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Wissenschaftliche Förderprogramme als Instrumente der Entwicklungspolitik

Die Etablierung international wettbewerbsfähiger Wissenschaftssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern ist für Wachstum, Wohlstand und sozialen Frieden von großer Bedeutung. Deshalb sind gezielte Förderprogramme für die wissenschaftliche Exzellenz der Länder im Rahmen einer auf internationaler Zusammenarbeit basierenden Entwicklungspolitik besonders wichtig.

Wie und wo können junge Wissenschaftler ausgebildet werden? Wie interessiert man Wissenschaftler für die Zukunftsfragen ihrer Herkunftsländer? Wie lässt sich hierfür ein länder- und fächerübergreifendes Wissenschaftsnetzwerk aufbauen und nutzen? Antworten auf diese Fragen sind dringend notwendig, um die strukturellen Defizite der LDC-Länder bei der Organisation des Wissenschaftsbetriebs zu verringern. Denn gegenüber den Industrieländern befinden sie sich beim Streben nach neuartigem Know-how in einer ungleichen Konkurrenzsituation.

Die deutsche Entwicklungspolitik fördert allem die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften, akademischem Lehrpersonal und Nachwuchswissenschaftlern. Passende Förderprogramme sollen die Wissenskapazitäten und entwicklungsrelevanten Forschungsbereiche in den Partnerländern stärken. Natur- und Agrarwissenschaften, Umweltschutz sowie Ingenieur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind Fachbereiche, die für die Entwicklung eines Landes besonders relevant sind.

Partnerschaftliche Entwicklungspolitik: Förderprogramme stärken Wissenschaftssysteme in armen Staaten

Die meisten Förderprogramme sind speziell für die Aus- und Fortbildung von Postgraduierten geschaffen und sollen die Hochschulen in den Entwicklungsländern stärken.

Auf der Homepage „Kooperation international“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) findet sich ein erster Überblick über die internationale Bildungs- und Forschungslandschaft in über 36 Ländern. Hier stehen neben allgemeinen Landesinformationen auch wissenschaftliche Förderprogramme und Initiativen.

Die Alexander von Humboldt Stiftung (AvH) fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Wissenschaftlern. Dazu gibt es eine Reihe von Forschungsstipendien und Forschungspreisen, beispielsweise das Georg-Forster-Forschungsstipendium für Postdoktoranden und erfahrene Wissenschaftler, das neue Capes-Humboldt-Forschungsstipendium speziell für Wissenschaftler aus Brasilien oder den Georg-Forster-Forschungspreis. Er nominiert Wissenschaftler aller Fachrichtungen für ihr bisheriges Schaffen und zeichnet sie aus.

Entwicklungspolitische Förderprogramme des DAAD

Zu den Förderprogrammen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zählen unter anderem entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge an deutschen Universitäten und Fachhochschulen für junge Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungsländern. Der DAAD fördert vielfältige Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Sur place scholarships. Sie unterstützen vor allem zukünftige Hochschullehrer aus Entwicklungsländern im Rahmen von Postgraduierten-Studiengängen (bis zur Promotion). Die Ausbildung erfolgt an Hochschulen in den Heimat- oder Drittländern der Region, der Schwerpunkt liegt auf afrikanischen Ländern.

Hinzu kommen Förderprogramme, die Hochschulen in den Bereichen Lehre, Forschung und Dienstleistung stärken. Dazu gehört das Higher Education Management (DIES) - ein Programm zur Unterstützung der Hochschulen in Entwicklungsländern bei Reformstrategien. Hier geht es darum, das institutionelle Management sowie die Qualität und Relevanz von Studienprogrammen zu verbessern. Das Förderprogramm Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit liefert wirkungsvolle und innovative Beiträge zur Realisierung der Ziele der Entwicklungspolitik.

Die auf Entwicklungsländer bezogenen Aufbaustudiengänge des DAAD, darunter auch Studiengänge für Postgraduierte, richten sich an junge Akademiker aus Lehre und Forschung. Bei den speziell für arabische Länder eingerichteten bikulturellen Masterstudiengängen liegt der Fokus auf der Vermittlung von regionalem Wissen und interkultureller Kommunikationsfähigkeit an Partneruniversitäten.

April 2013

Kommentare

Mohamed Ali Talib
23. April 2013

Solche Programme sind hervorragend.Sie sollen auch von den Nutzerseiten mitgeplannt sein,um ideale Ergebnisse zu gewinnen.

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