Ziel 14: Leben unter Wasser

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Wir Menschen zerstören die Ozeane, obwohl sie für uns lebensnotwendig sind: Sie regulieren das globale Ökosystem, beeinflussen das Klima und bieten Nahrung und Einkommen für viele Millionen Menschen.

Für etwa 11 Prozent der Weltbevölkerung ist die Fischerei Lebensgrundlage, insbesondere in Küstengebieten und kleinen Inselstaaten. Ein großer Teil der Gewässer ist aber überfischt, das Wasser besonders in Küstennähe verschmutzt. Kleinfischer verarmen und müssen ihre Heimat verlassen, Korallenriffe sterben, die Artenvielfalt ist in Gefahr. Eine besonders akute Bedrohung ist die Ansammlung von riesigen Mengen Plastikmüll in den Ozeanen, die nach und nach zu kleinen Partikeln zerfallen und von Fischen und Meeresvögeln gefressen werden. Damit gelangen sie auch in unsere Nahrungskette.

Was ist zu tun?

Nur gemeinsam kann die internationale Gemeinschaft zur Gesundung der Meere beitragen. Illegale Fischerei muss stärker verfolgt und nicht nachhaltige Formen von Fischereisubventionen beendet werden. Auch sind die Wirtschaft und die Verbraucher gefragt: Sie müssen Produkte aus nachhaltiger Fischerei bevorzugen und aufhören, Müll im Meer zu entsorgen. Jeder kann etwas für die Gesundheit der Meere tun, zum Beispiel indem man mehr Fisch aus zertifizierter Haltung isst oder weitgehend auf Plastikverpackungen verzichtet. Mehr in die Meeresforschung zu investieren und diese Erkenntnisse auch mit Entwicklungsländern zu teilen, kann in Zukunft helfen, die Ozeane und Küstengebiete politisch, ökologisch und wirtschaftlich besser zu schützen.

Daten und Fakten

  • Ozeane absorbieren etwa 30 Prozent des menschlichen CO2-Ausstoßes und mildern damit die globale Erderwärmung ab.
  • In den Ozeanen der Welt leben fast 200,000 Tierarten. 20 Prozent der weltweiten Korallenriffe sind unwiderruflich zerstört und 24 Prozent sind unmittelbar in großer Gefahr.
  • 90 Prozent aller Fischbestände gelten als überfischt oder bis an die Grenze der Nachhaltigkeit ausgebeutet.
  • Über 200 Millionen Menschen arbeiten direkt oder indirekt in der Fischerei.

14.1 Saubere Meere

 Bis 2025 alle Arten der Meeresverschmutzung, insbesondere durch vom Lande ausgehende Tätigkeiten und namentlich Meeresmüll und Nährstoffbelastung, verhüten und erheblich verringern

14.2 Ökosysteme stabilisieren

Bis 2020 die Meeres- und Küstenökosysteme nachhaltig bewirtschaften und schützen, um unter anderem durch Stärkung ihrer Resilienz erhebliche nachteilige Auswirkungen zu vermeiden, und Maßnahmen zu ihrer Wiederherstellung ergreifen, damit die Meere wieder gesund und produktiv werden

14.3 Versauerung der Ozeane reduzieren

Die Versauerung der Ozeane auf ein Mindestmaß reduzieren und ihre Auswirkungen bekämpfen, unter anderem durch eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen

14.4 Überfischung beenden

Bis 2020 die Fangtätigkeit wirksam regeln und die Überfischung, die illegale, ungemeldete und unregulierte Fischerei und zerstörerische Fangpraktiken beenden und wissenschaftlich fundierte Bewirtschaftungspläne umsetzen, um die Fischbestände in kürzestmöglicher Zeit mindestens auf einen Stand zurückzuführen, der den höchstmöglichen Dauerertrag unter Berücksichtigung ihrer biologischen Merkmale sichert

14.5 Küsten- & Meeresgebiete erhalten

Bis 2020 mindestens 10 Prozent der Küsten- und Meeresgebiete im Einklang mit dem nationalen Recht und dem Völkerrecht und auf der Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Informationen erhalten

14.6 Schädliche Subventionen abschaffen

Bis 2020 bestimmte Formen der Fischereisubventionen untersagen, die zu Überkapazitäten und Überfischung beitragen, Subventionen abschaffen, die zu illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei beitragen, und keine neuen derartigen Subventionen einführen, in Anerkennung dessen, dass eine geeignete und wirksame besondere und differenzierte Behandlung der Entwicklungsländer und der am wenigsten entwickelten Länder einen untrennbaren Bestandteil der im Rahmen der Welthandelsorganisation geführten Verhandlungen über Fischereisubventionen bilden sollte

14.7 Meeresressourcen nachhaltig nutzen

Bis 2030 die sich aus der nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen ergebenden wirtschaftlichen Vorteile für die kleinen Inselentwicklungsländer und die am wenigsten entwickelten Länder erhöhen, namentlich durch nachhaltiges Management der Fischerei, der Aquakultur und des Tourismus

14.a Forschung & Technologietransfer

Die wissenschaftlichen Kenntnisse vertiefen, die Forschungskapazitäten ausbauen und Meerestechnologien weitergeben, unter Berücksichtigung der Kriterien und Leitlinien der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission für die Weitergabe von Meerestechnologie, um die Gesundheit der Ozeane zu verbessern und den Beitrag der biologischen Vielfalt der Meere zur Entwicklung der Entwicklungsländer, insbesondere der kleinen Inselentwicklungsländer und der am wenigsten entwickelten Länder, zu verstärken

14.b Kleinfischer unterstützen

Den Zugang der handwerklichen Kleinfischer zu den Meeresressourcen und Märkten gewährleisten

14.c Völkerrecht umsetzen

Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane und ihrer Ressourcen verbessern und zu diesem Zweck das Völkerrecht umsetzen, wie es im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen niedergelegt ist, das den rechtlichen Rahmen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane und ihrer Ressourcen vorgibt, worauf in Ziffer 158 des Dokuments „Die Zukunft, die wir wollen“ hingewiesen wird

„Indonesien ist eine der artenreichsten Meeresregionen überhaupt. Es gibt hier 600 verschiedene Korallenarten und die größte Vielfalt an Riff-Fischen weltweit. Nach Schätzungen sind etwa 90 Prozent der Korallenriffe mehr oder weniger stark bedroht. Insofern gibt es für uns viel zu tun.“

Quelle: Alumniportal-Interview

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