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#MissionResponsible – Alumni zeigen ihr Engagement

Im Rahmen des Schwerpunktthemas „initiieren.mitmachen.verändern.“ haben wir mit unserer Mitmachaktion #MissionResponsible Deutschland-Alumni aufgerufen, ihr Engagement für ein besseres Miteinander und eine nachhaltigere Zukunft auf dem Alumniportal vorzustellen.

Sie konnten Projektbeschreibungen inklusive Fotos einreichen, welche ihr Engagement im Bereich Soziales, Umwelt/Klima oder Partizipation/Frieden darstellten. Ihnen winkte dafür ein Sachpreis in Höhe von 300 Euro, einzusetzen für das jeweilige Projekt.

Ergebnis waren 48 Bewerbungen aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten Themenfeldern: von Ägypten bis Usbekistan, vom Engagement für Obdachlose in Mexiko-Stadt bis hin zu akademischen Foren für Kooperation und Austausch. Nach Überprüfung auf Vollständigkeit und Erfüllung aller Teilnahmevoraussetzungen haben es 20 Beiträge in die Jury-Bewertung geschafft.

Die drei Jury-Mitglieder hatten dann die schwierige Aufgabe, daraus die besten acht Einsendungen auszuwählen. Iris Eisbein (Engagement Global), Robin Pass (AGEP-Netzwerkkoordinator/TU Dortmund) und Robin Spaetling (chariteam) taten sich dabei nicht leicht und der ein oder andere Favorit schaffte es nicht ins Finale – die Auswahl guter Bewerbungen war einfach zu hoch.

Die acht Finalisten wurden schließlich in einer öffentlichen Galerie auf dem Alumniportal präsentiert und für das Online-Voting für alle Alumniportal-Mitglieder freigegeben. Nach knapp zwei Wochen standen die drei Hauptgewinner fest.

#MissionResponsible – Die Finalisten

Die drei Gewinner-Projekte sind „Casita para la vida“ aus der Dominikanischen Republik, „Do It Yourself Garbage Lab“ aus Usbekistan und „Cross Borders“ aus Deutschland. An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und viel Erfolg weiterhin für die tollen Initiativen!

  1. Rosaleda Reynoso („Casita para la vida”)
  2. Bakhrom Radjabov („Do It Yourself Garbage Lab”)
  3. Evgenia Gavrilova („Studierendeninitiative Cross Borders“)

Die Vielfältigkeit und Kreativität der Projekte war beeindruckend und die Entscheidung sicherlich nicht einfach, denn jedes Engagement verdient Respekt. Wir möchten Ihnen daher ans Herz legen, sich die vielen unterstützenswerten Initiativen unserer Mitmachaktion #MissionResponsible noch einmal näher anzuschauen, in den Projekt-Blogs zu stöbern und sich natürlich gern mit Fragen an die jeweiligen Kontaktpersonen zu wenden.

Im Folgenden lernen Sie drei weitere spannende Beispiele aus Bosnien und Herzegowina, Südafrika und Mexiko kennen, die von der Jury ausgewählt wurden. Zu den acht Finalisten im Online-Voting zählten außerdem „One Heart Express“ (Philippinen/Nepal), eine Initiative, die mithilfe der Expressive Arts (Intermediale Kunsttherapie) dazu beitragen will, das Leben in den von den jüngsten Katastrophen heimgesuchten Regionen des Landes wieder aufzubauen – Ansprechpartnerin ist Belen Calingacion. Das Projekt „Environmental Recovery in Mexico“ nennt als Hauptziel die Wiederherstellung einer heruntergekommenen Schlucht in Mexiko-Stadt durch gesellschaftliche Teilhabe – Ansprechpartnerin ist Monica Pallares.

#MissionResponsible: Was wurde aus dem Gewinn?

Studenten gegen Luftverschmutzung

Eine sehr konkrete und kreative Initiative ist das Projekt „Der Herr der Staubfilter-Ringe“. Eine Gruppe Germanistikstudenten und ihre Dozentin Amela Curkovic kämpfen darin in Zenica, einer Stadt in Zentral-Bosnien und Herzegowina, gegen die übermäßig hohe Schadstoffbelastung der Luft durch das lokale Stahlwerk. Seit Jahren führe das Werk zu erheblichen Steigerungen der Zahl der Krebs- und Lungenerkrankungen, erläutert Curkovic, bisherige Proteste aus der Bevölkerung hätten nichts erreicht.

