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Studieren im Ausland: Ein deutscher Hochschulabschluss ist weltweit möglich

Was ist für Sie das überzeugende Argument, in Deutschland zu studieren? Ein angesehener deutscher Hochschulabschluss? Erfahrung mit deutscher Sprache und Kultur? Beides können Sie auch außerhalb von Deutschland bekommen – vielleicht sogar in Ihrem Heimatland.

Denn deutsche Hochschulen reagieren mit ihrem besonderen Angebot auf eine steigende Nachfrage nach Studium und Weiterbildung. Insbesondere die Schwellenländer, die zwar wirtschaftlich immer erfolgreicher sind, haben es bisher noch nicht geschafft, Bildungssysteme aufzubauen, die den Standards in den Industrieländern entsprechen. Die Folge: Viele junge Menschen aus Schwellenländern studieren im Ausland, um international anerkannte Abschlüsse zu erhalten.

Studieren im Ausland liegt im Trend

Die australische Austauschorganisation ipd hat ausgerechnet, dass sich der Bedarf an transnationaler Ausbildung bis 2025 vervierfachen wird. Die Hälfte der Angebote wird nach dieser Berechnung vor Ort nachgefragt, also in den Schwellenländern selbst. Deshalb geht der Trend dahin, Bildungsangebote in diese Länder zu exportieren.

Deutsche Universitäten ermöglichen seit zehn Jahren Studien im Ausland, und zwar in Form von Studiengängen an ausländischen Partnerhochschulen. Inzwischen sind es 44 Projekte, verteilt über die ganze Welt, die meisten in China und Russland. So bietet die Hochschule Osnabrück an der chinesischen Universität Hefei den Studiengang Logistikmanagement an – ein Fach, dass sonst nirgendwo in China belegt werden kann. Die Absolventen erhalten neben dem Zeugnis ihrer eigenen Universität auch einen deutschen Hochschulabschluss.

Studieren im Ausland nach deutschen Standards hat viele Vorteile. Das Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“ wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) entwickelt. Alle Studiengänge werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert. Dafür müssen sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. So kann jeder Student sicher sein, dass die Kurse auf hohem Niveau stattfinden.

Die Standorte der deutschen Hochschulen im Ausland sind in der Regel deutlich kleiner als die Mutterhochschule: An der renommierten Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zum Beispiel sind 30.000 Studierende eingeschrieben. An ihrem Ableger, der German University of Technology in Oman, studieren nur 160. Die Professoren können ihre Studierenden also intensiv betreuen – anders als an mancher großen deutschen Universität.

Breites Angebot: Von Agrarwirtschaft bis zu deutscher Sprache und Kultur

Für die Exportstudiengänge spricht auch ihre Nähe zur Praxis. Viele sind gezielt entwickelt worden, um den Fachkräftemangel in einer Region zu beseitigen. So sagt Valentina Sinichenko, Absolventin des Masterkurses Agricultural Management an der ukrainischen Agraruniversität Sumy: „Die Verbindung zwischen einer praxisbezogenen Ausbildung und dem Deutschunterricht war für mich sehr hilfreich bei der Arbeitssuche. Gerade im Agrarbereich werden in Osteuropa Führungskräfte gesucht, die sowohl fließend Deutsch als auch Russisch sprechen."

Deutsche Sprache und Kultur sind Teil der meisten Studiengänge. Zwar können sie durch das Studieren im Ausland nicht so lebendig vermittelt werden wie in Deutschland. Dafür gehören deutsche Sprache und Kultur aber fest zum Lehrplan und werden geprüft. In Deutschland hingegen ist es den Gaststudierenden oft selbst überlassen, wie viel sie vom Land kennenlernen.

Studieren im Ausland ist nicht kostenlos

Ein klarer Unterschied zwischen den deutschen Hochschulen und ihren Standorten im Ausland ist die Finanzierung. Während das Studium in Deutschland generell kostenlos ist, muss man für das Studieren im Ausland mit Studiengebühren bis zu 3.000 Euro pro Semester rechnen. Dafür entfallen jedoch die Kosten für Reise und Wohnen in Deutschland. „Außerdem zahlt sich auch die intensivere Betreuung am Ende aus“, sagt Burkhard Rauhut. Der Rektor der German University of Oman weiß, dass der eher anonyme Lehrbetrieb an vielen deutschen Hochschulen ausländischen Studierenden Probleme macht: „Die Folge sind häufig Misserfolge und zu lange Studienzeiten.“

Was halten Sie von der Idee, deutsche Studiengänge im Ausland anzubieten? Was ist der deutsche Hochschulabschluss in Ihrer Heimat wert? Und wie viel zählt die Erfahrung, im Ausland gelernt und gelebt zu haben? Schreiben Sie uns Ihren Kommentar, beteiligen Sie sich an der Abstimmung (Rechte Spalte) oder erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen in der Community-Gruppe „Studium und Forschung“.

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November 2011

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Kommentare

Dilrabo
12. Februar 2013

Hallo Ich habe eine Frage. Haben Sie eine Geledenheit, ein oder zwei Monat durch Stipendien in Deutschland oder Osterreich zu studieren und wie?

Rolf Gajewski
5. Februar 2013

Grundsätzlich eine gute Sache. Allerdings fällt die kulturelle Erfahrung eines Studiums in Deutschland weg, was aus politischen und wirtschaftlichen Gründen erwünscht wäre.

Tomas Maita Baltazar
23. Juni 2012

Hallo habe eine frage , darf ich mit Fachhochschulereifen-Abschluss ins Ausland studieren zum Besipiel im Südamerika ?

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