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Kunst, Musik oder Design in Deutschland studieren: Das Talent zum Beruf machen

Sie haben ein künstlerisches Talent und möchten dies gern zu Ihrem Beruf machen? Dann käme ein Studium aus den Bereichen Kunst, Musik oder Design infrage. Und Deutschland wäre dabei als Ort für Ihr Studium keine schlechte Wahl.

Auch wenn Deutschland eigentlich als das Land der exakten Wissenschaften und der Ingenieure bekannt ist, lassen sich auch künstlerische Fächer in Deutschland gut und erfolgreich studieren. In vielen Fällen ist sogar eine Förderung durch ein Stipendium möglich – sowohl für deutsche als auch für internationale Studierende. 

Sie haben ein besonderes künstlerisches Talent an sich entdeckt und möchten dies gern durch ein Studium ausbauen und später zu Ihrem Beruf machen? Dann bietet Ihnen der Studienstandort Deutschland eine Vielzahl an Möglichkeiten. Der deutsche Hochschulkompass ist ein Internetportal, das über deutsche Hochschulen und deren Studienangebote informiert. Für die Fächergruppe „Kunst, Musik, Design“ werden dort deutschlandweit knapp 1.600 Studiengänge aufgeführt.

Künstlerische Begabung muss nachgewiesen werden

Wer aus dieser Vielzahl an Studienorten und Studiengängen seine Auswahl getroffen hat, auf den wartet eine Menge Arbeit. Bei der Fächergruppe „Kunst, Musik, Design“ steht das eigene gestalterische und künstlerische Schaffen im Mittelpunkt. Wenn ich mich also für einen Studiengang aus dieser Fächergruppe entscheide, dann muss ich mit meiner Bewerbung ein besonderes künstlerisches Talent nachweisen. Wie genau die künstlerische Begabung nachzuweisen ist und welche Unterlagen eingereicht werden muss, steht meist auf der Webseite der jeweiligen Hochschule.

Die Bewerbungsphase kann zum Beispiel so ablaufen:

  • Zunächst muss ich eine Mappe mit künstlerischen Arbeiten von mir einreichen.
  • Wenn der Hochschule meine Mappe gefällt, werde ich zu einer Art Vorstellungsgespräch eingeladen. Auch hier muss ich beweisen, dass ich ein künstlerisches Talent habe und für den Studiengang geeignet bin.
  • Läuft auch der zweite Teil erfolgreich für mich, werde ich von der Hochschule angenommen und kann mein Studium beginnen.

Die künstlerische Eignungsprüfung findet oft ein Jahr vor dem eigentlichen Studienbeginn statt. Auch das Einreichen von künstlerischen Arbeiten muss in der Regel weit vor Studienbeginn erfolgen. Wer sich für einen künstlerischen Studiengang interessiert, sollte sich also frühzeitig über die Bewerbungsvoraussetzungen und Fristen bei der jeweiligen Hochschule informieren!

Wie haben Sie sich für Ihren Studiengang entschieden?

Durchhaltevermögen und eine gute Planung notwendig

Für ein künstlerisches Studium abseits der gemeinhin als erfolgversprechend geltenden Fächer wie Jura, Wirtschaft oder Ingenieurswissenschaften braucht man jedoch nicht nur ein besonderes Talent. Damit sich das Studium im beruflichen Leben später auch auszahlt, ist neben einem langen Atem und Durchhaltevermögen auch eine gute vorausschauende Planung erforderlich. Denn die anschließende Jobsuche  im Bereich Kunst, Musik oder Design ist alles andere als einfach. Darauf weist auch das deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel Online“ in einem Artikel von Mitte März 2017 hin:

„Man muss nicht nur ein Kunsttalent sein, sondern auch ein Organisationstalent, besonders nach dem Studium.“


Deshalb sollten Sie sich vor Studienbeginn und im Laufe des gesamten Studiums immer wieder die folgenden Fragen stellen:

