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Smart Cities – so funktionieren intelligente Städte weltweit

Smart Cities sind Städte, die neue Wege ausprobieren, um das Leben ihrer Bewohner zu verbessern. Weltweit gibt es schon viele Ansätze dazu – ob Onlineplattformen zur Mitbestimmung bei Bauprojekten oder Techniken zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Wie diese Projekte funktionieren können, stellen wir hier vor. 

Angesichts der rasanten Urbanisierung weltweit ist es dringend erforderlich, Städte nachhaltig und inklusiv zu gestalten. Der Begriff „Smart City“ wird oft mit vernetzte oder intelligente Stadt gleichgesetzt. Das Konzept zielt darauf ab, technische und soziale Innovationen miteinander zu verknüpfen und grünere und effizientere Städte zu schaffen.

Meist kommt in Smart Cities digitale Technik zum Einsatz – wenn zum Beispiel Mülltonnen ein Signal an die Müllabfuhr senden, sobald sie voll sind. Was das bringen soll? Die Fahrzeuge müssen gar nicht erst ausrücken, um halbvolle Tonnen zu entleeren. Das spart Kosten und auch Sprit und umweltschädliche Treibhausgase, weil weniger Fahrzeuge im Einsatz sind. Smart sein kann aber auch bedeuten, dass Bewohner – zum Beispiel in San Francisco – in Echtzeit ihren Stromverbrauch überprüfen können oder dass Stadtverwaltungen ihre Einwohner an Bauprojekten beteiligen. So wird beispielsweise gemeinsam geplant, wie Innenstädte aussehen sollen, ob es mehr Sportplätze oder mehr Bibliotheken oder Kindertagesstätten geben soll.

Bhubaneswar – smarte Stadt in Indien

Kaum eine Stadt auf der Welt ist so smart wie Bhubaneswar (alternative Schreibweise Bhubaneshwar). Die Stadt in Ostindien, gut 400 Kilometer von Kalkutta entfernt, hat festgestellt, dass Frauen, Kinder und alte Menschen benachteiligt werden – zum Beispiel durch lange Wege zwischen Arbeits- und Wohnorten und zu wenig Fußgängerwege. Das soll sich ändern. „Bhubaneswar hat seine städtische Struktur auf Mobilität und Kinderfreundlichkeit ausgerichtet“, sagt Städteforscherin Mani Dhingra aus Indien.

Über eine Onlineplattform wurde das Stadtzentrum von den Bewohnern zum „Smart District“ gewählt, der als erster zur Smart City umgestaltet werden sollte. Seitdem hat sich das Stadtbild dort stark verändert: Der Stadtkern wurde so umgebaut, dass es nun kurze Wege zwischen Arbeitsplätzen, Freizeitangeboten und Wohnungen gibt. Außerdem wurden im Stadtzentrum neue Kindertagesstätten, Unterkünfte für Obdachlose und berufliche Weiterbildungszentren errichtet, die das soziale Miteinander stärken sollen. Auch neue Fußwege und Fußgängerbrücken wurden angelegt, über die öffentliche Spielplätze leicht erreichbar sind.

Video: Smart Cities – Das Konzept der Zukunft?

Smarte zivilgesellschaftliche Beteiligung in Medellin

In der Millionenstadt Medellin in Kolumbien können sich alle Bürger über das Onlineportal „Mi Medellin“ an der Gestaltung der Stadt beteiligen. Ihre Meinung ist gefragt, wie sich das Leben in der Stadt verbessern lässt – sei es mit neuen Carsharing-Angeboten oder mit besserer Luft in der Innenstadt. Leitfragen sind dabei beispielsweise „Wie soll Ihr Viertel im Jahr 2030 aussehen?“ oder „Welche Vorschläge haben Sie, damit Ihr Viertel sicherer, glücklicher oder lebenswerter ist?“.  Über das Onlineportal hinaus werden regelmäßig Bürgertreffen angeboten, auf denen Ideen diskutiert werden können.

Der Zugang zum Onlineportal ist einfach – auch für Einwohner, die sich die Technik eigentlich nicht leisten können. An vielen Stellen in der Smart City gibt es kostenloses WLAN, in öffentlichen Gebäuden wurden Computer zur freien Nutzung aufgestellt. „Medellin ist ein tolles Beispiel für die Anwendung von Technik in der Stadtentwicklung“, sagt auch Architektin Rosaleda Reynoso aus der Dominikanischen Republik.

Video: Masdar, die erste Öko-City der Welt

Smarte Zukunftsprojekte in Kyoto

In Kyoto in Japan wird gerade ein umfangreiches Netzwerk an Fußgängerwegen verwirklicht. Große Verkehrsadern in der Innenstadt werden zurückgebaut – hier sollen Fußgängerwege entstehen. Gleichzeitig wird das öffentliche Nahverkehrssystem ausgebaut.

Um in Zukunft fußgängerfreundlich zu werden, hat Kyoto zusammen mit Experten von IBM einen Plan ausgearbeitet. Im Rahmen der „Smarter Cities Challenge“ wurden in der Millionenstadt drei Wochen lang Daten gesammelt und Strategien entwickelt. Das Ergebnis: Es sollen spezielle Straßen nur für Fahrräder und Busse eingeführt und sogenannte „Aesthetic Corners“ eingerichtet werden, wo Fußgänger sich ausruhen und zusammensitzen können.

Wie „smart“ ist Ihre Stadt?

Städte im Wandel

Aus Dörfern werden Städte, aus Städten Metropolen und aus Metropolen Megastädte. Wussten Sie, dass schon heute mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit in Städten lebt? Und in den kommenden Jahrzehnten wird die Zahl der Städter weiter drastisch ansteigen.

Unsere Städte unterliegen auch deshalb einem ständigen, vielschichtigen Wandel. Doch wie vollzieht sich dieser Wandel und welche Rolle spielen Städte in der globalisierten Welt? Wie können trotz des rasanten Städte-Wachstums Klima und Ressourcen geschont werden?

Kennen Sie weitere Beispiel für Smart Cities (in Ihrem Land)? Dann berichten Sie darüber in der Communiy-Gruppe „Städte im Wandel“ – dort können Sie gerne auch Fotos von Smart Cities weltweit hochladen und kommentieren!

Community-Gruppe

Autorin: Greta Hofmann
FLMH Labor für Politik und Kommunikation GmbH

August 2017

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Kommentare

Alumniportal Deutschland – Redaktion
2. August 2017

Lieber Andre Wokittel,

vielen Dank für Ihre ergänzenden Hinweise und Links zu unserem Artikel, in dem nur beispielhaft drei Städte vorgestellt werden, die auf dem Weg zur Smart City bisher unterschiedlich weit gekommen sind.

Herzliche Grüße

Alumniportal Deutschland – Redaktion

Andre Wokittel
2. August 2017

Hallo,

ich vermisse hier die Berichterstattung über Santander, die Smart City an sich und das schon seit Jahren.

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article156563622/Das-ist-die-intelligenteste-Stadt-der-Welt.html

http://www.smartsantander.eu/

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