So klappt es mit dem Digitalen Arbeiten

Die Corona-Krise stellt die Arbeitswelt auf den Kopf: Quasi über Nacht werden Prozesse auf einmal digital gedacht, ganze Belegschaften halten ihre Firmen vom Home-Office aus am Laufen. Digitale Tools unterstützen den Austausch und die Vernetzung von Teams und kommen auch bei Konferenzen, Workshops oder Vorträgen zum Einsatz. Doch welches Tool braucht man wofür? Das Alumniportal Deutschland gibt einen Überblick.

Konferenzen und Meetings

In Zeiten sozialer Distanzierung ersetzen virtuelle Treffen die traditionellen Besprechungen im Konferenzraum. Die Bandbreite ist groß, vom Videochat mit dem Kollegen bis hin zu Konferenzen mit mehr als 200 Teilnehmern ist vieles möglich. Je nach Bedarf, sollten Nutzer daher auf die Kapazitäten achten. Zum Vergleich: Während Skype Videokonferenzen mit maximal 50 Personen anbietet, lassen sich beispielsweise über Webex oder Google Hangouts auch größere Meetings organisieren.

Eine Umfrage in der deutschen Hochschul-Community zeigte, dass die überwältigende Mehrheit Adobe Connect nutzt. Das Webconferencing-Tool eignet sich für Besprechungen ebenso wie für Schulungen. Eigene Dateien können hochgeladen und den Teilnehmern über den eigenen Desktop präsentiert werden. Auch GoToMeeting und Microsoft Teams sind populär, ebenso wie Zoom, der Shooting-Star in der Corona-Krise. Das Cloud-basierte Videokonferenz-System ist leicht zu bedienen und verbindet je nach Tarif bis zu 1000 Teilnehmer, es steht jedoch wegen Sicherheits- und Datenschutzbedenken in der Kritik.

Wer Open-Source-Lösungen bevorzugt, findet mit BigBlueButton ein Web-Konferenzsystem, das die gemeinsame Nutzung mehrerer Audio- und Videoformate und Präsentationen mit erweiterten Whiteboard-Funktionen unterstützt. Installation und Ersteinrichtung auf eigenen Servern gelten jedoch als anspruchsvoll. Einfach zu handhaben ist die ebenfalls frei zugängliche Open-Source-Software Jitsi Meet. Video-Chats und Konferenzen lassen sich direkt über den Browser durchführen, ohne Konto und Installation auf dem Desktop. Für iOS und Android gibt es eine App. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist jedoch nicht gewährleistet, Nutzer mit hohem Sicherheitsbedarf sollten Jitsi daher als eigene Instanz hosten.

Projektmanagement

Ideen sammeln, Pläne erstellen, Fortschritte kontrollieren: Wo mehrere Aufgaben und Prozesse definiert und kommuniziert werden müssen, sind Projektverwaltungstools wichtige Helfer – digital ebenso wie analog. Systeme wie Microsoft-Teams, Slack, Asana oder Trello basieren auf dem Kanban-Prinzip. Die Methode kommt aus dem Japanischen und visualisiert mithilfe von Listen und Karten Organisationsprozesse. In der virtuellen Zusammenarbeit schaffen sogenannte Kanban-Boards Überblick und unterstützen Remote-Teams dabei, Abläufe im Griff zu behalten. Teilweise können die Tools auch miteinander kombiniert werden. So bietet Trello zahlreiche Integrationsmöglichkeiten mit Slack und anderen Diensten an.

Vernetzung

Wie groß das Bedürfnis nach Austausch ist, spürt in Phasen sozialer Distanz wohl jeder. Und Zeit wäre nun auch endlich da, um neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Verbindungen zu pflegen. Tatsächlich steigt die Aktivität in sozialen Netzwerken mit Business-Charakter, wie LinkedIn, spürbar an. Bekannte wiedertreffen, neue Menschen aus dem eigenen Fachgebiet kennenlernen, diskutieren und Kenntnisse teilen – all diese Möglichkeiten bietet auch das Alumniportal Deutschland. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten – mal fachlich, mal regional – fördern hier diverse Alumni-Netzwerke den Austausch und bringen Menschen zusammen. Nicht alle sind frei zugänglich. Interessierte Fragen, neue Mitglieder und Kooperationen sind jedoch immer erwünscht.

Eventplanung

Aktuell werden Tag für Tag Konferenzen, Meetings oder Messen ins Netz verlegt. Auch das Alumniportal Deutschland plant um, ein Alumnitreffen am 19. Mai 2020 wird im Zuge der Corona-Krise nun virtuell abgehalten. Die technischen Voraussetzungen schafft das Tool meetyoo, ein Anbieter für digitale Events und virtuelle Konferenzen in Europa. Reichen für kleinere Veranstaltungen oder für die Vereinsarbeit noch Konferenz-Softwarelösungen (s.o.), übernehmen spezialisierte Anbieter die komplette Abwicklung komplexer Veranstaltungen im großen Stil. Auf Plattformen wie expo-IP lassen sich beispielsweise virtuelle Messen planen. Aussteller gestalten ihre virtuellen Stände selbst und kommen mit Besuchern über digitale Kanäle ins Gespräch.

Autorin: Gunda Achterhold

 

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Wie hat die Corona-Krise Ihren Arbeitsalltag verändert und welche digitalen Tools nutzen Sie am meisten? Sagen Sie es uns und diskutieren Sie in den Kommentaren!

Mai 2020

Kommentare

Koulouthrou Hara
14. Mai 2020

Sehr informativer Artikel.
Ich glaube jedoch wir sollen immer betonen, dass die digitale Kommunikation nur ein Mittel für so eine Krise ist. Auf keinen Fall sollte sie den lebendigen Kontakt ersetzen.

Maria Angela Torres-Kremers
13. Mai 2020

Hoch interessant!
Besteht Die Möglichkeit ein ähnliches Beitrag mit Digitalen Lernen bzw. Lehren? Etwas zu workshops? Vielleicht bin ich sehr naiv im Thema, aber daher frage ich.

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