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Qualifikation Wissensmanagement: Wissen organisieren, teilen und vermehren

Wissensmanagement in einer Organisation oder einem Unternehmen ist eine komplexe Aufgabe, für die es interessante Weiterbildungsstudiengänge gibt. Denn das Wissen der Mitarbeiter gehört als vierter Produktionsfaktor im Zeitalter der „Shareconomy“ zu den wichtigsten und nachhaltigsten Ressourcen von Unternehmen und ist damit entscheidend für deren Zukunftsfähigkeit.

Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch Gebrauch vermehrt. Das hat Gilbert Probst, Professor für Unternehmungsorganisation an der Universität Genf, gesagt. Wissen ist aber auch eine Ressource in den Köpfen von Menschen, die für andere nutzbar sein soll. Das trifft auf kleine und große Firmen, auf Handwerksbetriebe ebenso zu wie auf große Konzerne oder politische Parteien oder Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit. Und schon ist man mitten in der „Shareconomy“. Das Wort beschreibt die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben zum Teilen – und war Leitthema der CeBIT 2013, der weltweit größten Messe für Informationstechnik in Hannover.

Wissensmanagement hilft, das Wissen einer Organisation zu sichern

Die Tatsache, dass sich eine internationale Computermesse mit Informationsmanagement in der „Shareconomy“ befasst, zeigt die große Bedeutung von Wissensmanagement für Wirtschaft und Gesellschaft. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO und der BITKOM mit dem Titel „Fachkräftemangel und Know-how-Sicherung in der IT-Wirtschaft“ befragte 203 IT- und Telekommunikations-Unternehmen. Das Ergebnis: Durch Wissens- und Kompetenzverlust gehen den Unternehmen rund 11 Milliarden Euro Umsatz verloren.


Eine Studie des Zentrums für Weiterbildung der Universität Dortmund, Lehrstuhl für Weiterbildungs-, Sozial- und Organisationsmanagement, hat in einem internationalen Vergleich des IT-gestützten Wissensmanagements 42 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Politik, Beratung und Fachzeitschriften befragt. Zu den teilnehmenden Ländern gehörten Deutschland, Litauen, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, die USA sowie Hongkong. Dabei ist herausgekommen: Wissensmanagement bleibt in den nächsten Jahren weltweit ein Thema von großer Aktualität und hoher Relevanz. In Deutschland hat man sich – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – bereits sehr früh und intensiv mit dem Thema Wissensmanagement auseinandergesetzt.

„Die Produktivität von Wissen wird zu einer zentralen Herausforderung fürs Management“, sagt Sebastian Eschenbach, Leiter des Masterstudiengangs „Angewandtes Wissensmanagement“ an der Fachhochschule (FH) Burgenland/Österreich in „Die Presse“. Noch finde man in Unternehmen und Organisationen wenige, die sich explizit als „Wissensmanager“ bezeichnen, dafür sei das Tätigkeitsfeld noch zu jung. Eschenbach sagt einen steigenden Bedarf an „Hybrid“-Fachleuten vorher, „die über einen technischen, sozial-, geistes- oder wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund und eine zusätzliche Ausbildung als ,Knowledge Professional‘ verfügen“. Der Masterstudiengang „Angewandtes Wissensmanagement“ an der FH Burgenland soll diesen Bedarf decken.

Wissensmanagement und Demografie

Wissen kann zum Beispiel durch abwandernde Mitarbeiter verloren gehen. Ein weiteres großes Problem, das nicht nur Deutschland, sondern alle Industrieländer betrifft, sind alternde Belegschaften. Denn der Altersdurchschnitt in vielen Unternehmen ist hoch, und viele Schlüsselqualifikationen werden aufgrund des Fachkräftemangels nicht nachbesetzt. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung beschreibt die Situation in Japan so: „Unter den alternden Mitarbeitern sind oft wichtige Wissensträger und Experten, deren nahende Pensionierung zu Wissensverlust und Erfahrungsschwund führt – vor allem dann, wenn ein besonders geburtenstarker Jahrgang, wie beispielsweise Japans Baby-Boomer, gleichzeitig in Rente geht und eine Firma den Abgang mehrerer Wissensträger auf einmal verzeichnen muss.“ Daher wächst die Bedeutung von Wissensmanagement und auch Informationsmanagement – und von Personalentwicklung in den Firmen im In- und Ausland. Und die Berufsaussichten für Wissensmanager steigen entsprechend.

