„Meine Arbeit trägt zur Energiewende bei“

SDG Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
SDG Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
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Engagement für die Energiewende: Mario Cornaló erzählt, was ihn an der Arbeit in der europäischen Energiebranche reizt.

Deutschland-Alumnus Mario Cornaló bei seiner Arbeit auf einer Offshore-Baustelle. © privat

Bis 2050 soll Europa der erste Kontinent sein, der nur noch unvermeidbare Treibhausgase ausstößt und diese geringen Emissionen vollständig ausgleicht. Wenn viele Staaten, Unternehmen und Menschen mitmachen, kann der weltweite Temperaturanstieg begrenzt werden. Der argentinische Bauingenieur und DAAD-Alumnus Mario Cornaló engagiert sich mit seiner Arbeit täglich für die Energiewende. 

Herr Cornaló, mit welchem Projekt sind Sie gerade beschäftigt?

Bis vor Kurzem arbeitete ich am Windpark Arcadis Ost 1 nordöstlich der größten deutschen Insel Rügen. Mein Arbeitgeber DEME Offshore war dafür zuständig, die Fundamente für die geplanten 27 Windräder zu legen und Bootsanleger sowie Plattformen zu installieren. Ich habe den Transport des Materials und die Baufortschritte überwacht, nach Risiken Ausschau gehalten und Optimierungsvorschläge erarbeitet. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen. Mein neues Projekt ist ein Windpark vor der Ostküste der USA. Ich habe meinen Traumjob gefunden! 

Was gefällt Ihnen daran so gut?

Die multikulturellen Teams und die abwechslungsreiche Arbeit teils im Büro in Antwerpen, teils auf Offshore-Baustellen. In den vergangenen Monaten war ich nicht nur in Belgien und in Deutschland unterwegs, sondern auch in den Niederlanden und in Dänemark. Am wichtigsten ist für mich aber, dass meine Arbeit dazu beiträgt, die Energiewende voranzubringen. Die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral werden, Deutschland sogar bis 2045. Damit das funktionieren kann, muss die Offshore-Windkraft ausgebaut werden. Arcadis Ost 1 soll im Jahr 2023 in Betrieb gehen und dann rund 300.000 deutsche Haushalte mit Ökostrom versorgen. Das Thema Klimaschutz interessiert mich wirklich leidenschaftlich – und zwar seit meiner Zeit in Esslingen. Das Auslandssemester hat mich persönlich wie beruflich sehr stark geprägt. Es hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. 

Wie kam das, hatten Sie ein Schlüsselerlebnis?

Nein, das war ein längerer Prozess. Ich hatte mich für ein DAAD-Stipendium beworben, weil Deutschland so einen guten Ruf im Bauingenieurwesen hat. Das Studium in Argentinien ist ziemlich verschult und ich war überrascht von den vielen Wahlmöglichkeiten an der Hochschule Esslingen. Das Modul „Nachhaltiges Bauen“ fand ich interessant. Im Laufe des Semesters wurde mir klar, wie wichtig Nachhaltigkeit ist und wie sehr konventionelles Bauen dem Klima und der Umwelt schadet. Da habe ich mich auch zum ersten Mal mit Windenergie beschäftigt. Besonders gut gefiel mir die multikulturelle Atmosphäre der Hochschule: Die Studierenden kommen aus der ganzen Welt. Auch das Lernen in gemeinsamen Studienprojekten fand ich toll. In Argentinien habe ich die Hard Skills erworben, die ich in meinem Beruf brauche, und in Deutschland die Soft Skills, die nötig sind, um mit anderen auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. 

Wie ging es nach dem Masterabschluss an der UTN für Sie weiter?

Die Windenergiebranche ist in Argentinien noch klein, ohne Berufserfahrung hat man schlechte Karten. Deshalb habe ich zunächst bei einem Unternehmen gearbeitet, das konventionelle Infrastrukturprojekte baut. Ich war an einem Trinkwasseranlagenprojekt in meiner Heimatstadt Concordia beteiligt. Nebenher habe ich mich für das Alumniportal engagiert, denn ich wollte etwas zurückgeben und es anderen erleichtern, ebenfalls Erfahrungen in Deutschland zu sammeln. Mein Ziel war weiterhin die Windenergiebranche, außerdem fehlte mir das multikulturelle Arbeiten, das ich in Deutschland kennengelernt hatte. Schließlich habe ich gekündigt und bin zunächst nach Dänemark gegangen, das in der Windkraft international führende Land. Nach ein paar Monaten bekam ich dann das Angebot von DEME Offshore. Da habe ich noch mal meine Koffer gepackt und bin nach Antwerpen umgezogen. 

Haben Sie Tipps für andere Alumni aus Nicht-EU-Ländern, die in Europa arbeiten möchten?

In Europa Fuß zu fassen ist nicht ganz einfach, weil Unternehmen vor allem an Fachkräften interessiert sind, die nicht alle drei Monate eine Visumsverlängerung brauchen. Aber es ist realistisch, wenn man klare Ziele hat und flexibel ist. Die Basis sind neben Fachwissen gute Sprachkenntnisse. Ich empfehle, nicht nur Englisch zu lernen, sondern auch die Sprache des Landes, in dem man arbeitet und lebt. Und dann heißt es hartnäckig sein: Seid aktiv in sozialen Netzwerken wie LinkedIn, nehmt an Kongressen und Workshops teil, seid nicht schüchtern, sondern knüpft Kontakte zu Führungskräften und Unternehmen in eurer Branche! Übrigens gibt es zu diesem Thema auch viele nützliche Informationen hier im Alumniportal.

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