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Green Talents: das internationale Wissenschaftsforum zur nachhaltigen Entwicklung

Sein Forschungsgebiet ist Nachhaltigkeit. Dr. Owen Horwood aus Johannesburg/Südafrika ist Umweltexperte und einer der Preisträger des Green-Talents-Wettbewerbs für junge Wissenschaftler. Hier berichtet er über seine Erfahrungen beim internationalen Forum für junge Wissenschaftler zur nachhaltigen Entwicklung, das jedes Jahr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgelobt wird.

Keine Frage: Nachhaltige Entwicklung ist eine globale Aufgabe und lässt sich nur bewältigen, wenn Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und politische Entscheidungsträger Hand in Hand nach Lösungen suchen. Diesen internationalen und interdisziplinären Ansatz unterstützt der Wettbewerb „Green Talents“, ein Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das den Austausch über Nachhaltigkeitsthemen fördern soll. Es wendet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung.

Im Jahr 2011 wurde Dr. Owen Horwood, Experte für Wasserressourcen-Management aus Johannesburg, Südafrika, als „Green Talent“ ausgezeichnet. Wir hatten Gelegenheit, ihn nach seinen Erfahrungen in Deutschland zu fragen und über seine Erwartungen an den künftigen Informationsaustausch mit seinem Gastland zu sprechen.

Wie wird man ein „Green Talent“ im Bereich Nachhaltigkeit?

Der Oxford-Absolvent Dr. Owen Horwood hatte in einem Newsletter des Water Institute of Southern Africa vom Green-Talents-Wettbewerb erfahren und beschlossen, sich zu bewerben: „Mit meinem interdisziplinären wissenschaftlichen Hintergrund stimme ich mit dem aktuellen deutschen Ansatz überein, dass auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen eine Rolle spielen müssen.“ Tatsächlich profitiert der Green-Talents-Wettbewerb zur Entwicklung globaler Lösungen von der wissenschaftlichen und kulturellen Vielfalt.

Die Auszeichnung „Green Talent“ erhielt Horwood von einer Jury aus deutschen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, die alljährlich unter einer großen Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern aus aller Welt 25 Preisträger ermitteln. Diese besuchen im Rahmen eines zehntägigen Wissenschaftsforums renommierte Institutionen der Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland. Ein weiterer, für die Netzwerkbildung wichtiger Aspekt des Forums ist die Möglichkeit, auf einzelnen Fachtagungen deutsche Experten in den jeweiligen Interessensgebieten der Wissenschaftler kennenzulernen.

Green Talents 2011

Nachhaltigkeit in der Praxis

Im darauffolgenden Jahr erhalten die Green Talents Gelegenheit, im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in einer Institution ihrer Wahl zu arbeiten. Owen Horwood entschied sich für das Heidelberg Center for the Environment (HCE). Hier blieb er zwei Monate. „Da ich am Oxford University Centre for the Environment studiert habe, lag die Entscheidung auf der Hand: Die Arbeit am HCE ermöglichte mir die Gegenüberstellung unterschiedlicher Herangehensweisen an wachsende Umweltrisiken, Mängel, potenzielle neuralgische Punkte in sozioökonomischen und Umweltsystemen sowie Möglichkeiten, Forschungsmodelle so anzupassen, dass sie die Entscheidungsfindung beeinflussen.“

Horwood unterstreicht auch den integrierten Ansatz der Institution. Er erläutert, dass Nachhaltigkeitsforschung auf den Gesellschafts- und Naturwissenschaften aufbaut und deren Interaktion benötigt. So kann man die mit dem Wandel der Umweltbedingungen verbundenen Probleme analysieren und deuten. In seinen Augen ist das HCE sehr gut geeignet, den Auf- und Ausbau dieses integrierten Wissenschaftszweigs zu fördern und die Forschungskapazität der Universität in diesem äußerst wichtigen Feld abzubilden.

April 2013

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