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Humboldt: Vom Pionier der Forschung zu internationalen Forschungskooperationen

Wie ihr Namenspatron fördert die Alexander von Humboldt-Stiftung den weltweiten Austausch von Wissenschaftlern. Der Materialexperte und Deutschland-Alumnus Professor Dr. Jai-Sung Lee knüpft das Netzwerk in Korea. Er engagiert sich als Humboldtianer für nachhaltige Forschungskooperationen – international und interdisziplinär.

Der Briefverkehr nach Russland, Mexiko und in andere Länder war gewaltig. Mit etwa 50.000 Nachrichten belebte Alexander von Humboldt eine weltweite Korrespondenz unter Forschern. Zudem förderte deren Erfahrungs- und Wissensaustausch durch persönliche Treffen. Der Naturforscher ist aufgrund seiner Forschungsreisen und Publikationen zu unterschiedlichen Forschungsfeldern – von der Geologie über die Botanik bis hin zur Astronomie – weltbekannt und nicht zuletzt auch als Netzwerk-Pionier geschätzt.

Professor Dr. Jai-Sung Lee bedient sich moderner Kommunikationsmittel, lebt in der Stadt Ansan in Korea und begann seine wissenschaftliche Karriere als Materialexperte etwa 200 Jahre nach Humboldts Wirken. Dennoch verbindet die beiden Wissenschaftler mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Humboldtianer sind Brückenbauer der Wissenschaften

Professor Lee ist Humboldtianer. Nach seinem Studium an der Hanyang Universität in Ansan und seiner Promotion in Metallkunde an der Universität Stuttgart erhielt Lee 1986/87 ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Münster. Als ehemaliger Stipendiat ist er bis heute eng mit der gemeinnützigen Stiftung zur Förderung von internationalen Forschungskooperationen verbunden. So vertrat der Alumnus als Vertrauenswissenschaftler die Stiftung von 2006 bis 2011 in seinem Heimatland und war von 2012-2013 Präsident des Humboldt-Clubs Korea.

Über gezielte Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit unterstützte er damit den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Korea. „In den letzten fünfzig Jahren ist der Republik Korea eine enorme Entwicklung auf fast allen Gebieten gelungen“, so Lee. „Während genau dieser Jahre ist meine wissenschaftliche Laufbahn vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit zwischen Korea und Deutschland gewachsen.“ Heute dient der renommierte Wissenschaftler als Mittler zwischen den Forschergemeinschaften bei einer Reihe von Veranstaltungen und Kollegs.

Aktivitäten der Humboldt-Stiftung in der Community

In der Community-Gruppe „Alumni der Alexander von Humboldt-Stiftung“ können Sie weitere exzellente Forscher aus der ganzen Welt kennenlernen und wiedertreffen, sich untereinander austauschen sowie Kontakte für Ihre persönliche und berufliche Zukunft knüpfen. Weiterhin erhalten Sie hier Informationen der Humboldt-Stiftung über Alumniaktivitäten und -programme.

Community-Gruppe für Humboldt-Alumni

Auch das vollständige Interview mit Herrn Professor Dr. Lee finden Sie in der Community-Gruppe für Humboldt-Alumni (Mitgliedschaft auf Anfrage) sowie in der offenen Community-Gruppe „Studium und Forschung“.

Zum Interview

Forschungskooperationen zwischen Korea und Deutschland

Professor Lee ist überzeugt, dass erfahrene Wissenschaftler, deren Forschungsarbeiten unter anderem in Deutschland durch den Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) oder die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) gefördert wurden, entscheidend zu Koreas Entwicklung beigetragen haben. „Koreanische Wissenschaftler konnten ihre Zusammenarbeit mit den deutschen Instituten kontinuierlich und nachhaltig fortsetzen.“ Forschung und Entwicklung gewinnt in Korea zunehmend an Bedeutung, was sich auch an den steigenden Ausgaben in diesem Bereich zeigt: diese sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich. Neben staatlichen Projekten, wie der Initiative für den Aufbau eines Nationalen Technologie- und Innovationssystems, werden auch Koreanische Universitäten auf dem internationalen Parkett sichtbarer.

So verfügt auch Lees Alma Mater, die Hanyang Universität, über internationales Renommee. Als Initiator und ehemaliger Geschäftsführer des Education-Research-Industry Cluster at Ansan – kurz ERICA – ist Professor Lee daran maßgeblich beteiligt. ERICA ist ein Netzwerk von Forschungseinrichtungen und Unternehmen, in dem hochqualifizierte Wissenschaftler arbeiten und ausgebildet werden. „Das High Tech Cluster fördert den Austausch zwischen staatlichen und privaten Forschungsinstituten und ist um den Aufbau internationaler Forschungskooperationen bemüht.“ Eine der Maßnahmen ist das bilaterale Internship für Studenten der Fachhochschule Esslingen und der Hanyang University.

Blickt Professor Lee auf den Beginn seiner eigenen wissenschaftlichen Karriere zurück, dann erkennt er deutliche Unterschiede zum heutigen Wissenschaftsbetrieb in Korea. „Ich befürchte, dass Schüler und junge Studierende viel weniger Chancen als früher haben, etwas über die deutsche Kultur und Sprache zu erfahren.“ Dies, so sorgt sich der Materialexperte, der fließend Deutsch spricht, mindert die Möglichkeiten der Forschungskooperationen der beiden Länder und somit die Potentiale zu ihrer Stärkung. Für Professor Lee ist es daher besonders wichtig, dass Studierende und Nachwuchswissenschaftler möglichst viele Gelegenheiten und Plattformen zum Erfahrungsaustausch rund um wissenschaftliche Kooperationen erhalten.

Infografik: Wissenschaftler in Bewegung

Wissenschaftler sind heutzutage mobiler denn je. Doch warum gehen sie ins Ausland? Aus welchen Ländern kommen die meisten von ihnen? Wohin gehen Sie? Die Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in unserer Infografik.

Infografik „Wissenschaftler in Bewegung“

Mit Humboldt in die wissenschaftliche Zukunft

Frei nach Humboldt erklärt Professor Lee: „Erfolgreiche Kooperationen internationaler Forscher können durch nachhaltige Kommunikation und Austausch zwischen den Akteuren ermöglicht werden.“ So interdisziplinär und international Humboldt geforscht hat, so sieht auch Lee die Forschungskooperationen. Wichtige Partner sind dabei auch die geschichtlich und kulturell eng miteinander verbundenen Länder China und Japan. Die Zusammenarbeit im Netzwerk der Humboldtianer hat laut Lee den großen Vorteil, „dass nicht nur der internationale, sondern auch der interdisziplinäre Austausch in der Wissenschaft effektiv aktiviert werden kann. Bislang haben wir in erster Linie den Austausch auf individueller Ebene, nun werden wir ein Netzwerk in Ostasien aufbauen.“

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Kommentare

Viola Erlenmaier
26. Juni 2013

@Le Hung Anh: Senden Sie gerne eine kurze Email an redaktion@alumniportal-deutschland.org. Dann bringen wir Sie mit Prof. Lee in Kontakt.

Le Hung Anh
25. Juni 2013

Ich habe mit Kollegen aus Korea und Taiwan das Asia Network for Environment and Energy (ANEE). Wir wuerden gern mit Prof. Lee verknuepfen.

rk_prom
25. Juni 2013

Hallo, ich würde gerne in einem Alumni-Netzwerk in Korea teilnehmen, wenn Herr. Professor Dr. Lee organisiert.

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