Was tut ein Wissensmanager?

Die Qualifikation Wissensmanager (auch Director Intellectual Capital oder Director Knowledge) zählt zu den Spezialberufen im IT-Bereich. Wissensmanagement ist ein Arbeitsbereich an der Schnittstelle von IT, Management und interner Unternehmenskommunikation. Man braucht dafür sowohl IT-Know-how und strukturorientiertes Denken als auch kommunikative Fähigkeiten und am besten auch Kompetenzen im Bereich der Personalorganisation.

Die Fort- und Weiterbildung zum Wissensmanager zielt auf diesen Arbeitsbereich. Da die Aufgaben breit angelegt sind, werden Menschen mit akademischer Grundausbildung aus verschiedenen Fachrichtungen angesprochen: Ingenieure, IT-Fachleute, Kommunikations- und Geisteswissenschaftler, aber auch Pädagogen und Psychologen. Neben informationstechnischen Kenntnissen (Intranet, Content Management Systeme, Workflow- und Groupware-Programme) werden entsprechend dem Anforderungsprofil die wirtschaftlichen und psychologischen Aspekte von Wissensmanagement vermittelt.

Weiterbildung Wissensmanagement als Masterstudiengang

"Knowledge Management is one of the hottest topics today in both the industry world and information research world”, heißt es in einer Einführung in das Thema Wissensmanagement der Universität von North Carolina (UNC). Sucht man nach Studiengängen in Deutschland und international, findet man unzählige Ergebnisse und interessante Möglichkeiten.

Ein zentrales Element des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Wissensmanagement an der Technischen Universität (TU) in Chemnitz bildet die studienbegleitende Projektarbeit. Das Projekt kann sowohl im Unternehmen oder der Organisation des Teilnehmers als auch in einem Partnerunternehmen aus dem Kreis der Beiratsmitglieder durchgeführt werden. Auch zahlreiche andere Hochschulen bieten ein vergleichbares Weiterbildungsstudium mit Masterabschluss an, zum Beispiel die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen unter dem Namen „Bildungs- und Wissensmanagement“.

Der einjährige MBA Information & Knowledge Management der Technischen Universität Amsterdam in den Niederlanden bietet Praktika mit Projekten, die gemeinsam mit Unternehmen wie Philips, Rabobank, IBM, Ordina, KPMG, Secondlife oder eBay durchgeführt werden. Das Masterstudium Information & Knowledge Management an der TU Wien ist vor allem für Absolventen und Absolventinnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik oder Wirtschaftsinformatik geeignet.

Wissensmanagement berufsbegleitend für Fach- und Führungskräfte

Der Masterstudiengang Wissensmanagement ist eine berufsbegleitende Weiterbildung. Sie ist konzipiert für Fach- und Führungskräfte mit dem Ziel, Kompetenzen im General Management und Know-how und Fähigkeiten für die effiziente Nutzung der Ressource Wissen in Unternehmen und sonstigen Organisationen zu entwickeln. Das interdisziplinäre Studium endet zum Beispiel an der TU Chemnitz mit dem universitären Abschluss des „Executive Master of Knowledge Management“ und ist durch die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) akkreditiert.

Juni 2013

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Kommentare

Henning In den Birken
16. Juli 2015

Sehr guter Artikel! Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse in der Breite Anwendung finden wird, bzw. dass diese Erkenntnisse zukünftig in Unternehmungen auf fruchtbaren Boden fallen werden.

A.Zmagneh
2. Juli 2015

i find it very useful and very interessant ,for already qualified person who who hasalready background to be able to continue e.g. Engineering.

Alejandro Brito
11. Juni 2013

Excelente artículo, si resulta mi postulación al PAD para el 2014 en Alemania podría pensar en una formación en Gestión del Conocimiento.

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