DAAD-Alumnus Dr. Sospeter Njeru auf dem Weg zur Entdeckung einer pflanzlichenTB-Heilung

DAAD Nairobi hatte die Gelegenheit, Dr. Sospeter Njeru, derzeit Postdoktorand am Paul-Ehrlich-Institut in Langen (Deutschland), zu interviewen:

DAAD: Herzlichen Glückwunsch zu Ihren Forschungsergebnissen! Warum haben Sie sich entschieden, in Deutschland zu promovieren?

Dr. Njeru: Vielen Dank für Ihre Glückwünsche und Ihr Interesse an meiner Arbeit.

Ja, in der Tat bin ich ein stolzer DAAD-Alumnus und ein Mentor für viele DAAD-Stipendiaten. Ich habe meinen Bachelor und Master an der Egerton University in Kenia abgeschlossen. Ich habe mehr als zwei Jahre an derselben Universität promoviert, ABER ich brauchte etwas Neues. Ich musste "die akademische Inzucht" beenden.

Ich wollte auch mehr über praktische biochemische und biomedizinische Aspekte der menschlichen Gesundheit lernen, und wie sie sich mit dem Alter bei Gesundheit und Krankheit ändern. Noch wichtiger ist - für meine Träume von der Wirkstoffentdeckung -, dass ich noch nicht wusste, wie man verschiedene molekulare Ziele und Wege in einer Zelle oder in Organismen identifizieren und untersuchen kann. Diese hochfliegenden Träume konnte ich an meinem damaligen Arbeitsplatz, einer jungen Universität, nicht verwirklichen und die Ressourcen, um solch ehrgeizige wissenschaftliche Fragen zu beantworten, waren außer Reichweite. Ich diskutierte mit meinem Mentor, Prof. Silas M. Ngari, der mich ermutigte, nach einem Stipendium zu suchen, und zufällig bot der DAAD Stipendien an.

Außerdem konnte ich eine Gastinstitution in Deutschland ausfindig machen , das Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz Lipmann-Institut (FLI), die mich gerne als Doktorand aufgenommen hat. So war ich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zwischen 2014 und 2019 eingeschrieben. Eine Promotion in Deutschland hat mich sehr angesprochen, weil es mir die Möglichkeit bot, eine hochmoderne Ausbildung in medizinischer Biochemie zu absolvieren, bei einem führenden Professor auf dem Gebiet der Stammzellalterung.

Nicht zu vergessen, dass Deutschland für eine qualitativ hochwertige Ausbildung bekannt ist. Ich konnte in einem Labor forschen, in dem Wissenschaftler aus Japan, den USA, China, Indien, Pakistan, Russland, Korea, Iran tätig ware.

Nach meiner Promotion habe ich mir eine Stelle als Postdoktorand am Paul-Ehrlich-Institut in Langen  in Hessen gesichert.

DAAD: Sie wählten einen ungewöhnlichen pflanzlichen Ansatz und haben sich auf das Studium der Pflanze konzentriert. Wir kam es dazu und wie verlief die Forschung?

Dr. Njeru: Ich arbeite seit meiner Bachelor- und Masterausbildung mit Heilpflanzen. Zu dieser Zeit konzentrierte ich mich weitgehend auf Infektionskrankheiten. Als ich mich für eine Promotion entschied, wählte ich Tuberkulose als Forschungsgegenstand. Tuberkulose (TB) ist der Hauptkiller einer einzelnen Infektion. Darüber hinaus wird die Wirksamkeit der verfügbaren Anti-TB-Medikamente durch Arzneimittelresistenzen bedroht, ganz zu schweigen von dem langen Behandlungsfenster, das mit aktuellen Medikamenten erforderlich ist, sowie deren Toxizität und Nebenwirkungen.

Ich bin der Meinung, dass pflanzliche Heilmittel die Lösung für diese Einschränkungen sein könnten, da Pflanzen seit Jahrhunderten verwendet werden und bekanntermaßen relativ sicher sind. Ich nutzte einen ethnopharmakologischen Ansatz, um Pflanzen zu identifizieren, die traditionell zur Behandlung von kompliziertem Husten (von dem ich vermutete, dass er Tuberkulose ist) verwendet wurden, und so entstand das Projekt. Interessanterweise konnte ich einige sichere Heilpflanzen mit starker selektiver antituberkulärer Aktivität identifizieren und habe daher ein starkes Potenzial für die Entwicklung sicherer antituberkulärer Arzneimittel.

DAAD: Könnte das Sammeln von Informationen von Pflanzenforscher*innen auch bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie weiterhelfen?

Dr. Njeru: Ich glaube schon. Dies ist ein Bereich, den Regierungen, WHO und andere Geldgeber nicht vergessen dürfen, wenn sie sich um Impfstoffe und andere potenzielle konventionelle Medikamente gegen Covid-19 bemühen. Vielleicht suchen wir in zu weiter Ferne nach einer Covid-19-Lösung, während es in diesem Kraut, diesem Strauch, da draußen sein könnte.

DAAD: Vielen Dank, Dr. Njeru. Wir sind stolz auf Sie und Ihre Leistungen. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre weitere Forschung.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung des DAAD Kenia veröffentlicht. 

Dezember 2020

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