Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Es gibt weltweit nicht genügend hochwertige und menschenwürdige Jobs. In den weniger entwickelten Regionen der Welt wächst die Wirtschaft zu langsam. Löhne und Arbeitsbedingungen sind daher für viele sehr schlecht.

2016 waren fast 6 Prozent der Weltbevölkerung arbeitslos, die Tendenz ist steigend. Viele Menschen können von ihrem Lohn kaum Leben und sind trotz Arbeit arm. Besonders betroffen sind Frauen und Jugendliche, die oft auch keine Ausbildung besitzen. Darüber hinaus ist Kinderarbeit in einigen Ländern noch weit verbreitet und nimmt den Kindern die Chance, Schulen zu besuchen. Den Arbeitslohn brauchen ihre Familien aber zum Überleben. Die wenigsten Firmen weltweit produzieren und wirtschaften nachhaltig. Damit gefährden sie das Wohl vieler Menschen und zerstören zudem natürliche Ressourcen.

Was ist zu tun?

Eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung ist eine gesunde Wirtschaft. Es braucht nicht nur mehr Jobs, sondern auch Unternehmen, die die Umwelt schonen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gute Löhne bieten und Männern und Frauen die gleichen Chancen gewähren. Damit etwa möglichst viele junge Menschen einen Beruf erlernen, soll ab 2020 eine globale Strategie für Jugendbeschäftigung umgesetzt werden. Zudem sollen bis 2030 die schlimmsten Formen der Ausbeutung und Kinderarbeit abgeschafft sein. Die Wirtschaft soll weltweit nachhaltiger werden und in den weniger entwickelten Ländern um mindestens sieben Prozent pro Jahr wachsen. Die Politik steht in der Pflicht, Produktivität, Ressourceneffizienz und Innovation zu fördern.

Daten und Fakten

  • Mehr als 200 Millionen Menschen sind weltweit ohne Arbeit. In Westasien und Nordafrika ist die Arbeitslosenquote der Frauen doppelt so hoch ist wie die der Männer.
  • Etwa 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung weltweit haben pro Tag weniger als 3,10 USD zum Leben und zählen damit zu den „Working Poor“.
  • Die Arbeitsverhältnisse von etwa 80 Prozent der Menschen in Entwicklungsländern sind prekär, also schlecht bezahlt, nicht von Dauer oder mit zu geringer Stundenzahl.

8.1 Wirtschaftswachstum aufrechterhalten

Ein Pro-Kopf-Wirtschaftswachstum entsprechend den nationalen Gegebenheiten und insbesondere ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von mindestens 7 Prozent in den am wenigsten entwickelten Ländern aufrechterhalten

8.2 Produktivität steigern

Eine höhere wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, technologische Modernisierung und Innovation erreichen, einschließlich durch Konzentration auf mit hoher Wertschöpfung verbundene und arbeitsintensive Sektoren

8.3 Entwicklungsorientierte Wirtschaftspolitik

Entwicklungsorientierte Politiken fördern, die produktive Tätigkeiten, die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze, Unternehmertum, Kreativität und Innovation unterstützen, und die Formalisierung und das Wachstum von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen unter anderem durch den Zugang zu Finanzdienstleistungen begünstigen

8.4 Nachhaltig Wirtschaften

Bis 2030 die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion Schritt für Schritt verbessern und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben, im Einklang mit dem Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum und Produktionsmuster, wobei die entwickelten Länder die Führung übernehmen

8.5 Vollbeschäftigung & menschenwürdige Arbeit

Bis 2030 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle Frauen und Männer, einschließlich junger Menschen und Menschen mit Behinderungen, sowie gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit erreichen

8.6 Ausbildung & Arbeit für junge Menschen

Bis 2020 den Anteil junger Menschen, die ohne Beschäftigung sind und keine Schul- oder Berufsausbildung durchlaufen, erheblich verringern

8.7 Kinder- und Zwangsarbeit abschaffen

Sofortige und wirksame Maßnahmen ergreifen, um Zwangsarbeit abzuschaffen, moderne Sklaverei und Menschenhandel zu beenden und das Verbot und die Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich der Einziehung und des Einsatzes von Kindersoldaten, sicherstellen und bis 2025 jeder Form von Kinderarbeit ein Ende setzen

8.8 Arbeitsrechte schützen

Die Arbeitsrechte schützen und sichere Arbeitsumgebungen für alle Arbeitnehmer, einschließlich der Wanderarbeitnehmer, insbesondere der Wanderarbeitnehmerinnen, und der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, fördern

8.9 Nachhaltigen Tourismus fördern

Bis 2030 Politiken zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus erarbeiten und umsetzen, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Kultur und lokale Produkte fördert

8.10 Zugang zu Finanzdienstleistungen

Die Kapazitäten der nationalen Finanzinstitutionen stärken, um den Zugang zu Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen für alle zu begünstigen und zu erweitern

8.a Exporte von Entwicklungsländern erhöhen

Die im Rahmen der Handelshilfe gewährte Unterstützung für die Entwicklungsländer und insbesondere die am wenigsten entwickelten Länder erhöhen, unter anderem durch den Erweiterten integrierten Rahmenplan für handelsbezogene technische Hilfe für die am wenigsten entwickelten Länder

8.b Globale Strategie für Jugendbeschäftigung

Bis 2020 eine globale Strategie für Jugendbeschäftigung erarbeiten und auf den Weg bringen und den Globalen Beschäftigungspakt der Internationalen Arbeitsorganisation umsetzen

„Social Entrepreneurship ist in vielen Ländern ja noch unbekannt. Gerade in Ost- und Südosteuropa könnte das Modell, sich selbstständig zu machen und soziale Probleme zu lösen, ein kleiner Schritt auf dem Weg aus der Krise sein.“

Quelle: Alumniportal-Interview

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