3 Finde ich gut

Warum Millionen Menschen hungern, obwohl es genug zu essen gibt

„Du bist, was du isst“, lautet ein deutsches Sprichwort. Und wer bist du, wenn du (fast) nichts isst? In drei von vier Fällen eine Kleinbäuerin, ein Viehzüchter oder ein Arbeiter auf dem Land, vermutlich in Asien oder Afrika. Denn dort hungern am meisten Menschen. Was muss getan werden, um das zu ändern? Zehn Fakten zum Thema Hunger und Ernährungssicherheit weltweit.

  • Fakt 1: Es gibt genügend Lebensmittel, um alle Menschen dieser Erde jeden Tag satt zu kriegen.

    Fakt 1: Es gibt genügend Lebensmittel, um alle Menschen dieser Erde jeden Tag satt zu kriegen.

    Genauer: Es gibt mehr als genug Lebensmittel für alle. Das Essen reicht für eineinhalbmal so viele Menschen wie zurzeit auf der Erde leben.

  • Fakt 2: Weltweit hungern 795 Millionen Menschen.

    Fakt 2: Weltweit hungern 795 Millionen Menschen.

    Das bedeutet: Jeder neunte Mensch hat Tag für Tag nicht genug zu essen. Die meisten von ihnen leben in Afrika und Asien und sind Kleinbauern, Viehzüchter oder Arbeiter auf dem Land. 108 Millionen Menschen hungern sogar extrem und leiden unter akuter Mangelernährung. 

  • Fakt 3: Die Vereinten Nationen wollen erreichen, dass 2030 alle Menschen genug zu essen haben.

    Fakt 3: Die Vereinten Nationen wollen erreichen, dass 2030 alle Menschen genug zu essen haben.

    In den vergangenen Jahren sind große Fortschritte erzielt worden, der Hunger weltweit ist seit dem Jahr 2000 um 27 Prozent zurückgegangen. Dennoch hungern auch heute noch knapp 800 Millionen Menschen. In der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die Staatengemeinschaft vereinbart, den Hunger weltweit zu besiegen.

  • Fakt 4: Fast 40 Prozent aller Lebensmittel gehen nach der Ernte verloren.

    Fakt 4: Fast 40 Prozent aller Lebensmittel gehen nach der Ernte verloren.

    Das sind mehr als eine Milliarde Tonnen jährlich. Die Gründe sind vielfältig: In vielen Ländern wird ein Großteil der Lebensmittel vom Handel oder vom Verbraucher weggeworfen. Außerdem verdirbt ein Teil der Lebensmittel, weil sie nach der Ernte nicht ausreichend getrocknet werden und verschimmeln oder in Lagerhallen Schädlingen zum Opfer fallen. Manchmal kann die Ernte auch einfach nicht schnell genug zum Markt transportiert werden, bevor sie verdirbt.

  • Fakt 5: Es gibt zunehmend Nutzungskonflikte auf den Böden dieser Welt.

    Fakt 5: Es gibt zunehmend Nutzungskonflikte auf den Böden dieser Welt.

    Äcker werden nicht nur für landwirtschaftliche Zwecke bestellt. Sie werden auch für den Anbau von Rohstoffen wie Brennholz, Baumwolle oder von Grundstoffen für Verpackungen und Kosmetika genutzt, und zunehmend auch für Biokraftstoff. Zudem wird immer mehr Fleisch gegessen – und deshalb auf noch mehr Fläche Viehfutter angebaut werden. Damit bleibt weniger Ackerland für den Anbau von Nahrungsmitteln für Menschen übrig.

  • Fakt 6: Jedes Jahr werden 24 Milliarden Tonnen fruchtbare Erde zerstört.

    Fakt 6: Jedes Jahr werden 24 Milliarden Tonnen fruchtbare Erde zerstört.

    Das passiert durch Klimaphänomene wie Dürren, Überschwemmungen und Bodenerosionen, aber auch durch den Menschen, indem er die Äcker übernutzt oder Bodenflächen versiegelt. Bäuerinnen und Bauern müssen dann oft auf neue Flächen ausweichen, für die wiederum Wälder gerodet und Feuchtgebiete trockengelegt werden.

  • Fakt 7: Dort, wo Krieg oder bewaffnete Konflikte herrschen, sind besonders viele Menschen unterernährt.

    Fakt 7: Dort, wo Krieg oder bewaffnete Konflikte herrschen, sind besonders viele Menschen unterernährt.

    Denn für Bauern ist es dann oft zu gefährlich, Landwirtschaft zu betreiben, außerdem erschweren Kriege und Konflikte den Handel. Hinzu kommt, dass aus Kriegsgebieten Menschen häufig in sicherere Regionen fliehen. Doch in der Fremde können sie sich dann oftmals nicht mehr selbst versorgen.

  • Fakt 8: Die Preise im Lebensmittelhandel sind seit einigen Jahren instabil.

