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Retter in der Not – Katastrophenmanagement ist ein Studium mit vielseitigen Berufsaussichten

Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen und Dürren bedrohen die Bevölkerung weltweit – und es werden immer mehr. Daher braucht man dringend Menschen, die wissen, was im Katastrophenfall zu tun ist. Ein Katastrophenmanagement-Studium bereitet darauf vor.

In den zwei Jahrzehnten seit den 1990er Jahren hat sich die Zahl der Naturkatastrophen von etwa 200 auf mehr als 400 pro Jahr verdoppelt. Experten schätzen, dass neun von zehn Katastrophen auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Seit 1975 haben weltweit mehr als 2,2 Millionen Menschen durch Naturkatastrophen ihr Leben verloren, erklärt die Internationale Strategie zur Reduzierung von Katastrophen (International Strategy for Disaster Reduction, ISDR) der Vereinten Nationen. Zwei Drittel der Opfer und Schäden sind auf Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere Wetterphänomene zurückzuführen.

Katastrophenmanagement verbindet verschiedene Studiengänge

Parallel zu den Naturkatastrophen und Krisen steigt auch der Bedarf an Katastrophenmanagern. Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement oder auch Krisenmanagement gehören zusammen und verlangen ganz unterschiedliche Kompetenzen: In verschiedenen Studiengängen lernen die Studierenden, wie man als Katastrophenmanager die Nachwirkungen humanitärer Krisen und Naturkatastrophen in den Griff bekommt. Sie lernen, was es heißt, Notfallpläne zu erstellen, Einsätze zu koordinieren oder einen Krisenstab einzurichten.

Das Ziel der Ausbildung: für die Herausforderungen des Berufes zu sensibilisieren, globale Netzwerke zu schaffen und internationale Standards für das Katastrophenmanagement zu formulieren. Inhaltlich kombiniert das Studium natur- und geisteswissenschaftliche Inhalte wie Logistik, Medizin, Politik, Anthropologie, Psychologie, Strukturkenntnisse, Praxisorientierung sowie Methoden der Risikoanalyse.

Beispiele für Bachelor- und Masterstudiengänge

Es gibt in Deutschland und vielen anderen Ländern eine ganze Reihe von Studiengängen, sowohl mit Bachelor- als auch mit Masterabschluss. Jede Universität hat ihre eigenen Schwerpunkte. An der Hochschule Magdeburg-Stendal gibt es zum Beispiel den Bachelor-Studiengang „Sicherheit und Gefahrenabwehr“, an der Universität Bonn einen Master namens „Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement“.

An der Bauhaus-Universität in Weimar sollen Studierende des englischsprachigen Masterstudiengangs „Natural Hazards and Risks in Structural Engineering“ lernen, welche verheerende Wirkung Erdbeben, Tsunamis, Fluten und Stürme auf Gebäude und Infrastruktur haben. Vorsorge ist hier der Schwerpunkt und sie lernen, was für den Bau neuer Gebäude wichtig und nötig ist. Hier findet man viele Studenten aus dem Ausland, denn vor allem sie kennen aus ihren Heimatländern Erdbeben oder Fluten. Den Hazards-Studiengang gibt es bereits seit 2003 in Weimar, seit 2006 vergibt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) dafür auch Stipendien.

Internationale Katastrophenmanagement-Studiengänge

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universidad de Concepción (UdeC) in Chile arbeiten als strategische Partner zusammen. Sie planen den gemeinsamen, innovativen Cross-Border-Masterstudiengang „Regionalwissenschaft/Ciencias Regionales“, der die gemeinsame Forschung fördern soll. Die Schwerpunkte werden sein: Katastrophenmanagement und vulnerabilitätsorientierte Raumplanung. Der geplante Masterstudiengang richtet sich an Absolventen der Sozial- und Umweltwissenschaften aus Chile und Deutschland. Nach ihrem Studium sollen sie in öffentlichen und privaten Einrichtungen mit räumlichem Planungsbezug arbeiten können. Die Kurse und Seminare finden sowohl in Chile als auch in Deutschland statt. Der Unterricht ist auf Deutsch und Spanisch.

Die Studentin Sandra von der Londoner Kingston University berichtet über ihren Studiengang Katastrophenmanagement (englisch).

Gute Berufsaussichten für Katastrophenmanager

Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement setzen unterschiedlichste Kompetenzen voraus. Neben den Fachkenntnissen, die im Studium erworben werden, sind Durchsetzungsfähigkeit, Entscheidungsfreude und politisches Gespür eine wichtige Voraussetzung.

Absolventen eines Katastrophenmanagement-Studiums haben vielfältige Arbeitsmöglichkeiten: in staatlichen oder nicht-staatlichen Organisationen, im privaten Sektor, für Banken, Firmen, Kirchen, Forschungseinrichtungen oder Regierungen. Die meist projektbezogene Arbeit bietet zwei Möglichkeiten: Entweder arbeitet man vor Ort oder koordiniert die Hilfe vom Büro aus. Und auch wenn die Thematik Katastrophenmanagement eine dramatische Ursache hat, so ist es doch ein sehr interessantes Studium in einem Berufsfeld, das immer abwechslungsreich sein wird und in dem der Hilfeaspekt an erster Stelle steht.

Mai 2013

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Kommentare

Leah
17. November 2015

Es werden in diesem Bereich sehr interessante Master-Studiengänge vorgeschlagen, aber nicht genau gesagt mit welchem bachelor-Studiengang man starten kann. Gibt es dazu irgendwelche Informationen?
herzlichen Dank

Alumniportal Redaktionsteam
28. November 2014

Lieber Andi Jung,

bitte beachten Sie die externen Links in der rechten Spalte – eine Übersicht über Studiengänge im Bereich Sicherheit und Rettung finden Sie beispielsweise unter studieren.de/rettungsstudium.0.html

Herzliche Grüße

Alumniportal Deutschland – Redaktion

Andi Jung
28. November 2014

Ich Interessiere mich für den Studiengang Katastrophenmanagement. Können sie mir Informationen zuschicken

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