1 Finde ich gut

Was ist Europa und wie viel gibt es davon?

Europa ist mehr als ein Kontinent, es ist eine Sammlung von Erfahrungen, Erwartungen, Enttäuschungen, Erfüllungen und Hoffnungen. Europa ist eine Geschichte, nein es ist viele Geschichten.

In der letzten Zeit wird allerdings oft die Geschichte eines problematischen Europas erzählt, denn Europa sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die die Errungenschaften der letzten 50 Jahre aufs Spiel setzen.

Zu oft denken wir bei Europa an Krisen, Herausforderungen, notwendige Reformen und viel zu selten an seine großen Erfolge.Dabei gibt es wunderbare Beispiele dafür, wo Europa wirklich unser Leben spektakulär positiv verändert hat. Ein solches Beispiel ist der internationale Austausch zwischen Schülern, Studierenden, Praktikanten, Dozenten und Forschern.

So haben alleine im europäischen Erasmus-Programm mehr als 500.000 Menschen einen Teil ihres akademischen Lebens im europäischen Ausland verbracht. Dazu kommen noch viele andere, die mit anderen Förderungen oder auf eigene Faust gegangen sind.

Zeugen Europas

Das Projekt „Testigos de Europa – Zeugen Europas“ zeigt am Beispiel Spaniens und Deutschlands, wie sich dieser Austausch auf das Leben von sechs Grenzgängern ausgewirkt hat. Sechs Personen, die in sehr unterschiedlichen Beschäftigungsfeldern innerhalb unserer Gesellschaft gelandet sind: Kunst, Lehre, Rechtsberatung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Sie erzählen über ihre Erfahrungen und lassen uns daran teilhaben, was ihnen dieses lebendige, offene Europa eröffnet und wie es ihr Leben bereichert hat. Aber Zeugen Europas gibt es mindestens so viele wie es Einwohner hat. Wie sieht Ihr Europa aus?

Ana María Valderrama

Beruf: Violinistin
Austausch in: Berlin, Deutschland
Herkunftsort: Madrid, Spanien

„Ich habe es geliebt, in Berlin zu leben.“

Als Gewinnerin des 11. Internationalen Violinwettbewerbs Pablo Saraste 2011 sowie des speziellen Publikumspreises ist Ana María Valderrama die erste spanische Violinistin in der Geschichte, die diesen renommierten Preis gewann.

Lesen Sie mehr

Gregor Erlebach

Beruf: Rechtsanwalt in der Kanzlei Cuatrecasas
Austausch in: Valencia Spanien
Herkunftsort: Mainz, Deutschland

„Europa hat mein Leben verändert.“

Gregor Erlebach hat über das europäische Erasmus-Programm in Valencia Jura studiert. Am meisten gelernt hat er aber über die spanische Kultur: offen, sehr unkompliziert und herzlich.

Lesen Sie mehr

Leonhard Simon

Beruf: Student am Institut Barcelona d'Estuid Internacionals: International Relations and Security Politics
Austausch in: Barcelona, Spanien
Herkunftsort: München, Deutschland

„Einmischung ist die einzige Art, relevant zu bleiben. (Heinrich Böll)“

Erst mit Erasmus-Stipendium nach Irland und dann für einen Master nach Spanien. Es war der gute Ruf und das Versprechen eines internationalen Umfelds seines Aufnahmeinstituts, die Leonhard Simon dazu brachten, internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik in Barcelona zu studieren.

Lesen Sie mehr

Patricia Suarez

Beruf: Präsidentin der ASUFIN-Gesellschaft (Finanzieller Verbraucherschutz)
Austausch in: Rhede, Magdeburg, Bochum, Deutschland
Herkunftsort: Madrid, Spanien

„Europa bedeutet für mich Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Sicherheit.“

Aufgewachsen in Spanien und Mexiko fühlt sich sie sich jeher eher wie eine Europäerin. Durch ihre Aufenthalte in London und Deutschland hat sie viel über Religionen, Sprache, Politik und Geschichte gelernt.

Lesen Sie mehr

Felix Scheffler

Beruf: Lehrer und Kunsthistoriker
Austausch in: Madrid, Spanien
Herkunftsort: Dortmund, Deutschland

„Studieren als spirituelles Abenteuer.“

Felix Scheffler kam als Kunsthistoriker für die wichtigste Institution kunstgeschichtlicher Forschung nach Madrid. Dank eines DAAD-Stipendiums konnte er seine Doktorarbeit über Stillleben im 17. Jhd. Spaniens in der Abteilung “Diego Velazquez” und im Prado-Museum schreiben.

Lesen Sie mehr

Sergio Perez Acebron

Beruf: Wissenschaftler und Gruppenleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum
Austausch in: Heidelberg, Deutschland
Herkunftsort: Bilbao, Spanien

„Ich fühle, dass ich dazugehöre.“

Obwohl er ein umfangreiches Stipendium in Großbritannien zugesagt bekam, um eine Gruppe am UCL in London zu koordinieren, entschied sich Sergio aufgrund des Brexits, an der Universität Heidelberg als Dozent und Gruppenleiter und somit in Europa zu bleiben.

Lesen Sie mehr


Wie sieht Ihr Europa aus?

Diskutieren Sie mit uns darüber, was Europa Ihnen bedeutet.


Kommentare

Stephan Moratti
15. Mai 2019

Ich lehre und forsche an der Complutense Universität in Madrid und komme aus Deutschland. Ohne ein freies Europa ohne Grenzen wäre dies für mich nicht möglich gewesen. Ich würde mir sogar noch viel mehr Europa wünschen, um den zukünftigen Herausforderungen besser gerecht zu werden.

Harald Hellmuth
15. Mai 2019

Ohne in ein gemeinsames Europa - EU - eingebunden zu sein sind die einzelnen Staaten zu klein um mit den Vereinigten Staaten, China und Indien im Wettbewerb bestehen zu können. Ein gemeinsamer Innenmarkt ist unentbehrlich. Eine gemeinsame Währung trägt zur Produktivität entscheidend bei. Dafür sind gemeinsamen Regelungen erforderlich. Tatsächlich fehlteine Annäherung der Sozialgesetze und der Steuersysteme. Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den skandinavischen Ländern und Mittelmeerländern sehr gross. Im Vergleich zu China und den Vereinigten Staaten ist Europa eine Vereinigung - Föderation - mit vielen Sprachen und nationalen Bewusstsein. Neben diesen, muss noch ein europäisches Bewus stsein wachsen. Es gibt kein Weg zurück. Die Engländer werde das einsehen.

Jetzt kommentieren