Gemeinsam mit ihren Studenten möchte sie ein Filmprojekt – angelehnt an die Spielfilmreihe „Der Herr der Ringe“ – umsetzen, mit dem Sie auf unterhaltsame Weise auf das Problem aufmerksam machen möchte.  „Wir wollen ein Zeichen setzten, in der Hoffnung, dass eine Veränderung zum Besseren doch möglich ist“, schreibt Curkovic in ihrem Blog. Die Jury lobte das Engagement der Studenten: „Ein Bildungsprojekt mit kreativen Mitteln um ein engagiertes Team, welches bereits Unternehmenspartner akquirieren konnte“, so Robin Spätling.

Qualitäts-Check von Bächen und Flüssen

Eine ökologische Initiative ganz anderer Art ist „Citizens are doing it themselves – river health monitoring with miniSASS“, mit der sich Deutschland-Alumna Tembeka Dambuza aus Südafrika bewarb. miniSASS (Stream Assessment Scoring System) ist ein System zur Bestimmung von Wasserqualität, das von einer Kooperation einer NGO mit der südafrikanischen Regierung und einer Beraterfirma entwickelt wurde. In dem Verfahren wird die Sauerstofftoleranz einer weit verbreiteten Insektenart gemessen und ausgewertet, die Daten geben dann Aufschluss über die Güte des Wassers. Das Besondere: Messung und Auswertung sind bewusst so einfach gehalten, dass normale Bürger sich beteiligen und ihre lokalen Gewässer selbst überwachen können. Zudem können die Daten über eine Webseite in Google Earth hochgeladen werden, sind somit öffentlich verfügbar und dienen zudem Forschungszwecken.

„Im südlichen Afrika sind Wasserqualität und -quantität ebenso wie die gerechte Verteilung ernste Probleme. Es erreicht mittlerweile krisenhafte Ausmaße, da menschliche Eingriffe die Wasserressourcen in alarmierender Weise zerstören“, so Dambuza. Durch Trainings in anderen Ländern des südlichen Afrikas kommt das System mittlerweile auch überregional zum Einsatz. Zudem wird derzeit eine Smartphone-App entwickelt, um die Nutzung noch mehr zu vereinfachen. Jury-Mitglied Robin Pass: „Dieses innovative Projekt steht exemplarisch für den Nutzen von Technik im Interesse der Allgemeinheit und gibt zudem der entsprechend instruierten Bevölkerung ein Werkzeug an die Hand, konstant die Wasserqualität – und damit oft Lebensgrundlage – zu überprüfen. Darüber hinaus wird durch Trainingsmaßnamen das Umweltbewusstsein gestärkt.“

Ganzheitliches Helfen in Mexiko

In eine ganz andere Richtung geht das soziale Projekt „Helping Hands – Manos Que Ayudan“ aus Mexiko, bei dem obdachlosen Menschen kostenlose Mahlzeiten sowie Yoga- und Atemworkshops angeboten werden. Den freiwilligen Helfern geht es dabei nicht allein um die Versorgung mit Essen, sondern um den ganzheitlichen Anspruch, die Bedürftigen in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und sie möglichst von gesundheitsgefährdenden Gewohnheiten – wie beispielsweise Drogenkonsum – zu befreien.

Hector Barbosa erzählt in seinem Blog von den Anfängen des Projekts und dass die Freiwilligen zunächst unsicher waren, wie die Obdachlosen auf sie reagieren würden. „Doch als wir uns einmal angenähert hatten und sie merkten, dass wir ernsthaft helfen wollten, brachten Sie uns große Dankbarkeit entgegen.“ Aus einigen Dutzend sind mittlerweile einige hundert Mahlzeiten im Monat geworden. Jury-Mitglied Iris Eisbein stimmte für das Projekt: „Mit dem Projekt wird sich für diejenigen eingesetzt, die am Rand der Gemeinschaft stehen. Im Vordergrund steht nicht allein die materielle Hilfe, die kreative Herangehensweise leistet einen Beitrag, um diesen Menschen ein inneres Gleichgewicht und Halt zu geben.“

Juli 2015

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