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Digitale Zukunft: Das „Internet der Dinge“

Die Digitalisierung unserer Lebenswelt steht erst am Anfang. Forscher sehen im „Internet der Dinge“ den nächsten großen Schritt auf dem Weg in die digital optimierte Welt der Zukunft. Doch welche Rolle wird der Mensch in einer solchen Welt noch spielen?

In Zukunft werden Autos nicht nur selbständig ein- und ausparken. Sie werden auch ohne Zutun des Fahrers das einprogrammierte Ziel finden, untereinander kommunizieren, ihre Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss anpassen, die nächste Tankstelle, Ladestation oder Werkstatt ansteuern, Staus umfahren und Hindernissen ausweichen. Erste Prototypen beherrschen das zum Teil bereits mit beängstigender Perfektion.

Beim Internetkonzern Google in Kalifornien hat der deutsche Robotik-Forscher Sebastian Thrun maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des computergesteuerten Fahrzeugs und meint, dieses müsse man „deutlich zuverlässiger machen als vom Menschen gelenkte Fahrzeuge“. Die seien weltweit immerhin in eine Million Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang verwickelt. „Wenn wir erfolgreich sind, wird das die Welt verändern“, glaubt der Leiter des Artificial Intelligence Lab der Stanford University.

Zur Person: Sebastian Thrun

Im Jahr 2011 erhielt Robotik-Forscher Thrun den Max-Planck-Forschungspreis, der jährlich gemeinsam von der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Max-Planck-Gesellschaft vergeben wird. Mehr zu Sebastian Thrun finden Sie auf der Webseite der Alexander von Humboldt-Stiftung und in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Robotik-Spezialist Sebastian Thrun: Verändert er die Welt?“.

Milliarden vernetzte Geräte im „Internet of Things“

Doch nicht nur unsere Automobilität steht vor großen Veränderungen. Im „Internet der Dinge“ oder „Internet of Things“ (IoT) werden defekte Heizungssysteme selbständig einen Servicetechniker rufen und ihm vorab eine Fehleranalyse liefern, Kühlschränke werden knapp werdende Lebensmittel nachbestellen – und Onlinehändler testen schon jetzt den Einsatz von Drohnen zur Auslieferung von Waren.

Nach und nach werden beinahe sämtliche Alltagsgegenstände mit einem Internetzugang ausgestattet. Laut Schätzungen des Netzwerkausrüsters Ericsson werden im Jahr 2020 weltweit über 50 Milliarden Geräte vernetzt sein.

Tabletten mit Internet-Anschluss

In der Medizin macht die Digitalisierung nicht nur in Labors und Kliniken große Fortschritte. Vernetzte Medizintechnik erobert allmählich den Alltag. Und dabei wird es nicht bei „Smart Watches“ bleiben, mit denen wir über Messungen am Handgelenk unseren täglichen Work-out optimieren und individuelle Trainingspläne nach neuesten sportmedizinischen Erkenntnissen erstellen können.

So hat beispielsweise das amerikanische Unternehmen Proteus Biomedical ein „einnehmbares Sensor- und Überwachungssystem“ entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Diagnosechip, der mit einer Tablette geschluckt wird und seine Ergebnisse an einen Empfänger sendet. Die ausgewerteten Daten können dann gegebenenfalls direkt an den Arzt weitergeleitet werden.

Das „Internet der Dinge“ verändert die Welt

Was wie Science Fiction klingen mag ist nur der konsequente nächste Schritt auf dem Weg in die digitale Gesellschaft von morgen. Das Internet ist zum Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens geworden. Wir sind nicht mehr nur mit unseren Computern und Smartphones permanent online. Auch Maschinen und Haushaltsgeräte sind zunehmend mit dem Netz verbunden. Sie kommunizieren miteinander, senden und beziehen Daten, die sie für ihr reibungsloses Funktionieren brauchen. Das alles wird unsere Arbeit und unseren Alltag in Zukunft weiter dramatisch verändern. Verändert es am Ende auch den Menschen?

FW: Thinking – What is The Internet of Things?

August 2014

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