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Doktorandenprogramm am ZEF in Bonn

Im Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) an der Universität Bonn wird interdisziplinäre Forschung groß geschrieben. Das Doktorandenprogramm bereitet Wissenschaftler darauf vor, später in Bereichen wie Entwicklungspolitik, -forschung und -zusammenarbeit tätig zu sein – ein spannendes Berufsfeld, mit vielen Möglichkeiten für Absolventen.

Wer sich in den Bereichen Entwicklungspolitik, -forschung und -zusammenarbeit engagieren möchte, braucht neben Fachwissen auch fachübergreifende Kompetenzen und Fähigkeiten. Doch wie lernt man, interdisziplinär zu forschen und zu arbeiten?

Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn setzt hier an: Das dreijährige internationale Doktorandenprogramm ist interdisziplinär organisiert. Zielgruppe sind Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt mit einem sehr guten Abschluss in Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Bewerber sollten nicht nur gute Noten mitbringen, sondern auch Interesse an interdisziplinärem Studieren haben. Das Doktorandenprogramm bietet ein einjähriges Kursprogramm, das sowohl disziplinäres Wissen wie auch interdisziplinäre und Teamkompetenzen vermittelt. Außerdem bietet es ein Jahr Feldforschung in einem Entwicklungsland oder einer internationalen Entwicklungsorganisation.

Derzeit promovieren etwa 130 junge Forscher in dem Doktorandenprogramm am ZEF Bonn, viele mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD). Ihr Doktorgrad wird den Studierenden von den Universitätsfakultäten, mit denen das ZEF kooperiert, verliehen – die meisten erhalten ihren Titel von der Universität Bonn. Mit der Ausbildung von zukünftigen Entscheidungsträgern und Nachwuchswissenschaftlern leistet das ZEF einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Interdisziplinäre Forschungsprojekte am ZEF Bonn

Viele Doktoranden promovieren im Rahmen größerer interdisziplinärer Forschungsprojekte wie beispielsweise zu Land- und Wassernutzung in Usbekistan, extremer Armut in Bangladesch, Mobilität in Zentralasien oder Wassermanagement in Vietnam. Sie arbeiten eng mit ihren Tutoren zusammen, tauschen sich in Forschungsgruppen aus und lernen in Workshops u.a. interkulturelle Kompetenz.

Die Niederländerin Dr. Charlotte van der Schaaf beispielsweise hat sich mit den Wassermanagement in Burkina Faso und Ghana beschäftigt. „Ich habe untersucht, welche Rolle die nationale Politik dabei spielt und wie Bauern ihre Bewässerung organisieren. Ich konnte frei und selbstständig forschen. Das ist eine der besten Erfahrungen, die man als junge Wissenschaftlerin machen kann!“

Internationales Netzwerk

Auch für die Dozenten am ZEF Bonn ist der Austausch mit den jungen Forschern im Rahmen des Doktorandenprogramms ein großer Gewinn: „Die Doktoranden sind sehr motiviert und wollen wirklich etwas über meine Schwerpunktthemen wissen“, berichtet Stefanie Engel. Die Professorin für Umweltpolitik und Umweltökonomie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich (Schweiz) lehrt auch am ZEF.

Zwei Drittel der Doktoranden kommt aus Afrika und Asien, ein Drittel aus Schwellen- und Industrieländern. Nach der Promotion kehren die meisten Alumni in ihre Heimatregionen zurück. Dort arbeiten sie an Universitäten und Forschungsinstituten oder in regionalen und internationalen Entwicklungsorganisationen. „Unsere Absolventen sind Kooperationspartner des ZEF und bilden ein weltweites Netzwerk, das allen Beteiligten nutzt“, berichtet Prof. Dr. Solvay Gerke, Direktorin der Abteilung für Politischen und Kulturellen Wandel am ZEF.

Right Livelihood College am ZEF Bonn

An das ZEF in Bonn angeschlossen ist außerdem das Right Livelihood College (RLC) Bonn, eine Initiative der Right Livelihood Foundation, besser bekannt als die Stiftung des "Alternativen Nobelpreises". Das RLC Bonn ermöglicht u.a. den Austausch zwischen jungen Nachwuchswissenschaftlern aus Entwicklungs- und Schwellenländern und Alternativen Nobelpreisträgern. So vergibt das RLC Bonn Promotionsstipendien für Forschungsprojekte, die für die Arbeit der Preisträger relevant sind. Darüber hinaus werden internationale Workshops und Seminare durchgeführt.

Juni 2012

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