    Fakt 8: Die Preise im Lebensmittelhandel sind seit einigen Jahren instabil.

    Wenn die Nahrung zu teuer ist, können sich manche Menschen keine regelmäßigen Mahlzeiten mehr leisten. Oder sie greifen auf die günstigsten Lebensmittel zurück, die es gibt, was wiederum zu einseitiger Ernährung führt. Das kann die Gesundheit schädigen.

  • Fakt 9: 2050 werden vermutlich mehr als neun Milliarden Menschen auf der Welt leben.

    Fakt 9: 2050 werden vermutlich mehr als neun Milliarden Menschen auf der Welt leben.

    Essgewohnheiten werden anspruchsvoller. Die meisten Menschen werden sich regelmäßig ein Stück Fleisch oder eine Tasse Milch – also tierische Produkte – gönnen wollen. Es wird im Jahr 2050, so schätzen die Vereinten Nationen, einen Mehrbedarf an Nahrungs- und Futtermitteln um 60 Prozent geben.

  • Fakt 10: Um Ernährungssicherheit zu schaffen, muss vor allem die Landwirtschaft weltweit nachhaltiger gestaltet werden.

    Fakt 10: Um Ernährungssicherheit zu schaffen, muss vor allem die Landwirtschaft weltweit nachhaltiger gestaltet werden.

    Dazu müssen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weitergebildet werden. Vor allem darf die Landwirtschaft der Umwelt nicht schaden. Die Böden dürfen zum Beispiel nicht überdüngt werden, weil das auf lange Sicht der Fruchtbarkeit schadet. Auch die Bewässerung der Pflanzen muss sparsam erfolgen, damit es auch in Zukunft noch ausreicht und die Menschen auch langfristig frisches Trinkwasser haben. 

Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die man tun kann, um den Hunger auf der Welt zu beenden.  Sie haben eine Idee, was man gegen den weltweiten Hunger tun kann? Kennen Sie Initiativen, die sich für nachhaltige Landwirtschaft oder für die Landrechte von Bäuerinnen und Bauern einsetzt? Dann berichten Sie uns davon in der Community!

Community-Diskussion

Ein gutes Beispiel: Die Online-Plattform ConnectFarmer.com hilft indischen Kleinbauern, wirtschaftlich zu überleben. Die Idee dafür hatte der indische Deutschland-Alumnus Shrikrishna Hegde Ullane.

Wie ein Start-up indischen Kleinbauern die Existenz sichern möchte

In Mali und Äthiopien wiederum  tragen junge Unternehmerinnen und Unternehmer mit innovativen Ideen zur ländlichen Entwicklung, Ernährungssicherung und zum Wirtschaftswachstum bei.

Wie junge Entrepreneure in Afrika den ländlichen Raum aufmischen

Autorin: Wiebke Schönherr
FLMH Labor für Politik und Kommunikation GmbH

Juli 2017

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Kommentare

Bogu
30. August 2017

Geben Menschern nur zu essen, hilft nicht. Das verlangert lediglich und bloss das Leiden. Besser zu sterben ,als damit zu leben. Wir sind wo wir sind durch dieser ursprunglicher Gesetz.

Friedrich Tilmann KROPP
17. August 2017

Sehr geehrte Frau Sabine Olthof,
Ich habe mir lange überlegt ob ich ein Stellungnahme abgeben soll oder nicht.
Nun, dieses Theme sehr heiss und kann gewaltige Reaktionen auslösen.
Wenn ich sage, dass seit Menschengedenk keine Änderung in der mentalen Entwickung des humane Gehirns bei über 60% der Menschen erfolgte und somit noch in der Urwelt leben, ist es nicht verwunderlich, dass keine bessere Ergebnisse stattfinden.
Der Mensch ist das grösste und schlimmste Urtier der Erde.
Sicherlich gibt es viele Ausnahmen, welche nur einen Tropfen auf einem heissen Stein sind.
Ich kenne kein Land in dem die Regierungen mehr für soziale Zwecke das vorhandene Geld verwenden als das Militär und das Waffenarsenal.
Um Menschen zu töten ist man in der Lage in wenigen Stunden dieses Arsenal um die Welt zu fliegen.
Für humanitäre Hilfe braucht es Wochen, Monate wenn nicht Jahre.
Bei allen Anstrengungen von guten Menschen, wird es nie gelingen, gravierende Änderungen herbeizufügen. Die Machthaber sind einfach zu stark und werden nie wegen deren geisten Unterentwicklung eine bessere Welt entwickeln.
Ich danke Ihnen Frau S. Olthof für ihre Kommentare, Berichte und Anregungen.
Friedrich T. KROPP

Aroldo Moraga
26. Juli 2017

Um diese problem zu lösen , meine Meinung ist : man muss finden eine bessere Verteilung der Reichtum.

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