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Training – Made in Germany: iMOVE vermittelt deutsche Kompetenz in der Aus- und Weiterbildung

Deutschland exportiert nicht nur Wirtschaftsgüter, sondern auch sein Konzept der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die Initiative iMOVE unterstützt dabei – mit Erfolg.

Fachkräftemangel trifft nicht nur Industrieländer wie Deutschland. Ob in Chile, Vietnam oder China: Unternehmen klagen auch in Schwellenländern über einen Mangel an gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine Lösung des Problems ist, die Ausbildung in den einzelnen Ländern selbst zu organisieren. Und hier eröffnen sich deutschen Bildungsanbietern große Chancen. Ihnen hilft iMOVE (International Marketing of Vocational Education): Die Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bietet Unterstützung bei der Erschließung internationaler Märkte. Das Ziel von iMOVE: Eine Türöffner-Funktion, um die internationale Zusammenarbeit und die Anbahnung von Kooperationen und Geschäftsbeziehungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu fördern.

iMOVE wirbt für deutsche Kompetenz in der dualen Ausbildung

Der Slogan von iMOVE lautet „Training – Made in Germany“. Damit wirbt iMOVE im Ausland für deutsche Kompetenz im beruflichen Bildungsbereich. In einer Reportage der Financial Times Deutschland erklärt Sabine Gummersbach-Majoroh, ehemalige Leiterin der Initiative iMOVE, dass der Ansatz der deutschen dualen Ausbildung, also die Einbindung von theoretischem Lernen in den Berufsalltag, die Kombination aus Praxis und Theorie, das enge und kooperative Meister-Schüler-Verhältnis, international hoch angesehen sei. Schon über 40 bilaterale Kooperationsvereinbarungen hat Deutschland im Bereich der Berufsausbildung mit Hilfe von iMOVE und anderen Organisationen wie den Außenhandelskammern abgeschlossen.

Aus- und Weiterbildung: Deutsches Know-how für Indiens Fachleute

Indien hat einen sehr großen Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Bis zum Jahr 2022 will das Land 40 Millionen Menschen ausbilden – und das jedes Jahr. Doch dafür fehlt den staatlichen Berufsschulen die richtige Infrastruktur. Zudem mangelt es an Know-how und an der Ausstattung. Hinzu kommt, dass die Menge der Ausbildungsplätze nur für rund zehn Prozent der jungen Leute reicht. Benötigt werden Trainer, die den indischen Nachwuchs praxisnah nach deutschem Vorbild ausbilden. Die indische Regierung hat sich deshalb für eine Kooperation mit Deutschland in den Bereichen Training, Aus- und Weiterbildung der Lehrer, Unterrichtsmaterial und Entwicklung von Kompetenzstandards entschieden.

Im Dezember 2012 haben mit fachlicher Unterstützung von iMove 20 indische Ausbildungsleiter, die aus Einrichtungen der Berufsbildung kommen, eine Fortbildung bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe in Nordrhein-Westfalen absolviert. Ihre sechswöchige Qualifizierungsmaßnahme war zugeschnitten auf das Berufsbildungspersonal der Zerspanungstechnik und der Kfz-Mechatronik. Dazu gehörten auch Besichtigungen mehrerer Betriebe, ein Praktikum und ein Lehrgang im Berufsbildungszentrum. Zur Vorbereitung hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft vor Ort in Indien die Ausbildungsleiter zwei Wochen lang im Spezialthema Berufspädagogik unterwiesen. Wenn die Qualifizierung erfolgreich ist, plant die indische Regierung, zusätzlich 120 Ausbilder aus unterschiedlichen Branchen von deutschen Bildungsanbietern weiterbilden zu lassen.

Deutsche duale Ausbildung ist ein Exportschlager

Die Jugendarbeitslosigkeit ist weltweit ein Problem. Sie steigt nach Angaben der Vereinten Nationen erneut an und wird 2013 durchschnittlich 12,6 Prozent betragen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) erwartet nach einem kürzlich veröffentlichten Trendbericht, dass etwa 73,4 Millionen 15- bis 24-jährige 2013 ohne Job sein werden. Eine Ausnahme ist Deutschland: Dort hat sich die Zahl der Erwerbslosen in dieser Altersgruppe von 2005 bis 2012 halbiert. Die Quote lag 2012 bei acht Prozent. Zu einem erheblichen Teil wird dies der dualen Ausbildung zugeschrieben. Deshalb wollen mehr und mehr Länder dieses deutsche System der Aus- und Weiterbildung in ihrem Land etablieren.

Doch dies lässt sich nicht Eins-zu-eins exportieren, sagt Birgit Thomann vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die Initiative iMOVE ist also besonders wichtig: „Wir machen deshalb spezielle Angebote, die zum Bedarf des Partnerlandes passen.“ Das bedeute auch, dass im Partnerland bereits die ersten Strukturen vorhanden sein müssen, um ein duales Ausbildungssystem zu entwickeln, und dass alle Akteure mit miteinbezogen werden müssen.

September 2013

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Kommentare

Anna
24. Juni 2014

In Italien spricht man in letter



In Italien spricht man auch in letzter Zeit oft ueber die duale Ausbildung. Ich bin Deutschlehrerin an einer Berufschule in Sueditalien. Wir haben aber immer grosse Schwierigkeiten locale Unternehmen zu finden, due unsere Schueler auch nur fuer kurze Erfahrungen annehmen. Ich Danke es ist sehr Schwierig mit diesel Einstellung das duale System hier
einzufuehren.

Jasmina Markota
9. April 2014

Shade, wir haben duale Ausbildung in Kroatien seit 1994., aber alles kommt in Frage weil jetzt sehr schwer fuer Wirtschaft ist

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