Qingdao (China), 2011 – Foto (c) Ralf Oldenburg, Fotowettbewerb „Städte im Wandel“

Ziel 10: Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit oder Religion dürfen kein Grund sein, dass ein Mensch schlechtere Chancen hat als ein anderer. Das ist die Theorie – die Praxis sieht oft anders aus.

In vielen Ländern werden Teile der Bevölkerung ausgegrenzt oder benachteiligt. Die Chancen auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe sind häufig sehr ungleich. Eine Spaltung in reich und arm, in privilegiert und benachteiligt zerreißt Gesellschaften und schürt Konflikte. Auf internationaler Ebene verstärkt sie Migration. Gleichzeitig sind die Menschen in der globalisierten Welt vielfach miteinander verbunden. Alle sind den globalen Finanzmärkten ausgeliefert, obwohl diese sich vor allem an den Interessen der Wohlhabenden orientieren. Besonders Entwicklungsländer sind vielen internationalen Prozessen ausgesetzt, ohne Einfluss nehmen und eigene Strategien durchsetzen zu können.

Was ist zu tun?

Chancengleichheit und gerechte Verteilung sind die Grundlage für Frieden und Zusammenhalt – innerhalb von Gesellschaften und global. Daher hat die Reduzierung von Armut höchste Priorität. Ärmere Länder müssen ihre Interessen auf internationaler Ebene besser vertreten können und stärker unterstützt werden. Migration als eine Folge weltweiter Ungleichheit muss geordneter und sicherer werden. Nach innen müssen Staaten diskriminierende Gesetze und Praktiken abschaffen und die benachteiligte Bevölkerung schützen, zum Beispiel durch soziale Absicherung und ein faires Steuersystem. Wirtschaft muss nachhaltig wachsen und die gesamte Gesellschaft am Wohlstand beteiligen.

Daten und Fakten

  • Die Ungleichheit der Einkommen nahm in Entwicklungsländern zwischen 1990 und 2011 um 11 Prozent zu.
  • In Entwicklungsländern ist die Gefahr, dass Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben, für die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung fünfmal höher als für die reichsten 20 Prozent.
  • Ungleichheit ist universell: Auch in reichen Ländern gibt es Armut, Rassismus und religiöse Intoleranz.

10.1 Mehr Einkommen für die ärmste Bevölkerung

Bis 2030 nach und nach ein über dem nationalen Durchschnitt liegendes Einkommenswachstum der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung erreichen und aufrechterhalten

10.2 Selbstbestimmung & Inklusion

Bis 2030 alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem oder sonstigem Status zu Selbstbestimmung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern

10.3 Chancengleichheit

Chancengleichheit gewährleisten und Ungleichheit der Ergebnisse reduzieren, namentlich durch die Abschaffung diskriminierender Gesetze, Politiken und Praktiken und die Förderung geeigneter gesetzgeberischer, politischer und sonstiger Maßnahmen in dieser Hinsicht

10.4 Gerechte Steuern, Löhne & sozialer Schutz

Politische Maßnahmen beschließen, insbesondere fiskalische, lohnpolitische und den Sozialschutz betreffende Maßnahmen, und schrittweise größere Gleichheit erzielen

10.5 Finanzmärkte besser regulieren

Die Regulierung und Überwachung der globalen Finanzmärkte und -institutionen verbessern und die Anwendung der einschlägigen Vorschriften verstärken

10.6 Mehr Mitsprache für Entwicklungsländer

Eine bessere Vertretung und verstärkte Mitsprache der Entwicklungsländer bei der Entscheidungsfindung in den globalen internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen sicherstellen, um die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit, Rechenschaftslegung und Legitimation dieser Institutionen zu erhöhen

10.7 Verantwortungsvolle Migrationspolitik

Eine geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration und Mobilität von Menschen erleichtern, unter anderem durch die Anwendung einer planvollen und gut gesteuerten Migrationspolitik

10.a Entwicklungsländer differenziert behandeln

Den Grundsatz der besonderen und differenzierten Behandlung der Entwicklungsländer, insbesondere der am wenigsten entwickelten Länder, im Einklang mit den Übereinkünften der Welthandelsorganisation anwenden

10.b Entwicklungshilfe zielgerichtet einsetzen

Öffentliche Entwicklungshilfe und Finanzströme einschließlich ausländischer Direktinvestitionen in die Staaten fördern, in denen der Bedarf am größten ist, insbesondere in die am wenigsten entwickelten Länder, die afrikanischen Länder, die kleinen Inselentwicklungsländer und die Binnenentwicklungsländer, im Einklang mit ihren jeweiligen nationalen Plänen und Programmen

10.c Gebühren für Auslandsüberweisungen senken

Bis 2030 die Transaktionskosten für Heimatüberweisungen von Migranten auf weniger als 3 Prozent senken und Überweisungskorridore mit Kosten von über 5 Prozent beseitigen

„Die Ungleichheit hat in den letzten 20 Jahren ganz erheblich zugenommen: 10 Prozent der Menschheit besitzen heute 90 Prozent des Vermögens. Angesichts dieser Verhältnisse stelle ich die Frage: Kann das auf die Dauer gut gehen? Das ist keine Grundlage für eine friedliche und zukunftsfähige Welt!“

Quelle: BMZ

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