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Eine Gebrauchsanweisung für den Klimavertrag

In Paris wurde 2015 ein neuer Weltklimavertrag beschlossen. Nun geht es auf der „technischen Konferenz“ in Bonn um seine Ausgestaltung. Warum Bonn? Was steht auf der Agenda? Und warum ist die COP23 so wichtig? Erfahren Sie hier mehr darüber!

Worum geht es in Bonn?

Die COP23 in Bonn gilt als „technische Konferenz“. Damit ist gemeint, dass keine großen, grundsätzlichen Entscheidungen anstehen, so wie 2015 in Paris. Damals wurde ein neuer Weltklimavertrag beschlossen. Nun geht es um seine Ausgestaltung, gewissermaßen um die Gebrauchsanweisung. Bonn soll, so sagt es Deutschlands Chefverhandler Karsten Sach vom Bundesumweltministerium, „Textvorschläge für das Kleingedruckte“ liefern.

Was steht in Bonn konkret auf der Agenda?

Die COP23 soll die erste Überprüfung des Pariser Abkommens vorbereiten, die für 2018 vorgesehen ist. Das wurde in Paris vereinbart. Auf der COP24 im polnischen Katowice wird dann kontrolliert, ob die Selbstverpflichtungen der Staaten zur Minderung und Begrenzung von Treibhausgasemissionen ausreichen, damit die Welt auf Kurs bleibt: Die Erderwärmung soll auf „deutlich unter zwei Grad“,  besser noch auf 1,5 Grad begrenzt werden.

Der Arbeitsauftrag an die Bonner Konferenz lautet deshalb, einen ersten Entwurf von „Implementation Guidelines“ zu formulieren, also eine Art Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens. Vereinfacht gesagt: Man muss sich darauf verständigen, was wie gezählt und angerechnet wird. Und natürlich: wie man auf möglichst einheitliche Weise Transparenz schafft, um Klimaschutzmaßnahmen zu überprüfen.

DAAD-Stipendiatin Carolle Alarcon Eichmann aus Brasilien studiert an der Technischen Universität Dresden Forst- und Holzwissenschaft und besuchte in Bonn die Weltklimakonferenz als Teil einer brasilianischen Delegation.

Zum Interview

Welche Rolle spielt Deutschland?

Eigentlicher Gastgeber der COP23 ist Fidschi. Da der kleine pazifische Inselstaat jedoch nicht über die nötige Infrastruktur und die Mittel verfügt, eine Konferenz mit voraussichtlich 25.000 Teilnehmern auszurichten, findet die COP mit deutscher Unterstützung in Bonn statt. Deutschland ist damit nicht Co-Gastgeber, sondern „technischer Gastgeber“.

Warum ist Bonn wichtig?

Die COP23 ist die erste Klimakonferenz, seit US-Präsident Donald Trump den Ausstieg seines Landes aus dem Paris-Abkommen verkündet hat. Bislang steht Trump damit allein, zudem hat er seine Äußerungen zuletzt relativiert. Doch die Frage bleibt: Welche Folgen hat das für die Klimadiplomatie? Wie verschieben sich die Gewichte? Immerhin, so betont die Bundesregierung, ist die Klimakonferenz ein starkes Zeichen dafür, dass Multilateralismus funktioniert und die Suche nach gemeinsamen Lösungen sinnvoll ist.

Autorin: Verena Kern

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Deutschland.de publiziert.

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November 2017

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