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Förderprogramme für Frauen in der Wissenschaft

Nach wie vor sind Frauen weltweit in der Wissenschaft unterrepräsentiert. Förderprogramme zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft, die helfen, die „kleinen Unterschiede“ auszugleichen. Hier finden Sie Infos über spezielle Förderprogramme für Frauen in der Wissenschaft.

Von Chancengleichheit keine Spur. Die ersten Studentinnen an deutschen Universitäten mussten bis zur ihrer Zulassung viele bürokratische Hürden überwinden und begegneten häufig offener Ablehnung im Hörsaal. Hermine Edenhuizen, die erste ausgebildete Frauenärztin, etwa schreibt: „1898 wurden Frauen noch nicht immatrikuliert. Wir mussten jeden Dozenten um Erlaubnis bitten, seine Vorlesung hören zu dürfen.“ Erst 1908 ließen die letzten deutschen Universitäten das Frauenstudium zu – im europäischen Vergleich sehr spät.

Frauen in der Wissenschaft: Fördern oder „enthindern“?

Heute ist zwar gut die Hälfte der Studienanfänger in Deutschland weiblich, doch nur etwa 30 Prozent der Doktortitel und 15 Prozent der Habilitationen gehen an Frauen. „Frauen müssen nicht gefördert, sie müssen enthindert werden!“, sagt Elisabeth Cheauré, Sprecherin der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs über die Situation im Hochschulbetrieb.

Mit dem Bundesgleichstellungsgesetz ist zwar die Gleichstellung von Mann und Frau gesetzlich verankert, aber viele Hindernisse auf dem Weg zur Chancengleichheit an den Hochschulen sind geblieben: Bei der Stellenvergabe zum Beispiel bekommen Frauen noch immer häufiger die kürzer befristeten und weniger sicheren Stellen und Stipendien. Auch herrscht noch immer die Vorstellung, dass ein wissenschaftlicher Beruf nicht mit der Gründung einer Familie vereinbar ist.

Gleichstellung oder Frauenförderung?

Der kurze Blick auf die Anfänge des Frauenstudiums und die aktuelle Situation der Frauen in der Wissenschaft macht eines deutlich: Überall dort, wo Frauen benachteiligt oder unterrepräsentiert sind, müssen sie so lange eine besondere Unterstützung erfahren, bis eine Chancengleichheit hergestellt ist. Mit unterschiedlichen Förderprogrammen unterstützen Universitäten oder Forschungseinrichtungen die Gleichstellung. Dabei gib es gezielte Maßnahmen für die Förderung von Frauen. Denn Chancengleichheit kommt letztendlich allen zugute.

Dr. Eva Reichwein, Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), bringt den Nutzen auf den Punkt: „Gemischt zusammengesetzte Teams gelangen aufgrund der Vielfalt an Perspektiven zu kreativeren und besseren Ergebnissen. Die Beteiligung von Frauen in der Wissenschaft wirkt sich somit auch positiv auf die Qualität der Forschung aus. Daher setzt sich die DFG aktiv für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein und machte diese 2002 zu einem Satzungsziel.“

Maßnahmen und Förderprogramme zur Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Fast alle Förderprogramme der DFG bieten Maßnahmen, die zur Herstellung von Gleichstellung bzw. Chancengleichheit dienen sollen und teilweise zusätzliche Unterstützung bieten, z.B. die Verlängerung von Stipendien für Eltern oder auch Kinderbetreuungsmaßnahmen.

Ausführliche Informationen zum Bereich Chancengleichheit in der DFG

Spezielle Informationen zu Maßnahmen in den einzelnen Förderprogrammen

Alexander von Humboldt-Stiftung

Die Alexander von Humboldt-Stiftung setzt sich für die Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Forschung ein. Bewerbungen und Nominierungen von Frauen werden begrüßt und eine familienfreundliche Ausgestaltung der Programme gefördert.

Fragen, die sich insbesondere für Wissenschaftlerinnen und junge Familien stellen, finden Sie im FAQ Bereich für Wissenschaftlerinnen und Familien.

Zum FAQ

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)


Das BMBF unterstützt die Chancengleichheit durch eine Reihe von Programmen und Maßnahmen.

Internationales Büro des BMBF (bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung) BMBF Programme für Frauen

Zum BMBF

Frauen in der internationalen Forschung


Auch in der EU sind Frauen auf allen Beteiligungsebenen der Forschung unterrepräsentiert.

Mit dem Forschungsrahmenprogramm soll der Anteil von Wissenschaftlerinnen erhöht und die Forschung gendersensibel gestaltet werden.

Zum Programm

Ahfad University for Women, Sudan


Die Ahfad Universität (AUW) steht ausschließlich Frauen offen. Ziele der Hochschule sind: Bildungsmöglichkeiten für Frauen schaffen, die Rolle von Frauen, besonders in der ländlichen Entwicklung, stärken und die Gleichberechtigung von Frauen in Sudan zu fördern.

Die AUW ist sehr gut international vernetzt; u.a. gibt es eine jährliche Summerschool in Kooperation mit der Humboldt-Universität in Berlin und der Freien Universität Berlin sowie ein reguläres Austauschprogramm ebenfalls mit Berliner Universitäten.

Zur Ahfad Universität

Oktober 2012

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