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Alumni-Netzwerk in Kolumbien: Die Netzwerker

Wer nach einem längeren Studium oder Aufenthalt im Ausland in sein Heimatland zurückkehrt, muss manchmal erst wieder neue Kontakte knüpfen – zum Beispiel, um einen Arbeitsplatz zu finden. Wenn es dann eine Anlaufstelle gibt, ist das eine große Hilfe. In Kolumbien unterstützt die Vereinigung ASPREA („Asociación de Profesionales con Estudios en Alemania“) Rückkehrer dabei, wieder Fuß zu fassen. „Wir haben viele Kontakte: zu Firmen, Ministerien und Organisationen“, sagt Orlando Castillo, Präsident bei ASPREA. „So können wir Leuten, die nach Kolumbien zurückkehren, häufig einen Arbeitsplatz vermitteln.“ 

Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kolumbien

ASPREA ist eine Vereinigung für Kolumbianer, die in Deutschland mit Unterstützung eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) studiert haben. Mit seiner Arbeit fördert die Vereinigung die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kolumbien – und das seit mittlerweile 40 Jahren. Die Zahl der Kolumbianer in Deutschland ist über die Jahre immer weiter gestiegen, sagt Castillo. „Es gibt momentan mehr als 3.200 Kolumbianer, die dort ihre Doktorarbeit machen oder ein Forschungsstudium oder einen Master absolvieren“, sagt er. Kein Wunder also, dass ASPREA mittlerweile 350 Mitglieder zählt. 

Deutsch lernen und netzwerken

Die Mitglieder des Alumni-Vereins helfen nicht nur Rückkehrern, wieder in Kolumbien Fuß zu fassen. Sie informieren Studierende auch im Vorfeld, die gerne nach Deutschland gehen wollen; beispielsweise über einzelne Studienorte in Deutschland und die sprachlichen Voraussetzungen für das Studium. ASPREA organisiert in Kolumbien zudem Treffen mit Vertretern großer deutscher Firmen, wie etwa von Lufthansa. Außerdem treffen sich die Mitglieder ab und zu, um in lockerer Runde Deutsch zu sprechen und so sprachlich fit zu bleiben. Einmal im Jahr organsiert ASPREA zudem eine Veranstaltung mit hochkarätigen Experten.

Erneuerbare Energien dringend gebraucht

2019 stand das Thema „Erneuerbare Energien“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. Welche Chancen bietet der Einsatz von Wind-, Sonnenergie und anderen „grünen“ Energiequellen in Kolumbien? Und welche Herausforderungen gibt es? Darum ging es bei dem Seminar Ende September 2019 mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik.

Derzeit liefert die Wasserkraft etwa 70 Prozent der Energie in Kolumbien. Der restliche Anteil entfällt auf Kohle und Gas. „Die Großstädte werden gut mit Energie versorgt“, erzählt ASPREA-Vorstandsmitglied Oscar Villalobos. Doch in ländlichen Regionen lasse die Versorgung teilweise zu wünschen übrig. Sowohl im Flachland als auch an den Küsten ist der Bedarf an zusätzlicher Energie hoch, erklärten die Redner bei der Veranstaltung. Dort könnten Erneuerbare Energien künftig zum Einsatz kommen.

Lohnender Einsatz

Insgesamt seien die Voraussetzungen, um regenerative Energien einzusetzen, sehr gut, betonten die Experten bei der ASPREA-Veranstaltung: Denn Kolumbien ist nicht nur ein Land, in dem viel die Sonne scheint. Zudem bieten die Küstenstreifen zum Pazifik und zum Karibischen Meer hin gute Standorte für Windenergieanlagen. Durch die zahlreichen Vulkane im Land stünden auch die Chancen für den Einsatz von Geothermie gut. „Die Experten waren sich einig, dass sich der Einsatz von Erneuerbaren Energien in Kolumbien lohnt“, erzählt Oscar Villalobos.

Zu der Veranstaltung hatte ASPREA neben Rednern aus Kolumbien auch Experten aus Uruguay, Ecuador und Mexiko eingeladen. Sie berichteten, wie sie den Wandel hin zu Erneuerbaren Energien gemeistert haben. Außerdem spielten gesellschaftliche Herausforderungen eine Rolle. Denn in den Regionen Kolumbiens, in denen viele Indigene leben, ist der Wandel zu Erneuerbaren Energien nicht so einfach umsetzbar. Neue Technologien stießen dort erstmal oft auf Ablehnung, sagt Oscar Villalobos. „Auch diese gesellschaftlichen Herausforderungen müssen thematisiert werden.“

Investoren finden und informiert bleiben

ASPREA-Veranstaltungen wie diese können sehr nützlich für die Teilnehmer sein, erzählt Alberto Grajales. Bei der Veranstaltung Ende September stellte zum Beispiel ein Student seine Erfindungen vor, die sich rund um das Thema Erneuerbare Energie drehen. Auf diese Weise fand er Investoren, die nun die Entwicklung seiner Erfindungen fördern.

Kontakte aufbauen und pflegen, die Karriere voranbringen, die Sprachkenntnisse pflegen – die Mitglieder von ASPREA profitieren in vielerlei Hinsicht von der Mitgliedschaft. Und durch die eigene ASPREA-Zeitung bleiben alle Mitglieder gut informiert, wann interessante Veranstaltungen stattfinden oder wo es freie Stellen gibt. Auch Ausflüge unternehmen die Mitglieder gemeinsam, wie etwa in diesem Jahr auf einen Gletscher. Und an Weihnachten geht es jedes Jahr ganz klassisch zu: Dann organisiert ASPREA ein Weihnachtskonzert mit deutsch- und spanischsprachigen Weihnachtsliedern für alle Vereinsmitglieder und ihre Verwandten. „Das ist mittlerweile eine Institution in Bogotá – darauf freuen sich alle jedes Jahr“, sagt Alberto Grajales.

Im kommenden Jahr soll es dann voraussichtlich auch einmal wieder eine gemeinsame Reise nach Deutschland geben. Denn der direkte Kontakt und Austausch stärkt die deutsch-kolumbianischen Beziehungen am allerbesten.

Autor: Hendrik Bensch

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November 2019

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