Ziel 15: Leben an Land

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Landökosysteme sind fragil. Sind sie gestört, treibt das viele Menschen in Hunger und Armut und wirkt sich negativ auf das globale Klima aus.

Gesunde Wälder, Böden, Flüsse, Seen und Berge sind Lebensraum und erhalten wichtige Kreisläufe aufrecht.  Jährlich werden 7,6 Millionen Hektar Wald zerstört, was etwa der Fläche Irlands entspricht. Durch nicht nachhaltige Landwirtschaft verlieren jährlich riesige Bodenflächen ihre Fruchtbarkeit. Die Artenvielfalt schwindet rasant. Tiere verlieren aufgrund von Umweltzerstörung ihre natürlichen Lebensräume oder werden illegal gejagt. Wüsten breiten sich aus und gebietsfremde Pflanzen verdrängen in vielen Regionen die einheimische Flora.

Was ist zu tun?

Die bereits zerstörten Landökosysteme müssen wiederhergestellt werden, während die intakten Schutz benötigen. Böden und Wälder müssen weltweit nachhaltig bewirtschaftet werden. Viele Länder haben erkannt, welche ernsten Folgen die Zerstörung der Wälder hat und setzen sich für ihren Schutz ein. Aber ihre Anstrengungen reichen nicht aus. Auch Entwicklungsländer, in denen Holz noch vielfach die einzige Energiequelle ist, müssen auf erneuerbare Energien setzen. 

Die Menschen müssen auch den Verlust der biologischen Vielfalt dringend beenden, beispielsweise indem sie Wilderei strenger verfolgen, verstärkt auf nachhaltige Landwirtschaft setzen und die Ausbreitung invasiver Arten verhindern. Vor allem müssen nationale und lokale Politiken den Schutz der Ökosysteme und der Biodiversität stärker berücksichtigen. Auch alle internationalen Akteure müssen mehr Geld in dieses Ziel investieren.

Daten und Fakten

  • Pflanzen erbringen 80 Prozent unserer Nahrung.
  • Wälder bedecken 30 Prozent der weltweiten Landfläche und sind die Heimat von 80 Prozent aller Tiere und Pflanzen
  • Über 23.000 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten waren 2015 stark vom Aussterben bedroht.
  • Über 50 Prozent der für die Landwirtschaft genützten Böden sind mittelstark bis stark von Degradierung betroffen.
  • Jede Minute gehen 23 Hektar Land durch Dürre oder Desertifikation verloren.

15.1 Landökosysteme schützen

Bis 2020 im Einklang mit den Verpflichtungen aus internationalen Übereinkünften die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung der Land- und Binnensüßwasser-Ökosysteme und ihrer Dienstleistungen, insbesondere der Wälder, der Feuchtgebiete, der Berge und der Trockengebiete, gewährleisten

15.2 Gesunde Wälder

Bis 2020 die nachhaltige Bewirtschaftung aller Waldarten fördern, die Entwaldung beenden, geschädigte Wälder wiederherstellen und die Aufforstung und Wiederaufforstung weltweit beträchtlich erhöhen

15.3 Wüstenbildung bekämpfen

Bis 2030 die Wüstenbildung bekämpfen, die geschädigten Flächen und Böden einschließlich der von Wüstenbildung, Dürre und Überschwemmungen betroffenen Flächen sanieren und eine Welt anstreben, in der die Landverödung neutralisiert wird

15.4 Bergökosysteme erhalten

Bis 2030 die Erhaltung der Bergökosysteme einschließlich ihrer biologischen Vielfalt sicherstellen, um ihre Fähigkeit zur Erbringung wesentlichen Nutzens für die nachhaltige Entwicklung zu stärken

15.5 Biologische Vielfalt bewahren

Umgehende und bedeutende Maßnahmen ergreifen, um die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume zu verringern, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende zu setzen und bis 2020 die bedrohten Arten zu schützen und ihr Aussterben zu verhindern

15.6 Zugang zu genetischen Ressourcen

Die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile und den angemessenen Zugang zu diesen Ressourcen fördern, wie auf internationaler Ebene vereinbart

15.7 Wilderei beenden

Dringend Maßnahmen ergreifen, um der Wilderei und dem Handel mit geschützten Pflanzen- und Tierarten ein Ende zu setzen und dem Problem des Angebots illegaler Produkte aus wildlebenden Pflanzen und Tieren und der Nachfrage danach zu begegnen

15.8 Invasion fremder Arten verhindern

Bis 2020 Maßnahmen einführen, um das Einbringen invasiver gebietsfremder Arten zu verhindern, ihre Auswirkungen auf die Land- und Wasserökosysteme deutlich zu reduzieren und die prioritären Arten zu kontrollieren oder zu beseitigen

15.9 Ökonomische Kennzahlen nutzen

Bis 2020 Ökosystem- und Biodiversitätswerte in die nationalen und lokalen Planungen, Entwicklungsprozesse, Armutsbekämpfungsstrategien und Gesamtrechnungssysteme einbeziehen

15.a Biodiversität finanziell fördern

Finanzielle Mittel aus allen Quellen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme aufbringen und deutlich erhöhen

15.b Finanzierung nachhaltiger Waldwirtschaft

Erhebliche Mittel aus allen Quellen und auf allen Ebenen für die Finanzierung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder aufbringen und den Entwicklungsländern geeignete Anreize für den vermehrten Einsatz dieser Bewirtschaftungsform bieten, namentlich zum Zweck der Walderhaltung und Wiederaufforstung

15.c Wilderereibekämpfung unterstützen

Die weltweite Unterstützung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Wilderei und des Handels mit geschützten Arten verstärken, unter anderem durch die Stärkung der Fähigkeit lokaler Gemeinwesen, Möglichkeiten einer nachhaltigen Existenzsicherung zu nutzen

„Für die Bevölkerung Äthiopiens und anderer Entwicklungsländer muss die Artenvielfalt als ein Element des täglichen Überlebens betrachtet werden. Sie ist nicht weit entfernt von uns, vielmehr sind wir für das nackte Überleben auf sie angewiesen. Unsere Nahrungsmittel, die Luft, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken und alle anderen Lebensgrundlagen entstammen direkt der Artenvielfalt.“ 

Quelle: Ethiopian Press Agency

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