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Austausch erleben

Taifune, Chatbots oder Deutsch als Herausforderung? Wer den Blick über Grenzen wagt, hat viel zu erzählen – wie diese drei jungen Menschen aus Asien.

Aufschlussreiche Weiterbildung

Leonardia„Mitte November war ich auf der weltgrößten Medizinmesse, der Medica in Düsseldorf. Auf deren Health IT Forum habe ich Kontakte zu vielversprechenden digitalen Start-ups geknüpft und hochinteressante neue Tools kennengelernt. Zum Beispiel einen selbstlernenden Chatbot, der Frauen zu Fragen der sexuellen Gesundheit berät. Solche Bots sind nützlich, weil damit beliebig viele vertrauliche Dialoge gleichzeitig stattfinden können. Der Bedarf an diskreter Beratung zu Gesundheitsfragen ist in Entwicklungsländern sehr hoch. Vor der Medica konnte ich an einer einwöchigen Weiterbildung an der Universität Heidelberg teilnehmen: Es ging um evidenzbasierte Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen. In Heidelberg habe ich 2011 meinen Master in Public Health gemacht. Heute bin ich Regionalkoordinator des „Fit for School“-Programms der GIZ für die Philippinen und Indonesien. Ziel des Programms ist, dass Kinder sich in ihre Schulalltag gesunde, hygienische Verhaltensweisen angewöhnen, zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen und Zähneputzen.

JUAN ALFONSO LEONARDIA
41, Experte für Public Health aus Manila

ALUMNI-SONDERPROJEKTE

Mit dem Programm „Alumni-Sonderprojekte“ unterstützt der DAAD Entscheidungsträger aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die in Deutschland studiert oder geforscht haben. Die Alumni absolvieren eine Weiterbildung an einer deutschen Hochschule und besuchen im Anschluss eine Messe oder einen Fachkongress.

http://www.daad.de/alumni-sonderprojekte


Nützliche Deutschlanderfahrung

Thipmanee„Nur sehr wenige thailändische Studierende gehen ins Ausland. Denn für die meisten ist es am wichtigsten, so schnell wie möglich ihren Abschluss zu bekommen. Aber ich reise gern und genieße es, neue Erfahrungen zu machen. Ich habe auch schon ein Semester in Indonesien studiert und natürlich habe ich auch sofort die Chance er- griffen, mit Erasmus+ nach Deutschland zu gehen. Ich studiere seit 2015 Betriebswirtschaft an der Prince of Songkla-Universität im Süden Thailands. Das Studium in Deutschland ist ganz anders: Die Dozenten lassen uns ei- genständiger lernen als zu Hause. Ich sehe das als viel reifere Art, Wissen zu erwerben, aber ich musste mich erst daran gewöhnen. An der HWR Berlin habe ich unter anderem Kurse in Betriebswirtschaft und Deutsch belegt. Deutsch ist schwer, aber ich mag die Herausforderung – meine deutschen Freunde können kaum glauben, dass mir die Sprache tatsächlich gefällt! Mein Hauptfach in Thailand ist Hotelmanagement; in dem Bereich ist Auslandserfahrung natürlich ein riesiger Vorteil. Ich bin sicher, dass meine Deutschlanderfahrung mir helfen wird, ein Praktikum bei einer inter- nationalen Hotelkette zu bekommen.“

KANYANAT THIPMANEE
21, Erasmusstudentin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin)

ERASMUS+

Seit 2015 können auch Studierende aus außereuropäischen Staaten ein Erasmus+ Stipendium erhalten. Die „International Credit Mobility“-Förderlinie ermöglicht Studierenden von Hochschulen in Thailand, Myanmar, Laos und Vietnam einen Studienaufenthalt an einer deutschen Partnerhochschule.

eu.daad.de


Aktuelles Umweltwissen

Nominjargal_Otgonjargal„Dank meinem Großvater habe ich mich schon früh für Technik interessiert, er ist Ingenieur mit Leib und Seele! Als ich 2015 mein Studium begann, gab es die DMHT erst kurze Zeit, sie hatte aber schon einen sehr guten Ruf. Deutschland ist in der Mongolei sehr angesehen: wegen der guten Organisation und natürlich wegen der Technik. Der Campus der DMHT ist einfach toll. Ich finde es auch gut, dass wir während des Studiums etwas Deutsch lernen und ein längeres Praktikum machen. Ich war bei einem Bergbauunternehmen und habe da sehr viel gelernt. Nach meinem Bachelorabschluss in Umweltingenieurwesen würde ich meinen Master sehr gern an der TU Bergakademie Freiberg machen. Später möchte ich daran arbeiten, dass die Umwelt in der Mongolei sauberer wird. Die Bergbauindustrie ist das Rückgrat der mongolischen Industrie, aber sie verursacht sehr viel Umweltverschmutzung, und die Luft in Ulan-Bator ist im Winter sehr schlecht.“

NOMINJARGAL OTGONJARGAL
20, Studentin an der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT)

DEUTSCH-MONGOLISCHE HOCHSCHULE

In der Mongolei fehlen hoch qualifizierte Ingenieure für den Rohstoffsektor. Deshalb wurde 2013 die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie nahe Ulan-Bator gegründet. Das Projekt finanzieren das mongolische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam. Der DAAD und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzen es in Kooperation mit drei deutschen Hochschulpartnern um. Neben vier englisch- sprachigen Bachelorstudiengängen bietet die DMHT seit 2017 zusätzlich ein Masterprogramm „Internationales Rohstoffmanagement“ an.

www.gmit.edu.mn

Interview: Miriam Hoffmeyer LETTER 03/2018

LETTER – Das Magazin für DAAD-Alumni erzählt spannende Geschichten aus Wissenschaft, Kultur, Deutschland und dem DAAD-Alumni-Netzwerk.

Februar 2019

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