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Demografischer Wandel: Aktiv in die Zukunft

Mit unserer Reihe „Die Welt von Morgen“ werfen wir einen Blick in die Zukunft und berichten über Trends und innovative Forschungsprojekte. Heute schauen wir in den Spiegel und betrachten unsere Gesellschaft. Es vollzieht sich ein grundlegender demografischer Wandel in Deutschland: Die Menschen werden im Durchschnitt älter, bleiben länger gesund und haben weniger Kinder. Welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind, das zeigen die Ausstellungen, Diskussionen und Forschungsprojekte im Wissenschaftsjahr 2013.

Seit dem Jahr 2000 ruft das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) jährlich ein Wissenschaftsjahr mit einem aktuellen Motto aus. Zwölf Monate lang laden Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Politik zu Ausstellungen, Diskussionen und Mitmachaktionen in ihre Einrichtungen ein. Erwachsene und Kinder erfahren dabei unmittelbar, wie der Stand der Forschung zum jeweiligen Themenschwerpunkt aussieht und welche konkreten Beiträge die Wissenschaft für unser Leben leistet.

Das Wissenschaftsjahr 2013 widmet sich dem Thema demografischer Wandel. Dieser Begriff beschreibt die Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung. Unter dem Motto „Die demografische Chance“ tauschen sich Wissenschaftler und Forscher zusammen mit beteiligten Partnern und Interessierten zu den folgenden drei Aspekten des demografischen Wandels aus: „Wir leben länger. Wir werden weniger. Wir werden vielfältiger.“

Jung und Alt gestalten den demografischen Wandel gemeinsam

Der Trend ist nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa zu beobachten: Wir werden immer älter, oder anders gesagt: Die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt. Die Gründe dafür sind eine verbesserte medizinische Versorgung sowie gesündere Ernährung und mehr Bewegung. Das Thema demografischer Wandel beschäftigt Wissenschaftler verschiedener Disziplinen wie Medizin, Biologie oder Sportwissenschaft. Diese versuchen unter anderem die Frage zu beantworten, was uns möglichst lange fit und aktiv hält.

Im Bereich der Bildung wird ebenfalls zum Altern geforscht: Welche Chancen stecken im Lebenslangen Lernen oder wie bleibt unser Gehirn im Alter lernfähig? Um solche und ähnliche Fragen zu beantworten und um Forschungsergebnisse erfolgreich umzusetzen, ist ein Umdenken notwendig.

Forschungsprojekt „Umdenken“

Die Folgen, die ein grundlegender demografischer Wandel haben wird, beschäftigen aber auch die Politik. Neue Konzepte helfen zum Beispiel dabei, den Herausforderungen einer größeren Pflegebedürftigkeit im Alter zu begegnen. So fördert die Bundesregierung Pflege-Wohngemeinschaften, in denen ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt unter einem Dach leben und gleichzeitig auf ambulante Pflege zurückgreifen können.

Unter dem Stichwort „Wir werden weniger“ müssen auch die Unternehmen umdenken. Die Geburtenrate in Deutschland bleibt niedrig bleibt und die Bevölkerungszahlen gehen zurück. Deshalb versuchen Unternehmen, ihre qualifizierten älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lange zu behalten und Nachwuchsfachkräfte zu gewinnen oder verstärkt Frauen und ausländische Fachkräfte einzubinden. Das Forschungsprojekt TANDEM etwa fördert den Kompetenz- und Erfahrungsaustausch zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern.

Der demografische Wandel ist vielfältig

Ein demografischer Wandel bringt nicht nur eine veränderte Altersstruktur mit sich, sondern auch ein verändertes Verhältnis von Inländern und Zuwanderern. Der kulturelle Reichtum in Deutschland geht auf das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zurück. Nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich profitiert das Land von dieser Vielfalt. Denn bei einer kleiner werdenden Gesellschaft lautet die Frage, wie sich unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit sichern lässt.

Forscherinnen und Forscher der Fachhochschule Bielefeld untersuchen zum Beispiel, unter welchen Bedingungen Frauen aus Einwandererfamilien in Deutschland erfolgreich sind. Anhand von Lebensläufen ermitteln sie Aufstiegsfaktoren und Karrierebremsen, um anschließend Empfehlungen für die zukünftige Personalentwicklung geben zu können.

Juli 2013

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