Wie man in beruflichen sozialen Medien mit Personalmanager*innen kommuniziert

Immer mehr Personalmanagerinnen und -manager verwenden heute berufliche soziale Medien, um potenzielle Stellenbewerber zu finden und zu kontaktieren. Ihr erster Schritt sollte daher die Optimierung und gründliche Pflege Ihres Webprofils sein. Danach erhalten Sie hoffentlich Nachrichten von Personalmanager*innen, die sich für Sie und Ihre Fähigkeiten interessieren. Für den weiteren Erfolg kommt es natürlich darauf an, wie und was Sie antworten. Zum Glück gibt es ein paar ganz einfache Faustregeln für die digitale Etikette in solchen Situationen – hier sind die drei wichtigsten Regeln, mit denen Sie einen guten Eindruck hinterlassen können.

Immer antworten

Wenn Sie eine Recruiterin oder ein Recruiter anspricht, Sie aber kein Interesse an dem Jobangebot haben, sollten Sie die Nachricht nicht einfach ignorieren. Schließlich hat sich die Person Zeit genommen, jemanden mit Ihrem Profil zu suchen, sich Ihr Profil näher anzuschauen und Ihnen eine berufliche Chance zu offerieren. Die Grundregeln der Höflichkeit verlangen daher, dass Sie auch zurückschreiben. Als Antwort genügt schon der einfache Hinweis, dass Sie derzeit keine neue Stelle suchen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Sie auf jede Nachricht reagieren müssen – bei Werbung oder ähnlich unpersönlichen Anschreiben ist natürlich keine Antwort nötig, sofern Sie kein Interesse haben. 

Kontaktmöglichkeiten offen halten

Aufbauend auf dem ersten Tipp sollten Sie Ihre Antwort möglichst so formulieren, dass die Tür immer einen Spalt offen bleibt. Das heißt: Wählen Sie Ihre Worte so, dass Sie die Personalmanagerin bzw. den Personalmanager später erneut anschreiben können, wenn Sie tatsächlich auf Arbeitssuche sind. Das geht ganz einfach, indem Sie Ihre Nachricht so oder ähnlich beenden: „Ich würde Sie gerne in LinkedIn als Kontakt hinzufügen, damit wir über künftige Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Verbindung bleiben können.“ In der heutigen Zeit kann sich die persönliche Beschäftigungssituation schnell ändern, und vielleicht brauchen Sie ja später einmal die Hilfe dieser Recruiterin oder dieses Recruiters.

Vernetzen und über Jobangebote auf dem Laufendem bleiben

Recruiter*innen verfassen Beiträge über – wer hätte das gedacht – Stellenangebote! Wenn Sie sich mit einer Personalmanagerin oder einem Personalmanager, der Sie angeschrieben hat, vernetzen, können Sie in Ihrem Social-Media-Feed jederzeit seine Beiträge verfolgen. Allerdings sollten Sie sich zuvor vergewissern, dass Ihre Gesprächspartnerin bzw. Ihr Gesprächspartner damit einverstanden ist, dass Sie sie oder ihn zur Kontaktliste hinzufügen. Einige Recruiter*innen möchten potenzielle Kandidat*innen lieber nicht in ihrem Netzwerk haben. Für genau solche Fälle gibt es aber auf vielen Plattformen eine „Folgen“-Schaltfläche. Wenn Sie einer Person folgen, können Sie nach wie vor deren Posts sehen, ohne offiziell in ihrer Kontaktliste zu erscheinen.

Kurzum, die Kommunikation mit Recruiter*innen oder Personalmanager*innen in beruflichen sozialen Netzwerken muss keineswegs kompliziert sein. Antworten Sie auf jede persönliche Nachricht, halten Sie sich Kontaktmöglichkeiten offen und vernetzen Sie sich mit der Person, um über künftige Anstellungsoptionen auf dem Laufenden zu bleiben. Zuletzt noch ein Tipp von mir: Ganz gleich, mit wem Sie kommunizieren, verwenden Sie niemals automatisch vorgeschlagene Standardantworten! Dies wirkt unpersönlich und kann den Eindruck erwecken, dass Ihnen Ihre Gesprächspartnerin bzw. Ihr Gesprächspartner nicht einmal die kleine Mühe wert ist, eine kurze, individuelle Nachricht zu schreiben. In einer Zeit, in der wir Tag für Tag mit E-Mails und Direktnachrichten bombardiert werden, verbessert eine persönliche Ansprache die Chancen, beim nächsten Kontakt eine Antwort zu bekommen. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, dürfte einer optimalen Präsentation Ihres (digitalen) Ich nichts mehr im Wege stehen.

Autor: Jessica Schüller

Über die Autorin

  • Jessica Schüller Jessica Schüller

Jessica Schüller ist Graduierte und Erasmus Mundus-Stipendiatin im Rahmen des Programms Master in Research and Innovation in Higher Education (MaRIHE) an der Universität Tampere in Finnland und der Donau-Universität Krems in Österreich. Sie hilft internationalen Studierenden, Berufseinsteigern und Zuwanderern dabei, in Deutschland eine berufliche Laufbahn zu starten und zu entwickeln. Bevor sie ihre eigene Karriere als Germany Career Coach begann, war sie als internationale Karriereberaterin an einer deutschen Hochschule tätig, leitete ein Stipendienprogramm in Deutschland und unterrichtete internationale Studierende in deutscher Kulturwissenschaft. Hier können Sie mehr über ihre Arbeit erfahren:
www.germanycareercoach.com
www.jessicaschueller.com

 

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Januar 2021

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