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Erdbebenforschung: Hoffnung auf die perfekte Prognose

Erdbebenforscher sammeln möglichst viele Informationen über Bewegungen der Erdkruste. Sie hoffen, drohende Erschütterungen so frühzeitig bemerken zu können. So ist das 1992 gegründete Geoforschungszentrum Potsdam überall dort tätig, wo die Erde rumort. Etwa in Chile, einer der aktivsten Erdbebenregionen weltweit, oder im Indischen Ozean. Dort baut das GFZ zusätzlich ein Tsunami-Frühwarnsystem auf.

Erdbebenforschung ist international. Rund 200 der 350 Wissenschaftler des GFZ kommen aus dem Ausland. Sie entwickeln in Potsdam neue Messtechniken und Simulationen und setzen diese in gefährdeten Gebieten ein.

100 Messwerte pro Sekunde

Ein wichtiges Instrument, um den Ursachen von Erdbeben auf die Spur zu kommen, sind Tiefbohrungen. Das GFZ ist gleich an mehreren beteiligt, beispielsweise im kalifornischen San Andreas Graben oder in der chilenischen Atacama-Wüste. Dort liefert ein Netzwerk aus Messstationen bis zu 100 Messwerte pro Sekunde und schickt diese an das GFZ und seine internationalen Partner.

Das Gespür von Tieren

In China beschäftigen sich Forscher mit der Frage, welche Bedeutung das Verhalten von Tieren für die Vorhersage von Erdbeben haben kann. Immer wieder wurde berichtet, dass einige Tage vor starken Beben Schlangen ihre Erdlöcher oder Vögel ihre Nester verlassen. Schon 1975 haben Forscher aufgrund solcher Beobachtungen ein schweres Beben im Nordosten Chinas vorhergesagt und die Bevölkerung evakuieren lassen.

Trotz aller Fortschritte: Noch gibt es keine zuverlässige Methode der Erdbebenvorhersage.

Die Erdbebenforschung: Folgen mindern

Was Behörden, Baufirmen und Bevölkerung schon vor einem Beben tun können, um sich vor den verheerende Folgen zu schützen, wird an der Universität im norditalienischen Padua erforscht. Dort steht der größte Bebensimulator der Welt, eine gut 200 Quadratmeter große und 2,40 Meter dicke Stahlbetonplatte. Auf dieser werden komplette Wohnungseinrichtungen und sogar Hochhäuser in verkleinertem Maßstab nachgebaut, die Höchstbelastung beträgt 70 Tonnen. Eine Hydraulik setzt die Plattform in Bewegung und simuliert so Beben mit einer Stärke von über sieben auf der Richter-Skala. Die Erkenntnisse lassen sich praktisch nutzen. Eine wichtige Erkenntnis ist: Bei leichteren Beben werden die meisten Menschen nicht durch einstürzende Häuser verletzt, sondern durch umfallende Regale oder TV-Geräte.

Was meinen Sie?

Welche Erfahrungen haben Sie mit Erdbeben gemacht? Und wie haben Sie sich in einer solchen bedrohlichen Situation verhalten? Welche Aussagekraft haben Prognosen? Manche Menschen erzählen von einer unheimlichen Stille der Natur, kurz bevor die Erde zu „stöhnen“ beginnt.

August 2011

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Kommentare

Regina Posorski
3. Januar 2012

In Christchurch, New Zealand,bebt die Erde seit dem 4 September 2010. Das 7.1 Beben war laut, wie ein Zug, der direkt unter dem Haus durchfaehrt. Die Beben im Februar war eher ruettelig und eines war eher wie ruckartige Seitwaertsbewegungen. Alle Beben, einschliesslich aller Nachbeben haben sich in der Regel mit sehr lautem Donnern angekuendigt. Das Beben selbst war immer laut, wie ein gewaltiges Gewitter. In den Juni Beben wurde das Haus hochgehoben und mit doppelter Erdanziehungskraft auf die Erde zurueckgeschleudert. Die Haueser haben sich auf den Fundamenten gedreht und die meisten muessen abgerissen werden. Fast 10.000 Beben haben wir hier nun erlebt, von Staerke 2.9 bis 7.1, etlich in der 5er Staerke. Es ist anstrengend. Die Wissenschaftler haben keine plausiblen Erklaerungen, aendern ihre Meinung und sagen schliesslich, dass sie es auch nicht wissen, und "learn on the go". Koennte jemand der GFZ die Christchurch Beben erforschen? Eventuell ein Doktorant? oder eine Projektgruppe? Keiner weiss, was hier vor sic hgeht.
Mit freundlichen Gruessen
Regina Posorski

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