  • Was genau möchte ich später mit meiner Qualifikation machen? Welche Berufsbilder kommen für mich mit einem künstlerischen Studium überhaupt infrage?
  • Welche Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen werden mir in meinem Studiengang vermittelt, die ich später im Arbeitsleben gebrauchen kann?
  • Welche Qualifikationen sollte ich zusätzlich zum Studium erwerben – zum Beispiel durch Praktika, Nebenjobs, einen Auslandsaufenthalt oder gezielte Weiterbildungen?
  • Wie baue ich mir bereits während des Studiums ein gutes Netzwerk auf, das mir später bei der Jobsuche helfen kann? Zum Beispiel könnte ich gezielt Veranstaltungen besuchen oder Kontakte zu Studierenden aus höheren Semestern aufbauen und pflegen.
  • Bei welchen Unternehmen oder Institutionen könnte ich mir auch später vorstellen zu arbeiten? An diese könnte ich zum Beispiel Initiativbewerbungen für Nebenjobs schreiben.

Förderung des künstlerischen Studiums durch Stipendien

Der Studienort Deutschland bietet nicht nur eine Vielzahl an möglichen Studiengängen in der Fächergruppe „Kunst, Musik, Design“ an. Unter bestimmten Bedingungen werden Sie bei einem künstlerischen Studium auch mit einem Stipendium unterstützt.

Um solch eine Unterstützung zu bekommen, ist viel Eigeninitiative gefragt. Zunächst müssen Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten eingeholt werden. Auf einigen Internet-Plattformen finden sich Datenbanken mit Suchfunktionen, die zu den passenden Stipendien führen – wir haben eine Auswahl für Sie zusammengestellt:

Außerdem lohnt es sich, als Studierender aus dem Ausland bei der jeweiligen Zieluniversität nachzufragen. Meistens gibt es Ansprechpartner für „Internationales“ oder ein „International Office“. Die hier tätigen Mitarbeiter geben einen guten Überblick und Tipps zum Aufspüren des richtigen Stipendiums. Auch viele Webseiten von Universitäten weisen auf Fördermöglichkeiten hin.

Selbst wenn Sie sich für ein Stipendium im künstlerischen Bereich keine guten Chancen ausrechnen, lohnt sich ein Versuch. Nach Angaben der „Initiative für transparente Studienförderung“ gibt es in Deutschland über 2.000 Stiftungen, die Stipendien an Schüler, Studierende oder Doktoranden vergeben. Deshalb sei die Möglichkeit, ein Stipendium zu bekommen, gar nicht so gering, wie viele annehmen.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Und selbst, wenn Sie zunächst abgelehnt werden: Versuchen Sie es ruhig noch einmal! Häufig können sich hier ein langer Atem und Hartnäckigkeit auszahlen. Die Fähigkeit, Herausforderungen mit Durchhaltevermögen und einer absoluten Zielstrebigkeit zu begegnen, benötigen Sie für ein künstlerisches Studium ohnehin.

Denn eines steht fest: Ein Studium der Fächergruppe „Kunst, Musik, Design“ ermöglicht zwar die Entwicklung und Entfaltung ganz persönlicher, individueller Fähigkeiten und Talente. Die Suche nach einer angemessen bezahlten Anstellung gestaltet sich nach dem Ende des Studiums jedoch ungleich schwieriger als beispielsweise mit einem Master in Wirtschaftswissenschaften.

Fazit: Wenn Sie

  • die schwierige Jobsuche im Voraus einkalkulieren,
  • sich regelmäßig hinterfragen,
  • sich bereits während des Studiums gut auf die Arbeitswelt vorbereiten und
  • fachfremde Zusatzqualifikationen erwerben,

dann können Sie mit einem künstlerischen Studiengang nicht nur erfolgreich, sondern wahrscheinlich auch ziemlich glücklich werden.

Lesen Sie dazu das Interview mit Deutschland-Alumna Natalia Freitas aus Brasilien: „Ein Leben ohne Kunst kann ich mir nicht vorstellen“

Zum Interview

April 2017

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