Corona in Nordmazedonien: „Wir müssen noch viel Geduld zeigen”

Die Nordmazedonierin Marija Stambolieva arbeitet an der Hochschule Osnabrück als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin. Sie befasst sich vor allem mit Curriculumsentwicklung vor dem Hintergrund der Digitalisierung mit Fokus auf die Ingenieurwissenschaften. Sie wurde drei Mal durch ein DAAD-Stipendium gefördert: erst während ihres Masterstudiums an der Uni Hamburg, dann bei einem Forschungsaufenthalt und zum Schluss für den Abschluss ihrer Promotion an der Uni Kassel.

Frau Stambolieva, wie geht es Ihnen momentan in der Corona-Krise?

Ich arbeite seit zwei Monaten von zu Hause aus. Da ich an einer Hochschule tätig bin, war das vom Anfang an möglich. Die Hochschulen waren Vorreiter, was die digitale Umstellung des Lehrbetriebs angeht, trotzdem kann nicht alles online stattfinden. Wir haben einige Workshops verschoben, die als Austausch zwischen Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertretern mit unserem Studiengang geplant waren. Auch eine Online-Befragung von Unternehmen werden wir zu einem späteren Zeitpunkt durchführen, da sich aktuell viele Unternehmen mit den Folgen der aktuellen Situation beschäftigen müssen. Die bisherige Zeit habe ich aber gut genutzt, um unsere vorhandene Projektergebnisse zu dokumentieren. Privat hatte ich mehr Zeit für meinen Blog – ich schreibe über die Digitalisierung, die Zukunft der Arbeit und lebenslanges Lernen: http://mydigitalblog.de/ 

Wie ist die Situation in Ihrem Heimatland?

Ich komme aus Nordmazedonien und lebe seit 10 Jahren in Deutschland. Ich pflege den Kontakt zum engsten Familien- und Freundeskreis dort so gut wie möglich. Am schwersten fällt es mir, meine Eltern nicht besuchen zu können. Bis Ende Mai gab es eine Ausgangssperre. Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen bestehen nach wie vor, die von den Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlich respektiert werden. Da meine Eltern zur Risikogruppe gehören, mache ich mir natürlich Sorgen. 

Welche Hoffnungen oder Wünsche haben Sie?

Ich hoffe, dass wir bald zu einer „Normalität“ zurückkehren können. Ich glaube, dass das langsam passiert, aber noch viel Geduld von uns allen erfordert. Meines Erachtens wird sich die Art wie wir leben, kommunizieren und wirtschaften ändern und ich wünsche mir, dass wir die Zeit nutzen, um uns besser auf die digitale Transformation vorzubereiten. Persönlich hoffe ich, bald wieder reisen zu können. Es macht mir Hoffnung, dass vielerorts solidarisch versucht wird, Lösungen zur Bekämpfung des Virus zu entwickeln. 

Interview: Marlene Thiele

Wie geht es Ihnen momentan?

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Juni 2020

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