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Trinkwasser: So gut wie man glaubt?

Sprachniveau A2

Jeder Deutsche braucht täglich 121 Liter Wasser, so viel wie es Regentage im Land gibt. Drei Viertel dieses Wassers kommt aus dem Grundwasser. Der Rest des Trinkwassers stammt zum Beispiel aus Talsperren. Trinkwasser gilt als Grundnahrungsmittel und ist das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Aber weil die Nachfrage nach billigem Fleisch steigt, leidet die Wasserqualität. Warum?

Viel Fleisch – viel Nitrat

Schuld ist die Landwirtschaft: Was dem Wasser besonders schadet, ist der Fleischkonsum der Menschen. So hat sich die Tierproduktion in rund 20 Jahren verdoppelt. Aber die Massentierhaltung verbraucht Unmengen an Futter. Die Ausscheidungen – die Gülle – landet auf den Feldern für die Düngung dieser Pflanzen.

Seit Jahren stellen Experten fest, dass durch die Überdüngung mehr und mehr Nitrat das Wasser belastet. Nitrate sind die Salze und Verbindungen der Salpetersäure. Die sind grundsätzlich gut und wichtig als Nährstoff für die Pflanzen (HNO3). Nitrat ist gut löslich und reichert sich im Trinkwasser an. In hoher Konzentration aber schadet es.

Überdüngung kostet

50 Milligramm pro Liter Wasser (mg/l) sind erlaubt. Messungen wie zum Beispiel beim Wasserversorger im Bundesland Niedersachsen haben Werte von 250 mg/l ermittelt. Die Trinkwasserversorger müssen das Wasser aufbereiten, indem sie es filtern oder mit unbelastetem Wasser mischen.
Umweltverbände in Deutschland fordern eine Umkehr im Wasserschutz. Sie verweisen darauf, dass durch die Überdüngung schon heute jährliche Kosten von bis zu 25 Milliarden Euro für sauberes Trinkwasser entstehen. Der Dünger aus der Massentierhaltung soll sogar die Meere beeinträchtigen.

Fragen A2:

  • Woher stammt der größte Teil des deutschen Trinkwassers?
  • Was belastet das Wasser?
  • Warum ist das Wasser belastet?

Text und Antworten in der Community


Sprachniveau B2

Jeder Deutsche braucht täglich 121 Liter Wasser, so viel wie es Regentage im Land gibt. Drei Viertel dieses Wassers kommt aus dem Grundwasser. Der Rest des Trinkwassers stammt zum Beispiel aus Talsperren. Trinkwasser, das den Menschen von den Wasserversorgern ihrer Stadt oder Gemeinde zur Verfügung gestellt wird, gilt als Grundnahrungsmittel und ist das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Aber weil die Nachfrage nach billigem Fleisch steigt, leidet die Wasserqualität. Warum?

Viel Fleisch – viel Nitrat

Schuld ist die Landwirtschaft: Was dem Wasser besonders schadet, ist der Fleischkonsum der Menschen. So hat sich die Tierproduktion in rund 20 Jahren verdoppelt. Damals, so ergeben Zahlen des Statistischen Bundesamts, sind 2,7 Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert worden, 2014 waren es bereits 5,5 Millionen Tonnen. Inzwischen exportiert Deutschland sogar größere Mengen an Fleisch in andere Länder.

Hier ist ein Kreislauf entstanden, der bei der Nahrung für die Schweine, Hühner und Rinder beginnt. Die Massentierhaltung verbraucht Unmengen an Futter. Die Ausscheidungen – die Gülle – landet auf den Feldern für die Düngung genau dieser Pflanzen.

Seit Jahren stellen Experten fest, dass durch die Überdüngung mehr und mehr Nitrat das Wasser belastet. Nitrate sind die Salze und Verbindungen der Salpetersäure. Die sind grundsätzlich gut und wichtig als Nährstoff für die Pflanzen (HNO3). Doch die Menge macht’s: Denn Nitrat ist gut löslich und reichert sich im Trinkwasser an, ein Zuviel an Nitrat können auch Pflanzen speichern. In hoher Konzentration aber schadet es den Menschen.

Überdüngung kostet

50 Milligramm pro Liter Wasser (mg/l) sind erlaubt, aber Messungen wie zum Beispiel beim Wasserversorger im Bundesland Niedersachsen haben Werte von 250 mg/l ermittelt. Die Trinkwasserversorger müssen das Wasser aufbereiten, indem sie es filtern oder mit unbelastetem Wasser mischen.

Umweltverbände in Deutschland fordern eine Trendumkehr im Wasserschutz. Sie verweisen darauf, dass die Überdüngung schon heute jährliche Kosten von bis zu 25 Milliarden Euro für sauberes Trinkwasser verursache. Der Dünger aus der Massentierhaltung soll sogar die Meere beeinträchtigen. So habe sich in der Ostsee infolge der Nährstoffbelastungen „eine Todeszone gebildet“ und in den letzten 100 Jahren um das Zehnfache auf inzwischen ein Drittel des Meerbodens vergrößert. Die Folge: Algenwachstum, fehlender Sauerstoff und damit keine Meereslebewesen mehr.

Fragen B2:

  • Wie viele Regentage gibt es durchschnittlich in Deutschland?
  • Wie viel Wasser verbraucht jeder Deutsche?
  • Wer gilt als Schuldiger für die schlechte Wasserqualität?
  • Wodurch entsteht eine Überdüngung?
  • Wie wirkt sich die Gülle auf die Meere aus?

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Juni 2016

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