Studierenden einen Medienmix aus Texten, Hyperlinks, Videos, interaktiven Spielen und elektronischen Assessmenttests, mit denen sie sich die Inhalte erarbeiten können. Jeder wählt aus, was am besten für ihn passt. So sind die Studierenden viel besser vorbereitet als früher.

Das freut dann auch die Dozenten ...

Professor Handke: Absolut, die inhaltliche Tiefe ist viel größer, seit die Studierenden sich das Wissen schon vorab online erarbeiten. In den Präsenzveranstaltungen löchern sie mich geradezu mit Fragen. Als ich noch herkömmliche Vorlesungen hielt, wurden nur ganz wenige Fragen gestellt, da bin ich oft frustriert nach Hause gegangen. Heute macht mir die Lehre viel mehr Spaß!

(c) Miriam Hoffmeyer/Societäts-Medien, LETTER 03/2016

LETTER – Das Magazin für DAAD-Alumni erzählt spannende Geschichten aus Wissenschaft, Kultur, Deutschland und dem DAAD-Alumni-Netzwerk.

August 2017

Kommentare

Abdoulaye Koumbeou
23. Juli 2018

Meiner Meinung nach gibt das Digitales Lernen den sehr engagierten Lernenden viel Autonomie u. mehr Freiheit. Mir ist es wertvoll, irgendwo und irgendwann lernen zu können: im Bus, Restaurant, Bett sogar in der Bahn.
Hier in der Republik von Benin ist das Digitales Lernen sehr beschränkt, wegen der Bedingungen. Aber trotzdem schätze ich das E-Learning. Ich gebe meinem Smartphone kaum Zeit, wenn ich frei habe.:)

akadem-ghostwriter.de
13. Oktober 2017

Digitale Technologien werden unser Srudium und insgesamt unser Leben leichter machen. Das mus auf jeden Fall früher oder später passieren. Das macht viel Spaß, wenn man alles online haben und bekommen kann.

Dipl.-Ing. Elghi E. Segovia
16. August 2017

Prof Handtke ist voellig Recht : seit meinem Diplom an der TU-Dresden 1970 (Wasserbau, usw) hab nie aufgehoert mein Fach- u. Wissenschaftskenntnisse zu erweitern ! Und wie ? Durch die Digitalisierung der Medien : zuerst durch FEM-Modelle u. Computer-Kurse in den USA; dann mit der Sofort-Ueberweisung von Berichten/ Zeichnungen zw. Kontinenten - meine Employer sind spez. Fachberater-Firmen die ueberall auf der Welt agieren (letzlich bin in Indien u. SAmerika taetig).
It pays off to get earlier submerged into the "Digitalisierung-Studieren" !

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