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Auf der Suche nach der richtigen Uni: Wie können Hochschulrankings helfen?

Sie möchten studieren – am besten an einer guten Hochschule? Wir stellen Ihnen die drei Hochschulrankings CHE, U-Multirank und CTWS Leiden vor und erklären, wie Sie die Bewertungen nutzen können, um die Hochschule zu finden, die am besten zu Ihnen passt. 

Wer studieren möchte, insbesondere im Ausland, greift gerne auf internationale Hochschulrankings zurück. Mit diesen Ranglisten soll die Qualität von Forschung und Lehre an den Hochschulen der Welt vergleichbar gemacht werden. Die wichtigsten und einflussreichsten sind dabei das Shanghai-Ranking  und die beiden angelsächsischen Rankings „Times Higher Education World University Ranking“ (THE) und QS World University Ranking.

Neben diesen internationalen und eher forschungsorientierten Rankings haben sich in Europa Beurteilungsportale gegründet, die neue Bewertungs- und Darstellungsmethoden ausprobieren. Dazu gehören das deutsche CHE Hochschulranking, das relativ neue europäische U-Multirank und das niederländische CWTS Leiden Ranking. Wir zeigen, was diese Rankings anders machen und wie Sie damit eine Hochschule finden können, die für Sie richtig ist.

CHE Hochschulranking

Das CHE Hochschulranking sammelt und bewertet Informationen über deutschsprachige Hochschulen. Damit ist es besonders interessant für Studierende, die sich schon für Deutschland als Studienland entschieden haben. Das Ranking listet Gruppen von Hochschulen mit ähnlichen Bewertungen auf, statt hierarchische Rangliste der „besten“ Universitäten aufzustellen.

Insgesamt werden mehr als 300 Hochschulen mit rund 40 Studienfächern beurteilt. Neben Fakten zu den Fachbereichen und Studiengängen liegen den Bewertungen die Einschätzungen von rund 150.000 Studierenden und 9.000 Professoren zugrunde. Im Mittelpunkt des Hochschulrankings stehen die Interessen von Schülern und Studierenden. Die Informationen sollen ihnen bei der Wahl des Studienfachs und der passenden Hochschule helfen.

Dazu muss man in einem ersten Schritt das eigene Fachgebiet und den angestrebten Studienabschluss auswählen. Danach hat der User die Möglichkeit anzugeben, welche Kriterien ihm für die Wahl der Hochschule wichtig sind. Bis zu sechs Merkmale kann man auswählen – unter anderem, wie gut die Hochschule ausgestattet ist (beispielsweise die Labore), inwieweit Forschung gefördert wird (etwa für Doktoranden) oder wie international die Hochschule ausgerichtet ist, also wie viele internationale Professoren dort unterrichten.

Eine Ergebnistabelle zeigt die passenden Hochschulen und deren Beurteilungen bei den gewünschten Kriterien. Je nach Auswahl kann man sich jetzt ansehen, wo die Mieten günstig sind, wo Studienanfänger gut unterstützt werden oder wo die Studiensituation einfach gut eingeschätzt wird.

Was ist das CHE Hochschulranking?

U-Multirank

Das europäische U-Multirank bewertet seit 2014 Hochschulen weltweit, darunter auch rund 90 deutsche. Hier kann man zum Beispiel gezielt Informationen über eine Hochschule abrufen oder diese mit anderen vergleichen. Ziel ist es nicht, die beste Universität zu küren, sondern Studierenden zu helfen, die zu ihnen passende Hochschule zu finden.

Auch hier wird – ähnlich wie beim CHE Ranking – ein interaktiver Fragebogen ausgefüllt. Zunächst werden Fachgebiet und angestrebter Studienabschluss ausgewählt. Dann wird ermittelt, was die zukünftige Hochschule auszeichnen soll: Soll sie forschungsorientiert sein, sich international engagieren oder Beziehungen zu Unternehmen und anderen Organisationen in der Region haben?

Beim U-Multirank liegen den Empfehlungen die Angaben von rund 1.500 Hochschulen – darunter auch (Fach-)Hochschulen und Kunstakademien – aus rund 100 Ländern zugrunde. Die Fächerrankings beruhen auf den Beurteilungen von 100.000 Studierenden.

Wie funktioniert U-Multirank? (englisch)

CWTS Leiden Ranking

International ausgerichtet ist auch der Blick des CWTS Leiden Rankings. Mehr als 900 Universitäten aus mehr als 50 Ländern werden untersucht. Dieses Ranking wendet sich insbesondere an Forscher, Nachwuchswissenschaftler und Projektleiter. Im Fokus steht daher, welchen wissenschaftlichen Einfluss die Universitäten erreichen und wie stark sie in die internationale Zusammenarbeit eingebunden sind.

Gemessen wird dies unter anderem daran, wie oft die wissenschaftlichen Artikel einer Universität zitiert werden. Die (internationale) Ko-Autorenschaft oder die Zusammenarbeit mit der Industrie bei der Erstellung der Artikel dienen als weitere Merkmale dafür, wie eng die Hochschule mit anderen, auch weltweiten Partnern zusammenarbeitet.

Auch das CWTS Leiden Ranking will nicht nur eine schlichte Rangliste bieten, sondern einen etwas tieferen Einblick in die Leistungen der Hochschulen ermöglichen. Die Ergebnisse des Rankings werden daher in drei verschiedenen Varianten dargestellt: als Rangliste, als Diagramm, das den Vergleich zweier Merkmale ermöglicht, oder in der Verteilung auf einer interaktiven Weltkarte.

CWTS Leiden Ranking 2016: „Moving beyond just ranking“ (englisch)

Grenzen der Hochschulrankings

Auch wenn diese Bewertungsportale mit unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten und versuchen, ein möglichst genaues Bild der Hochschullandschaft zu zeichnen: Hochschulrankings können nicht alles erfassen. Individualisierte Vorschläge sind sicherlich hilfreich, eine eigene Bewertung und Einschätzung können sie aber nicht ersetzen. Und auch keine Garantie geben, dass die favorisierte Universität den Vorstellungen entspricht.

Autorin: Sabine Giehle

Helfen Hochschulrankings bei der Wahl der richtigen Universität?

Wo haben Sie studiert oder promoviert? Wie haben Sie Ihre Universität gefunden? Welche Erfahrungen haben Sie mit Hochschulrankings gemacht? Kennen Sie jemanden, der über eine solche Rangliste sein Glück gefunden hat – oder auch nicht? Berichten Sie uns und anderen Alumni von Ihren Erfahrungen in der Gruppe „Studium, Forschung und Bildung“.

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Januar 2018

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